Bibbern, Bangen und Beigl

Indisponierte Landsberger siegen mit 1:0 im Abstiegsgipfel

+
Kein leichtes Spiel hatte der TSV gegen Hankofen, vor allem im hart umkämpften Mittelfeld. Aber Glück verhalf Landsberg (in weiß) letztendlich zum Sieg mit 1:0. Den Treffer erzielte Dominik Schön.

Landsberg – Da dürfte vor dem ersten Training der neuen Woche der ein oder andere Schoko-Hase auf dem Kabinen-Platz von Philipp Beigl auf den Torwart gewartet haben. Denn vor allem seinem Schlussmann kann es der TSV Landsberg gutschreiben, dass es im Keller-Duell mit der SpVgg Hankofen-Hailing am vergangen Samstag keine ganz empfindliche Niederlage setzte. Dank seines formstarken letzten Manns und einer guten Portion Dusel wurschtelten sich die Lech-Kicker zu einem schmeichelhaften 1:0-Heimsieg im Sechs-Punkte-Spiel.

3, 24, 25, 26, 27: Die Wetter- und Spielabsage-Kapriolen der vergangenen Wochen haben dazu geführt, dass die Tabelle der Bayernliga sich derzeit völlig zerfleddert darstellt. In sämtlichen Regionen des Klassements weisen die Teams eine unterschiedliche Anzahl an bestrittenen Partien auf, Rechenspiele aufzustellen und Szenarien für den Saison-Endspurt zu durchzuspielen, wird so zum aussichtslosen Unterfangen. Doch klar ist trotz aller Verwerfungen: Hätte der TSV Landsberg seine jüngste Partie gegen Mit-Kellerkind Hankofen-Hailing vergeigt, wäre dies einem herben Dämpfer für die Mannschaft von Coach Guido Kandziora im Abstiegskampf gleichgekommen. 

Der Trainer selbst hatte am Samstagnachmittag in der 59. Minute erst einmal genug gesehen. „Mir hat unser Zentrum nicht gefallen, mir haben unsere Außen nicht gefallen“, schimpfte er nach der Partie, als er die erste knappe Stunde Revue passieren ließ. Die Folge: Der 49-Jährige wechselte dreifach; David Mihajlovic, Andreas Fülla und Adrian Zuka mussten für Daniel Neuhaus, Martin Hennebach und Rainer Storhas Platz machen. „Ich wollte Schwung reinbringen“, begründete Landsbergs Trainer seine ebenso unorthodoxe wie riskante Entscheidung, die gut zehn Minuten später aber Früchte trug. 

Denn da fiel das einzige Tor des Tages. Und was bis zu diesem Zeitpunkt wohl kaum einer der 340 Zuschauer geglaubt hätte: Es war Gäste-Torwart Mathias Loibl, der den Ball aus seinen Maschen klauben musste: Landsbergs Sebastian Bonfert war einige Meter in Richtung Strafraum vorgedrungen und hatte den Ball aus dem Fußgelenk in Richtung Elfmeterpunkt gechipt, wo Dominik Schön den Kopf hinhielt, 1:0 (70.). 

Was in der Vorwoche gegen Tabellenführer Heimstetten überhaupt nicht geklappt hatte, war nun eingetreten, Landsberg hatte gnadenlose Effizienz bewiesen. „Hankofen-Hailing hatte die besseren Chancen“, gestand auch Kandziora ein, der am Vortrag seiner Schützlinge über wenige Strecken wenig Gefallen fand. 

Denn trotz der großen Bedeutung der Partie sah er sein Team anfangs kaum ein Bein auf den Rasen bringen. „Wir waren total motiviert“, berichtete Gäste-Coach Gerald Huber, dessen Mannschaft die komplette erste Hälfte und auch über weite Strecken des zweiten Durchgangs zwingender agierte. 

Schon in der allerfrühsten Anfangsphase musste Beigl mehrmals Kopf und Kragen riskieren, gleich mehrere Heldentaten kamen für den Matchwinner im weiteren Spielverlauf dazu. Dementsprechend verständlich war die „extreme Enttäuschung“, an der Huber und sein Team aufgrund des Ergebnisses hernach zu knabbern hatten. „Wir hatten das Spiel lange Zeit im Griff, haben nix zugelassen und sind zu vielen Möglichkeiten gekommen“, fasste er zusammen. 

„Ein dreckiger Sieg“ 

Doch Beigl, Landsberger Massel und einiges an Hankofen-Hailinger Unvermögen ließ die wackeligen Gastgeber auch noch die Schlussphase unbeschadet überstehen. Hubers Gegenüber Kandziora schnaufte beim Abpfiff erst einmal tief durch. „Ein dreckiger Sieg“, waren er und Abteilungsleitungs-Mitglied Andreas Jörg sich anschließend einig. 

Viel Zeit, die nervenaufreibende Partie zu verdauen, bleibt den Landsbergern aber nicht. Denn schon am heutigen Mittwoch ist der TSV abermals zuhause gefordert. Zumindest laut Spielplan. Denn nachdem das Duell mit dem ASV Neumarkt bereits mehrfach geplatzt ist – unter anderem am Mittwoch vergangener Woche –, steht ab 18.30 Uhr das Nachholspiel-Nachholspiel-Nachholspiel im 3C-Sportpark an, ehe am Samstag um 14 Uhr die erste Auswärts-Aufgabe seit dem Ende der Winterpause auf die Landsberger wartet: Mit dem FC Ismaning trifft die Mannschaft um Kapitän Philipp Siegwart auf einen Gegner, der sich ebenfalls über weite Strecken der bisherigen Spielzeit mit Abstiegssorgen plagen musste, mit sieben Punkten aus drei Spielen – darunter ein 2:1-Erfolg am Wochenende gegen Heimstetten – aber bravourös ins neue Jahr gestartet ist. „Von unserem Sieg gegen Hankofen-Hailing können wir uns nix kaufen“, weiß auch Kandziora. Nachlegen sei nun angesagt. „Es geht Schlag auf Schlag weiter.

Rasso Schorer

Auch interessant

Meistgelesen

Nach herber Niederlage gegen Füssen sichert sich HCL zwei Punkte gegen Bad Kissingen
Nach herber Niederlage gegen Füssen sichert sich HCL zwei Punkte gegen Bad Kissingen
Red Hocks kämpfen am Wochenende um Klassenerhalt
Red Hocks kämpfen am Wochenende um Klassenerhalt
Beste Saisonleistung der HSB reicht nicht zum erhofften Sieg
Beste Saisonleistung der HSB reicht nicht zum erhofften Sieg
Skijöring: Sieger des Lech-Zugspitzpokals stehen fest
Skijöring: Sieger des Lech-Zugspitzpokals stehen fest

Kommentare