X-Press siegt auswärts

Platz eins in der Hand

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Gegen Königsbrunn war der Landsberg X-Press mit 26:14 wieder eindeutig überlegen – Rang eins in der Bayernliga Süd gilt nun wieder als realistisches Ziel.

Landsberg – Kein Heimspiel bis Mitte Juni? Das hört der X-Press-Fan nicht gerne. Trotz Regen machten sich am Pfingstsonntag über 100 Landsberger Football-Anhänger auf den Weg nach Königsbrunn und feierten mit ihrer Mannschaft einen überzeugenden 26:14-Auswärtssieg.

Die Landsberger sind damit wieder voll im Geschäft um Rang eins in der Bayernliga Süd. Die Wetten waren zwar zuvor eher zugunsten der Königsbrunn Ants gestanden. Mit dem neuen Trainer hatten die Nachbarn auch zahlreiche gute Spieler dazu bekommen und aus drei Spielen beeindruckende 103:23 Punkte zu Buche stehen – während die Ants also in diesem Jahr auch offensiv deutlich verstärkt sind, blieb der X-Press bei der Auswärtsniederlage in Fürth zuletzt deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Ganz anders in Königsbrunn: Die letzten Zuschauer hatten ihre Plätze noch nicht eingenommen, da hatten sich die Gäste schon bis an die gegnerische Endzone vorgearbeitet. Nach einem 5-Yard-Pass stellte Schäfer nach wenigen Minuten auf 6:0 und verwertete auch die folgende 2-Point-Conversion.

Dann gab es Anschauungsunterricht in punkto „lange Pässe“. Zweimal holte X-Press-Quarterback Jason Bertrand weit aus, zweimal warf er das Ei über 35 Yards, zweimal packte Wide Receiver Dominik Krahn sicher zu und sorgte so für den Halbzeitstand von 20:0. Obwohl die Gastgeber schon bis dahin mit einigen Drives gezeigt hatten, dass sie ebenfalls über eine starke und flexible Offensive verfügen, wurden die Landsberger nach der Pause zunächst etwas nachlässig und agierten zu passiv. „Es ist das passiert, was wir befürchtet hatten“, meint auch X-Press-Präsident Knut Dins, „obwohl wir es in der Halbzeit angesprochen hatten, war das Spiel für manche offenbar schon ein wenig abgehakt.“

Die Interception, die Bertrand im dritten Viertel warf, will ihm Dins zwar angesichts des heftigen Dauerregens nicht ankreiden. „Wenn der Ball so nass ist, passiert das ganz schnell, der muss nur einen Tick falsch aus der Hand kommen. Aber dann hat unsere Defense ein bisschen geschlafen.“ In der Tat ließ man die Ants zusehends mehr ins Spiel kommen. Zum Glück für den X-Press wurde ein Touchdown nach einem feinen Spielzug der Königsbrunner wegen eines Chop Blocks noch zurückgepfiffen, doch die Ants arbeiteten sich auch danach konsequent weiter nach vorne und kamen zunächst auf 7:20, im letzten Viertel mit einem Lauf gar auf 14:20 heran.

Als es schon schien, dass sich die vergebenen 2-Point-Conversions für den X-Press rächen könnten, schlug man noch einmal zu. Bertrand passte nach links auf Stiller, der war nicht mehr aufzuhalten und baute den Vorsprung wieder auf 14:26 aus. In einer eigentlich starken Phase der Königsbrunner wurde somit das Spiel zugunsten Landsbergs entschieden, befand auch Dins. „Hätten sie uns da gestoppt, hätten wir sie danach vielleicht nicht mehr stoppen können.“

So aber war den Ants der Zahn gezogen, sie ließen sich gegen Spielende vom X-Press immer weiter zurückdrängen; spätestens mit ihrer Interception in den letzten zwei Minuten war der Spielausgang dann klar – die X-Men durften sich von ihren zahlreichen mitgereisten Fans lautstark feiern lassen. 

Gegner in Schach halten

Kein Wunder, dass Dins nach dem Sieg beim Spitzenreiter zufrieden war, zumal man den wichtigen Platz eins in der Gruppe jetzt wieder selbst in der Hand hat. „Bis auf das dritte Viertel hat unsere Defense die wirklich starke Königsbrunner Offense gut in Schach gehalten, wir hatten auch die Line-backer gut im Griff“, freute sich der Vereinschef. „Entscheidend war sicher auch, dass wir sehr früh wieder die Uhr unter Kontrolle hatten.“

Nicht ganz so glücklich ist Dins allerdings mit seiner Kaderausstattung. „Wir sind leider dünn besetzt“, meint er auch angesichts einiger Verletzungen. „Wenn die Leistungsträger ausfallen, wird's bei uns einfach sehr eng.“ In Königsbrunn gab es in dieser Hinsicht nicht unbedingt Entwarnung zu vermelden. Bei Dominik Schäfer reicht es derzeit nach seiner Schulterverletzung nur für eine Halbzeit und den Landsbergern fuhr regelrecht der Schock in die Glieder, als plötzlich Quarterback Jason Bertrand vom Feld humpelte. „Er hat sich wohl leicht am Knie verletzt“, berichtet Dins, „ich hoffe aber, dass es nichts ernsthaftes ist.“

Somit sollte der Kanadier auch am 2. Juni in Aschaffenburg auflaufen können. Zum ersten Heimspiel lädt der X-Press dann erst am 15. Juni (17 Uhr) gegen Schweinfurt ins Sportzentrum.

Christoph Kruse

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