Pfeilschnell zum Europameister

Bogenschütze Horst Borchert glänzt mit EM-Titel und Weltrekord

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Konzentriert visiert Borchert sein nächstes Ziel an.

Landsberg – Drei Monate Kraftaufbau haben dem Feldbogenschützen Horst Borchert vom Verein Landsberger Bogenschützen offenbar zum großen Titel gereicht: Er erzielte nicht nur Gold bei der EM im Feldbogenschießen im niederländischen Doorwerth, sondern obendrein noch einen Weltrekord.

Nach fünf Tagen Wettkampf auf hügeligem Gelände bei mitunter schwierigen Bedingungen holte sich der Landsberger Feldbogenschütze Horst Borchert den EM-Titel. In der Bogenklasse „Traditioneller Recurvebogen“ bewies er bei den über 55-Jährigen wahres Fingerspitzengefühl, mit dem er sogar einen neuen Weltrekord aufstellte. In der sogenannten Jagdrunde, bei der auf Tierbilder geschossen wird, erreichte er 478 Punkte – und toppte damit die bisherige Höchstleistung.

Eine Sensation, da die Schützen mit ihren Recurvebögen keine Visiere zum Zielen verwenden und die Bögen größtenteils aus Holz bestehen. Schnell ist Borcherts Pfeil dank guter Bogenmanufaktur aber trotzdem. „Wenn der Pfeil das Bogenfeld verlässt, erreicht er eine Geschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde.“

Ein wirkliches Rezept für seinen Erfolg im Feldbogenschießen hat Borchert nicht. Beim Sport verlässt er sich hauptsächlich auf seine Erfahrung und sein Gefühl. „Ehrlich gesagt bin ich der Trainingsfaulste“, gibt der Europameister zu. „Ich sage immer: Beim Training verschwendet man sinnlos Kraft“. In der Vorbereitungszeit für die EM habe er sich vor allem auf den Muskelaufbau und weniger aufs Zielschießen fokussiert.

Borchert lernte den Bogensport ganz zufällig kennen. „Ich war mit meinem Hund unterwegs und habe aus dem Waldstück zwischen Landsberg und Erpfting einen Mann mit Bogen kommen sehen. „Ich habe ihn gefragt, was er damit macht, und später hat er mich dann zum Training im Verein eingeladen.“

Mittlerweile widmet sich Borchert seit zehn Jahren dem Sport und beschreibt seine Leidenschaft als eine Art Sucht. „Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören“, lacht er.

Nicht nur im Feldbogenschießen hat Borchert schon an internationalen Wettkämpfen teilgenommen. „Im 3D-Bogensport war ich bei zwei Welt- und zwei Europameisterschaften dabei.“ Dabei wird auf Tierattrappen geschossen. So erfolgreich wie jetzt sei er zuvor wegen starker Gegner aber nicht gewesen. „Ich war immer so unter den besten zehn“, sagt er.

Jetzt, mit dem großen Sieg, hat sich Borchert auch für die kommende WM in Estland qualifiziert. Ob er aber tatsächlich antritt, ist noch unklar. „Man sponsert sich beim Bogenschießen selbst. Flug und Hotel muss ich also selbst bezahlen und da überlege ich noch“, meint Borchert. Leider sei Bogenschießen eine Randsportart und erwecke bei Firmen wenig Interesse.

Zudem stünde die Sportart durch negative Schlagzeiten häufig im schlechten Licht und auch der Tierschutzverein habe sich schon eingeschaltet. „Es wurde sich darüber beschwert, dass wir auf Attrappen bedrohter Tierarten schießen. Die Menschen sehen die Tradition hinter dem Sport nicht“.

Warum ihm der Sport so gut gefällt? „Ich bin nicht auf eine Mannschaft angewiesen“, meint Borchert. „Man hält sich fit und stärkt die Rückenmuskulatur.“ Außerdem gäbe es keine Altersbegrenzung und man könne bis ins hohe Alter schießen. „Einige Mitglieder unseres Vereins sind an die 70 Jahre alt“, beteuert er.

Emilia Pallmer

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