Es fehlt an "Abgezocktheit"

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Auch wenn er die Entscheidungen der Schiedsrichter nicht immer nachvollziehen konnte – am Ende musste TSV-Trainer Sven Kresin zugeben: „Wir haben das Spiel schon selbst verloren.“

Landsberg – Die Hausaufgaben für die Winterpause hat den Landsberger Bayernliga-Fußballern der letzte Gegner in den Block diktiert: „Abgezocktheit und Effizienz“ hatte der Gast aus Rain dem Aufsteiger nach Beobachtung von TSV-Trainer Sven Kresin voraus – die 0:3-Niederlage fiel deutlich zu hoch aus.

„Wir hätten überhaupt nicht verlieren müssen“, so Kresin nach der Partie, „wir waren über weite Strecken die dominierende Mannschaft und hatten jede Menge Chancen.“ Tatsächlich hatten die Landsberger nach wenigen Minuten das Spiel scheinbar im Griff und setzten den Tabellendritten mächtig unter Druck. 

Mehrfach brachen Nuscheler über die rechte und Fülla über die linke Seite mit dem Ball in den Strafraum durch. „Das haben wir sehr gut gemacht, aber dann fehlt uns der letzte Tick“, sagt Kresin – die Hereingaben oder Abschlüsse ließen nach guter Vorarbeit die Präzision vermissen. Die zeigte dafür der Gegner. Zwar war von Top-Torjäger Sebastian Kinzel über 90 Minuten so gut wie nichts zu sehen – trotzdem war der 26-Jährige an allen drei Toren der Gäste beteiligt. 

Beim 0:1, das mitten in eine Drangphase der Landsberger fiel, legte er im Mittelfeld gedankenschnell den Ball per Kopf auf Habermeyer ab. Nach dessen Schuss staubte Friedl zum Tor ab – allerdings war zuvor ein harter Einsatz der Rainer von Schiedsrichter Hummel offenbar übersehen worden. „Das war ein klarer Bodycheck gegen Arek Wochnik“, ärgerte sich Kresin. 

Es war nicht das einzige Mal, dass die Landsberger mit dem Unparteiischen-Trio haderten. Stürmer Philipp Siegwart wurde gleich mehrfach rüde von den Beinen geholt, ohne dass ein Pfiff ertönte. Negativer Höhepunkt: Nach Kampf um den Ball an der Außenlinie ließ sich Triebel zu einem Nachtreten hinreißen. „Klare Rote Karte“ befand Kresin; weder seine Meinung, noch die wütenden Proteste der knapp 400 Zuschauer beeindruckten allerdings den Referee. Der leistete sich noch eine weitere grobe Fehlentscheidung: Als ein Rainer Verteidiger in der 62. Minute eine hohe Rückgabe auf das eigene Gehäuse spielte, übersah er offenbar, dass Torhüter Lutz weit herausgekommen war. 

Zwar holte der Keeper den Ball mit einem spektakulären Hechtsprung noch von der Linie, allerdings hätte es dann an derselben Stelle indirekten Freistoß geben müssen, wie selbst Rains Trainer Josef Meier einräumte. Die Aktion sei eine „unabsichtliche Rückgabe“ gewesen, beschied der Referee nach dem Spiel den Landsbergern, sehr zum Ärger von Trainern und Spielern. 

Kresin reagiert mit Sarkasmus: „Benni Hauke hat sich die Nase wahrscheinlich auch gebrochen, weil er auf den Rasen gefallen ist und nicht, weil er einen Ellbogen abbekommen hat“, kommentiert er die verletzungsbedingte Auswechselung seines Innenverteidigers. Kresin will die Leistung der Unparteiischen allerdings nicht weiter kommentieren und konstatiert: „Wir haben das Spiel schon selbst verloren.“ So hieß es bei Lutz' irregulärer Rettungsaktion auch bereits 0:2, weil Kinzel kurz zuvor wieder einmal seine Kaltschnäuzigkeit bewiesen hatte. Als sein Gegenspieler unter einem weiten Ball durchsprang, machte sich Rains Angreifer auf den Weg Richtung Tor und tunnelte TSV-Keeper Heiland zu seinem 29. Saisontor. Den Landsbergern war damit sichtlich der Zahn gezogen, auch die Einwechslungen von Strohhofer und Neuhaus zeigten keine Wirkung. 

Dagegen setzte Kinzel kurz vor Schluss noch einen drauf. Mit einer genauen Vorlage schickte er Suszko auf die Reise, der im Strafraum drei Gegenspieler aussteigen ließ und zum Endstand einschoss. Besonders bitter am 0:3: Den Gastgebern war eigentlich an diesem Nachmittag nichts vorzuwerfen. „Die Leistung hat gepasst, die Mannschaft hat alles gegeben, gut gespielt und sich auch Chancen erarbeitet“, resümiert der Trainer. „Manchmal fehlt dann einfach auch ein bisschen Glück, wenn die Dinger um Zentimeter vorbeigehen.“ 

Ausschließlich mit Pech hat die mangelnde Chancenverwertung für Kresin aber nicht zu tun. „Da geht es schon auch um Entschlossenheit vor dem Tor.“ Man habe in den bisherigen Spielen gesehen, dass man mit allen Gegnern mithalten könne. „Wir haben uns spielerisch nichts vorzuwerfen, aber gegen die Top-Teams fehlen uns dann manchmal die letzten paar Prozent und die Cleverness, um diese Spiele auch zu gewinnen.“ 

Daran will der Trainer mit seinen Spielern über den Winter „gezielt arbeiten“. Zeit dafür hat er bis 1. März, dann steht das Nachholspiel in Hankofen-Hailing an. Danach geht es für den TSV nach Wolfratshausen; das nächste von sechs verbleibenden Heimspielen steigt dann am 14. März gegen Unterföhring.

Christoph Kruse

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