X-Press verpennt das erste Viertel

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In Aschaffenburg kaum zu Bremsen: Michael Stiller (Mitte).

Landsberg – X-Press-Headcoach Martin Hintermayr hatte es nach seiner Videoanalyse schon vor dem dramatischen 20:14-Sieg in Aschaffenburg geahnt: Die „Stallions“ würden vermutlich ein schwererer Gegner als Fürth werden.

Das erste Viertel schien im recht zu geben, schnell lagen die Landsberger mit 0:14 im Rückstand. Allerdings, so Präsident Knut Dins, nicht etwa, „weil die unschlagbar gewesen wären, sondern einfach, weil wir da noch im Bus gesessen sind, während Aschaffenburg schon Football gespielt hat“.

Zwar stand die Landsberger Defense zu Beginn nicht einmal schlecht, doch die Gastgeber kamen jeweils im dritten und vierten Versuch auf die erforderlichen zehn Yards und machten schon mit dem ersten Spielzug das 7:0. Die X-Men taten den Franken dann auch noch den Gefallen und leisteten sich einen Fumble, den freien Ball holten sich die Stallions und stellten vor dem ersten Seitenwechsel auf 14:0.

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison präsentierten sich die Landsberger dann als Experten in Sachen späte Punkte. 20 Sekunden waren es noch bis zur Halbzeit, als Jason Bertrand das Ergebnis schon wieder versöhnlicher aussehen ließ: Nachdem auch der Extrapunkt verwandelt wurde, gingen die X-Men mit 7:14 in die Pause, konnten danach aber zunächst „mit dem Ball so richtig nichts anfangen“, wie Dins es formulierte. Aschaffenburg arbeitete sich im dritten Viertel dagegen mehrfach gut nach vorne, bis die Landsberger Defense den Druck wieder zusehends erhöhen konnte – bis hin zu einer Interception durch Gerald Miller, die man allerdings nicht nutzen konnte. Im letzten Drittel zeigte man dann wieder Drama pur. Zunächst gelang Norman Loos-Zettler nach einem 9-Yard-Pass der nächste Touchdown, nach dem Ausgleich hatten dann beide Teams ihre Chancen, die Landsberger Defense hielt diesmal in der Drangphase des Gegners beeindruckend stand.

Starke Defense

Dennoch wäre man nach einer knappen Schiedsrichterent­- schei­dung beinahe ohne Punkte nach Hause gefahren: Nach einem Fumble eroberten die X-Men zwar den Ball zurück, nach Meinung der Unparteiischen war aber zuvor bereits ein Aschaffenburger am Leder, so dass die Gastgeber kurz vor der Landsberger Endzone noch einmal in den Angriff kamen.

Dann aber zeigte die Verteidigung ihre vielleicht stärkste Leistung an diesem Nachmittag, verpasste den Gastgebern bei jedem der nächsten vier Versuche Raumverlust und brachte die Offense um Quarterback Bertrand noch einmal aufs Feld. Nach einem Marsch über das ganze Feld fand der Kanadier dann 50 Sekunden vor Schluss mit einem sehenswerten 35-Yard-Pass seinen Wide Receiver Dominik Krahn, der mit dem Touchdown zum 20:16 für die viel umjubelte Entscheidung sorgte. Dass der Extrapunkt diesmal nicht verwandelt werden konnte, fiel danach nicht mehr ins Gewicht.

 Präsident Dins war nach der Partie entsprechend zufrieden, „auch wenn wir das erste Viertel einfach verpennt haben“. Seine Truppe findet er jetzt mit 6:2 Zählern auf Rang 2 der Bayernliga Süd, punktgleich mit den Königsbrunn Ants, deren Spiel am Wochenende dem Regen zum Opfer fiel.

Vier Heimspiele in Folge?

Für den X-Press steht dagegen am 15. Juni endlich das erste Heimspiel der Saison gegen Schweinfurt auf dem Programm - wenn nicht wieder etwas dazwischenkommt: Derzeit ist noch fraglich, ob die Partie überhaupt zum vorgesehenen Zeitpunkt ausgetragen werden kann, da bis 15.30 Uhr noch die Wertungsspiele beim Bezirksmusikfest im Sportzentrum ausgetragen werden. Sollte man erneut das Spiel verschieben müssen, hätten die Landsberger voraussichtlich von Ende Juni bis Ende Juli vier Heimspiele in Folge. Eine endgültige Entscheidung soll in dieser Woche fallen.

Christoph Kruse

Landsberg X-Press besiegt die Stallions

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