US-Boys im Pausen-Modus

Landsberg X-Press: Kimmel, Robinson und das Ende der Football-Saison

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Was tun, wenn die Saison beendet ist bevor sie richtig losging? Richard Robinson, Coach Jan Radewald und Andrew Kimmel (von links) vom Landsberg X-Press.

Landsberg – Am 20. April war es offiziell: Der American Football Verband Bayern (AFVBy) sagte den Spielbetrieb für alle bayerischen Ligen und Lizenzklassen bis Anfang September ab. Davon betroffen ist auch der Landsberg X-Press. Während Präsident Markus Gruberbauer noch auf Freundschaftsspiele im Herbst hofft, müssen sich die beiden US-Amerikaner Andrew Kimmel und Richard Robinson mit dem Gedanken vertraut machen, bald wieder in ihre Heimat zu reisen. Gute acht Wochen haben sie in Landsberg verbracht, konnten ihre Fähigkeiten aber nie im Wettbewerb auf dem Rasen zeigen. Der KREISBOTE sprach mit den beiden Footballern über ihre Zeit in der Lechstadt, die Lage in der Heimat und ob sie überhaupt in die USA zurück wollen.

Beide kommen aus dem US-Bundesstaat New York, wohnen aber ungefähr drei Stunden von der Metropole entfernt, wo das Virus so schlimm wütet. Andrew Kimmel (24) wurde vom Landsberg X-PRESS als Fullback verpflichtet, während Richard Robinson (26) auf der Wide Receiver Position eingesetzt werden sollte. Gemeinsam bewohnen sie ein Appartement in Landsberg.

Hi Andrew, hi Richard. Wie geht es euch im Moment?

Richard: „Ganz gut. Bisher war es wirklich toll hier in der Stadt, auch wenn die Situation nun so ist, wie sie ist. Ich würde gerne noch mehr von Deutschland sehen und hoffe, dass ich im Herbst wiederkommen kann, auch wenn nur ein paar Freundschaftsspiele ausgetragen würden.“

Andrew: „Wir sind nun seit rund acht Wochen hier. Ich war vorher noch nie in Deutschland und es war für mich ein unbekanntes Land. Wir sind hier aber toll aufgenommen worden und der X-PRESS ist fast wie eine Familie für uns.“

Ihr verfolgt mit Sicherheit auch die Nachrichten aus der Heimat. Geht es Familie und Freunden gut?

Richard: „Wir verfolgen natürlich die Nachrichten und einige Mitspieler vom X-PRESS halten uns auch auf dem laufenden. Den Familien geht es gut, zum Glück wohnen sie alle außerhalb von New York City. Meine Freundin ist allerdings Krankenschwester auf dem Land und sie bekommen Corona-Patienten aus New York City eingeliefert. Das ist schon ein bisschen beängstigend.“

Andrew: „Ja, bei uns auf dem Land ist die Situation noch nicht so schlimm, wie in der Stadt New York, wo acht Millionen Menschen leben. In meiner Heimatstadt Harpursville funktioniert die Gemeinschaft und jeder hilft jedem. Im Moment ist noch alles in Ordnung. Ich hoffe, dass das so bleibt.“

Die Saison macht nun auf jeden Fall bis Anfang September Pause. Was werdet ihr machen?

Richard: „Ich möchte gerne zu meiner Familie fliegen und natürlich zu meiner Freundin. Im Moment weiß ich noch nicht, wann das klappt. Ich muss dann auch wahrscheinlich erst einmal 14 Tage in Quarantäne. Aber wie gesagt, im September komme ich wieder. I’ll be back!“

Andrew: „Ich würde gerne hier bleiben, bis die Saison im Herbst wieder losgeht. Mir gefällt die Stadt und die Menschen sind alle sehr freundlich. Es ist schon komische, dass ich diese Zeiten in einem fremden Land erlebe, aber im Moment möchte ich jedenfalls nicht unbedingt zurück in die USA.“

Wie verbringt ihr nun die Zeit? Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag?

Richard: „Wir halten uns natürlich so gut es geht fit. Ansonsten telefoniere ich viel mit der Familie und Freunden in den USA. Letzte Nacht haben wir den NFL-Draft verfolgt. Ansonsten schauen wir natürlich Serien oder ich spiele Call of Duty auf der Playstation.“

Andrew: „Ich bin nicht so der Gamer. Ich trainiere viel, indem ich meine Koffer als Gewichte benutze. Oder ich gehe draußen laufen. Man muss einfach kreativ sein und sich in Form halten.“

Richard, Andrew, vielen Dank für das Gespräch, alles Gute für die Zukunft. Und ganz wichtig: bleibt gesund!
Dietrich Limper

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