Neuer Quarterback beim X-Press

Er braucht gute Receiver

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Gute Receiver braucht der neue Quarterback und die soll Brandon Watkins auch bekommen – verspricht X-Press-Präsident Knut Dins.

Landsberg – Der Landsberger X-Press geht trotz namhafter Abgänge mit einer schlagkräftigen Truppe in die neue Saison in der Football-Regionalliga. Der erste Neuzugang aus den USA ist bereits in der Lechstadt angekommen. Brandon Watkins, als Nachfolger von Jason Bertrand auf der Quarterback-Position verpflichtet, war in der vergangenen Woche gerade hier aufgeschlagen, als er schon sein Profilbild bei Facebook aktualisierte – das Lechwehr ist jetzt hinter dem Konterfei des 21-Jährigen zu sehen.

Wenn es nach X-Press-Präsident Knut Dins gegangen wäre, hätte der US-Amerikaner sogar deutlich früher ins Training eingreifen können. „Wir waren uns schon vor vier Wochen mit ihm einig, aber es hat gedauert, bis er seinen Reisepass bekommen hat.“ Watkins hat erst vor kurzem in Cleveland die Schule abgeschlossen, als Footballer ist er aber bei weitem kein unbeschriebenes Blatt. Auf den Videos, die von ihm im Umlauf sind, fällt allerdings auf, dass der Spielmacher in den kurzen Sequenzen viel und schnell läuft, aber kaum wirft.

„Wir haben das auch bemerkt, er kann das aber natürlich“, sagt Dins, „er hat uns erklärt, dass er einfach die guten Receiver bis jetzt nicht gehabt hat, die es für solche Pässe auch braucht.“ Etwaige Zweifel hat der Neue im Training bereits zerstreut. Man sei „durchaus erleichtert“ gewesen, zu sehen, „dass er über zehn Yards sehr hart und locker auch über 40 oder 50 Yards passen kann“, sagt Dins.

Dass er in Landsberg gute Ballempfänger vorfindet, scheint ebenfalls bereits gesichert, obwohl die X-Men auf eine bewährte Kraft auf dieser Position nicht mehr bauen können: Florian Borchert versucht sein Glück in diesem Jahr in der 1. Liga in Kempten. Ob Michael Amberger bleibt, ist offen.

Zurück in der Heimat

Auf den Wide-Receiver-Positionen hat man sich jedenfalls bereits umgetan und zwei Zugänge aus Starnberg zu vermelden. Dazu gehört Christian Raphael, den man pikanterweise am Lech in nicht allzu guter Erinnerung hat. „Er war zu einem guten Teil für den Sieg der Argonauts im letzten Jahr bei uns verantwortlich“, weiß Dins. Mit Raphael wechselt sein Vereinskamerad Fabian Wegerer zum X-Press, beide verfügen bereits über Zweitliga-Erfahrung.

Fritz Hebenstiel hat sogar noch eine Klasse höher in Schwäbisch Hall gespielt. Der 26-Jährige stammt aus dem Landkreis Landsberg und kehrt nach absolviertem Studium in die Heimat zurück. „Er wird als Defensive Back sicher eine Verstärkung für uns sein“, sagt der Präsident.

Ebenfalls in der Verteidigung steht ein weiterer Neuzugang schon in den Startlöchern. Als Linebacker (somit eine Art „Quarterback der Defense“) hat man sich Antonio Harris geangelt. Der 25-Jährige aus North Carolina ist mit über 100 Kilo Körpergewicht ein dringend gesuchter „Schwerer Mann“, wird aber erst Mitte April in Deutschland landen.

Bis dahin haben seine neuen Teamkollegen einen Großteil der Saisonvorbereitung bereits hinter sich, immerhin steht schon am 2. Mai (17 Uhr, Sportzentrum) das erste Punktspiel gegen Feldkirchen auf dem Programm. Bis jetzt läuft dabei alles nach Plan, wie Dins berichtet. „Wir haben eine Trainingsbeteiligung von fast 30 Spielern, das ist sehr gut.“ Dazu tragen auch zwölf Football-Neulinge dabei, die über den Winter zum X-Press gestoßen sind. „Das sind zwar zum Teil Anfänger in dieser Sportart, aber sie lernen schnell und es sind sehr gute Athleten dabei.“ Damit ist für den Vereinspräsidenten auch die Marschrichtung für die anstehende Saison klar. „Wir wollen auf jeden Fall oben mitspielen, vor allem, da ja inzwischen mit München und Ingolstadt auch dominierende Teams aufgestiegen sind.“ Dank eines, im Vergleich zur Vorsaison, deutlich entzerrten Spielplans könnten sogar die Play-offs drin sein, „ich hoffe, dass wir damit nicht soviele Verletzte haben wie im vergangenen Jahr, die zehn Spiele in elf Wochen haben uns doch sehr zugesetzt“.

Sollte man die Endspiele zur 2. Liga erreichen, muss Knut Dins im Sommer eine Entscheidung treffen: Im Juli will der Verband wissen, wer im Ernstfall auch wirklich aufsteigen will, andernfalls darf man an den Play-offs erst gar nicht teilnehmen. Das dürfte in Landsberg gegebenenfalls eine Frage des Geldes werden. „Für die 2. Liga müsste sich finanziell noch deutlich etwas tun, ansonsten geht das nicht“, sagt Dins.

Noch ohne Sponsor

Für die anstehende Saison hat sich bislang kein potenter Hauptsponsor für den X-Press gefunden, weswegen auch die Neuanschaffung der Trikots um ein Jahr verschoben werden muss. Drahtseilakte will man trotzdem nicht wagen. „Wir sind auch in diesem Jahr wieder sehr auf die Unterstützung durch unsere Zuschauer angewiesen. Wenn genügend Fans unsere Heimspiele besuchen, können wir wieder eine schwarze Null schreiben.“

Die Heimspiele des Landsberg X-Press in der Saison 2015 (immer Samstag, 17 Uhr, im Sportzentrum):

• 2. Mai: Feldkirchen Lions

• 30. Mai: Fursty Razorbacks

• 4. Juli: Burghausen Crusaders

• 11. Juli: Neu-Ulm Spartans

• 1. August: Straubing Spiders

Christoph Kruse

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