TSV wieder auf Kurs

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Endlich wieder ein Sieg für den TSV Landsberg: Torhüter Tobias Heiland hatte gegen Bobingen nicht allzu viel zu tun – der 2:1-Sieg für die Gastgeber war hart erarbeitet.

Landsberg – Der Weg zum ersten Erfolg im Kalenderjahr war steinig: Mit 2:1 (1:1) besiegte der TSV Landsberg den TSV Bobingen – hochverdient, aber mühsam. „Egal, wichtig sind die drei Punkte“, meinte Abteilungsleiter Sepp Hintermeier nach der Partie.

Gut eineinhalb Stunden zuvor hatten die Zuschauer den typischen TSV im Jahre 2013 zu sehen bekommen. Ein eigentlich aussichtsreicher Freistoß nach drei Spielminuten wurde sichere Beute von Bobingens Torhüter Hiljanen, Landsbergs Coach Sven Kresin forderte dreimal lautstark zum „Umschalten“ auf, seine Spieler taten ihm den Gefallen aber nicht: In aller Ruhe schlug Hiljanen ab, Abdurrahman verlängerte im Mittelfeld per Kopf, zwischen den Verteidigern Stahl und Knechtel lief Roland Fox durch und überlupfte den halb herausgelaufenen Torhüter Heiland zum 0:1.

Der Lapsus hätte die Gastgeber beinahe zumindest einen Punkt gekostet, auch wenn das dem Spielverlauf nicht gerecht geworden wäre. Ganze drei Mal kam Bobingen an diesem Nachmittag zum Abschluss – das Tor schon mitgezählt. Die Landsberger setzten ihre Gegenspieler aggressiv unter Druck und das bekam den Gästen überhaupt nicht. „Man darf Bobingen nicht ins Spiel kommen lassen, das ist uns diesmal gut gelungen. Wir sind hinten gut gestanden und die konnten keine gepflegten langen Bälle spielen, sondern mussten sie unter Druck oft einfach rausschlagen“, so Kresin.

Seine Truppe zeigte die deutlich bessere Spielanlage. Salemovic wies seine Fähigkeiten mit einigen perfekt gespielten Bällen nach und war auch an allen entscheidenden Szenen beteiligt. Dabei wurde dem 24-Jährigen nach knapp zwölf Minuten noch ein eindeutiger Strafstoß verwehrt, als er den Ball an Hiljanen vorbeigelegt hatte und der ihn mit beiden Händen von den Beinen holte. Der Linienrichter hatte zuvor zwar ganz genau hingeschaut, als er einen Landsberger Betreuer in die Kabine schickte, um fehlende Hütchen vor der Coaching-Zone zu besorgen; in dieser Szene fehlte ihm dann aber der Durchblick, nach kurzer Bedenkzeit winkte er ab. Der Referee verließ sich auf seinen Assistenten und entschied auf Abstoß – zum Entsetzen der Zuschauer und von Kresin, der fassungslos fünf Meter tief im Spielfeld stand und sich beschwerte. „Ich möchte zum Schiedsrichter eigentlich nichts sagen. Aber das war natürlich ein klarer Elfmeter und das kann in einem solchen Spiel entscheidend sein.“

Das war es dann aber doch nicht. Erneut Salemovic steckte auf Fülla durch und der drosch die Kugel aus rund zwölf Metern unhaltbar rechts oben in die kurze Ecke zum 1:1 (34.). Kresin: „Das freut mich für ihn, ich hoffe, dass er das Selbstvertrauen, das er in der Szene gezeigt hat, in die nächsten Spiele mitnehmen kann.“ Vier Minuten später spielte Salemovic einen quasi identischen Pass auf Nuscheler, dessen Schuss parierte Hiljanen allerdings noch mit den Fingerspitzen. Kurz nach der Pause war es dann Storhas, der von der Strafraumgrenze einen Schuss volley über das Gehäuse setzte. Fast hätte sich der Schlendrian dann noch gerächt, doch Abdurrahman hatte nicht seinen besten Tag. Zunächst köpfte er unbedrängt in die Arme von Heiland (53.), dann schob er nach einem Alleingang das Spielgerät am Tor vorbei (65.). Nuscheler machte es besser: Nach einem Konter über Salemovic und den eingewechselten Gilg fiel ihm der Ball auf der rechten Seite vor die Füße, gegen seinen platzierten Flachschuss hatte der Bobinger Torhüter dann keine Chance.

Dass die Landsberger noch drei gute Gelegenheiten ausließen, spielte zum Schluss keine Rolle mehr. „Das ist alles nicht ganz so einfach, wenn man dreimal verloren hat“, zeigte Kresin Verständnis. Davon, dass seine Mannschaft jetzt wieder um die beiden ersten Plätze mitspielen kann, will der Trainer nichts wissen. „Das will ich nicht mehr in den Mund nehmen. Da oben haben wir offensichtlich nichts verloren, das haben wir mit dieser Rückrunde praktisch schon vergeigt. Wir haben jetzt auch nicht mehr die Spitzenmannschaften vor der Brust.“

Diese Woche darf der TSV zweimal im Hacker-Sportpark antreten. Am heutigen Mittwoch kommt um 19 Uhr Ottobeuren zum Nachholspiel. Der Tabellen-16. spielte zuletzt 4:4 in Königsbrunn, „man sieht also, dass sie Tore schießen, aber auch kassieren können“, so Kresin. Am Samstag (14 Uhr) empfängt seine Mannschaft dann den TSV Mindelheim, „ein spielerisch guter Gegner, der aber oft die gleichen Fehler wie wir macht.“

Christoph Kruse

Drei Punkte

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