X-Press im Abstiegskampf

Es sollte eigentlich reichen

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Wohin führt der Weg des Landsberg X-Press? Noch haben die X-Men die Möglichkeit, den Klasseerhalt aus eigener Kraft zu sichern.

Landsberg – Der Landsberg X-Press hat den ersten Matchball auf den Klassenerhalt vergeben und sich mit einer weiteren Niederlage vom Heimpublikum für diese Saison verabschiedet. Gegen die Starnberg Argonauts verlor man nach gutem Beginn mit 19:27 – angesichts der Tabellenkonstellation sollte es für die Truppe von Chefcoach Martin Hintermayr voraussichtlich trotzdem reichen.

„Mit einem Sieg wären wir sicher gewesen, schade, dass es nicht geklappt hat“, so Präsident Knut Dins nach der Partie enttäuscht zu den über 300 Zuschauern. „Aber es müsste schon sehr viel schiefgehen, damit wir die Liga nicht halten können.“ Dabei kommt den X-Men auch das knappe Ergebnis gegen Starnberg zugute. Dadurch, dass die Niederlage nicht höher ausfiel, hat man nach dem 38:14 zum Saisonauftakt bei den Nachbarn den direkten Vergleich auf jeden Fall gewonnen. Gleiches gilt für die Feldkirchen Lions, die mit vier Punkten auf der Habenseite ebenfalls hinter den Landsbergern stehen.

Ganz sicher fühlen darf man sich am Lech trotzdem noch nicht. Zum einen ist fraglich, ob die Mannschaft nach sechs Niederlagen in Folge in den zwei letzten Spielen noch punkten kann, denn die Gegner haben es wahrlich in sich. Am 16. August geht es zunächst nach Ingolstadt. Die Dukes verpassten den X-Men im Hinspiel nicht nur eine deftige 28:75-Abreibung, sondern stehen mit 18:0 Punkten auch schon vorzeitig als Meister und Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur 2. Liga fest.

Viel einfacher wird es im zum Saisonabschluss auch nicht. Am 31. August müssen die Landsberger in München ran; auch gegen die Rangers gab es schon eine klare Niederlage und die Hauptstädter wollen unbedingt noch Rang 2 für die Aufstiegs-Play-Offs erreichen. Eine kleine Beruhigung könnte höchstens sein, dass es die Rivalen um den Klassenerhalt auch nicht viel einfacher haben. Feldkirchen misst sich noch mit Ingolstadt und Straubing, Starnberg muss (wie Landsberg) noch nach München und Ingolstadt.

Zwei Fieldgoals

Dass die Argonauts überhaupt noch rechnerisch die Regionalliga halten können, haben sie einigen starken Einzelleistungen in Landsberg und Schwächen der X-Men zu verdanken. Dabei hatte es zunächst keineswegs nach einer weiteren Heimniederlage ausgesehen. Im ersten Viertel ließ man die Starnberger Offense erst gar nicht aufs Feld. Zwar offenbarte der X-Press in der Nähe der Endzone erneut Probleme, die letzten Meter zu überwinden, doch immerhin reichte es durch zwei Fieldgoals zu einer 6:0-Führung.

Als Quarterback Jason Bertrand im zweiten Viertel den freistehenden Michael Amberger in der Endzone mit einem kurzen Pass fand und Landsberg so auf 12:0 erhöhte, schien man auf einem guten Weg zu sein, zumal die Argonauts kurz darauf in erhebliche Schwierigkeiten kamen: Ein Touchdown für sie wurde wegen eines Fouls zu­rückgepfiffen, kurz darauf leistete sich ihr Quarterback Zach Hoffmann eine Interception. Noch vor einigen Wochen brachen die Starnberger in solchen Situationen regelmäßig ein, doch mit einigen Rückkehrern nach Verletzungen zeigten sie in Landsberg Moral.

Die Gastgeber wiederum agierten in der Offensive erneut zu unpräzise und bekamen in der Defensive auf die Starnberger Schlüsselspieler keinen Zugriff. So auch wenige Sekunden vor der Halbzeit, als ein Verteidiger an der Außenlinie Joe Chatman nur halbherzig angriff. Der Running Back hatte dem X-Press bereits im Hinspiel das Leben schwer gemacht, auch in dieser Szene setzte er sich durch und brachte sein Team mit dem Pausenpfiff auf 12:6 heran.

Im Alleingang

In der zweiten Halbzeit drehte Quarterback Hoffmann die Partie dann praktisch im Alleingang zugunsten der Gäste. Zwar konnte Landsberg die Receiver jetzt besser abschirmen und hatte auch Chatman meistens im Griff. Das irritierte Hoffmann aber offenbar nicht wirklich. Dreimal wackelte er locker die Verteidiger aus und schaffte es jedesmal mit dem Ball bis in die Endzone. Mit den zugehörigen Extrapunkten hieß es plötzlich 12:27, die Partie war gelaufen, zumal sich der X-Press auch noch zusätzlich geschwächt hatte. Nach zwei per­sönlichen Fouls in einem Spielzug wurde Sascha Wein von den Schiedsrichtern vom Feld geschickt – eine im Football höchst seltene Strafe.

Da half es auch nichts mehr, dass die letzte Aktion wenige Sekunden vor Schluss den Gastgebern gehörte: Von der 34-Yard-Linie setzte Bertrand mit einem kurzen Pass Flo Borchert ein, der sich diesmal nicht aufhalten ließ und mit seinem Lauf zum 19:27-Endstand zumindest noch Ergebniskosmetik betrieb.

Ein Sieg, das wär’s

Um den Klassenerhalt endgültig zu sichern, muss man jetzt hoffen, dass auch Starnberg und Feldkirchen nichts mehr holen. Klarer wäre die Sache allerdings, wenn man überraschend selbst noch einmal bei den Favoriten zumindest einen Sieg holt. Ein Gefühl, das man seit dem 42:33 am 25. Mai in Feldkirchen nicht mehr erleben durfte.

Christoph Kruse

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