Aufstiegszug abgefahren

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Wenig Einsatz zeigten die Fußballer des TSV Landsberg gegen Kaufbeuren und verspielten damit die letzten sicheren Chancen um den Aufstieg.

Landsberg – Der Traum vom Relegationsplatz ist für den TSV Landsberg vorbei. Wie man die geringen Restchancen auf den Aufstieg beim 0:1 (0:0) in Kaufbeuren geradezu verschenkte, ließ Fans, Funktionäre und vor allem den Trainer bitter enttäuscht zurück.

Sven Kresin stellt nach der indiskutablen Vorstellung sogar seine Kaderplanung für die kommende Saison auf den Prüfstand. „Wer nicht aufsteigen will und offensichtlich in der Liga bleiben will, wo er meint, den Ansprüchen zu genügen, soll das tun. Aber nicht in Landsberg“, so der 36-Jährige, der stocksauer war: „Ich konnte das nicht glauben und ich kann es immer noch nicht zuordnen.“

Die Verärgerung ist verständlich, zu enttäuschend war der Auftritt seiner Truppe bei den Allgäuern, die noch gegen den Abstieg kämpfen. In der Begegnung auf schwachem Niveau ließen die Landsberger unverständlicherweise sogar den Einsatz fehlen. In der Pause hatten es zwei Spieler nicht eilig auf dem Weg in die Kabine, sondern plauschten lieber noch mit Bekannten aus alten Kaufbeurer Zeiten. Auf dem Feld ging es ebenfalls freundschaftlich zu: statt den Gegner ins Laufen zu bringen, trabte man selbst meist hinterher. Als Offensivrezept hatte man fast nur lange Bälle im Repertoire, wenn diese einmal ankamen, wurden sie fast ohne Gegenwehr wieder abgegeben. 

Vorne schwach, hinten auch: Der einzige Treffer der Partie fiel nach einem haarsträubenden Fehler, als der Landsberger Defensivspieler einen bereits abgewehrten Ball aus unerfindlichen Gründen in den voll besetzten Strafraum zurückspielen wollte, ihn dabei noch nicht einmal richtig traf und so Sontheimer besser in den Lauf legte, als das dessen Mannschaftskollegen das gesamte Spiel über hinbekamen – aus spitzem Winkel bedeutete das das 1:0 nach 48 Minuten. „Da können wir ihn uns ja auch gleich selber reinschießen“, meinte Kresin. „Das war ja nicht der erste Fehler des betreffenden Spielers, der uns Punkte gekostet hat.“ 

Kresin wechselte sich noch selbst ein, doch seiner Mannschaft war an diesem Tag nicht mehr zu helfen, auch wenn es zum Schluss noch einmal turbulent wurde: In der Nachspielzeit ahndete der Schiedsrichter ein absichtliches Handspiel eines Kaufbeurer Spielers im Fünfmeterraum nicht, sondern entschied auf Freistoß für die Gastgeber.

Für den TSV wäre aber wohl ohnehin auch ein Punkt zu wenig gewesen; jetzt ist der Aufstiegszug endgültig abgefahren. Gundelfingen auf Platz zwei dürfte keinen Punkt mehr machen, somit müsste aber Raisting gegen den FCG gewinnen – dann aber wären die Nachbarn wiederum nicht mehr einzuholen. Für die Landsberger eine bittere Pille, da eine bessere Platzierung möglich gewesen wäre; mit den Punkten, die man leichtfertig verschenkt hat, wäre auch Rang eins machbar gewesen. „Wenn es drauf ankam, haben wir versagt.“ 

Der blutleere Auftritt in Kaufbeuren hat beim Coach das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht. Hatte man bisher verlautbart, dass man die Mannschaft im Wesentlichen zusammenhalten möchte, sieht das jetzt anders aus. „Wenn man sich immer wieder so präsentiert, muss ich auch abwägen. Dann ist nicht der Aufstieg das wichtigste, sondern dann müssen wir den Kader so verändern, dass wir diese Lethargie rausbekommen.“ Das dürfte einen personellen Umbruch bedeuten, zumal der Ehrgeiz des Trainers ungebrochen ist. „Die sechs Spiele, die wir in Folge nicht verloren haben, haben ja auch mir Freude gemacht, aber die zwei letzten Spiele bringen mich zum Nachdenken. Ich will nicht auf der Stelle treten. Mit dieser Mannschaft kann ich im Sommer nicht sagen, ich will aufsteigen, denn da lande ich wieder nur auf Platz vier oder fünf.“ Die Konsequenz ist klar: „Wir werden auswechseln, auch Leute, auf die wir eigentlich gesetzt hatten.“

Zwei Spiele hat der TSV noch zu bestreiten. Auch wenn es um nichts mehr geht, will Kresin die Partien in Gerolfing (am heutigen Mittwoch) und zuhause gegen Memmingen (Samstag, 16 Uhr) nicht abschenken: „Wir wollen uns ordentlich verabschieden und sechs Punkte holen.“

Christoph Kruse

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