Überraschungsbonus ist Geschichte

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Momentan immer präsent: Thomas Spannenberger.

Landsberg – Die Verfolger nehmen sich die Punkte ab, die TSV-Fußballer selbst kamen noch zum späten 1:1-Ausgleich beim Spiel in Kottern und führen die Bayernliga Süd mit zwei Punkten Vorsprung an – auf der Stirn von Trainer Sven Kresin zeigen sich dennoch durchaus Sorgenfalten.

Der sportliche Erfolg ist beeindruckend. 24 Punkte und ein Torverhältnis von +10 haben die Landsberger nach zwölf Spieltagen zu Buche stehen; mehr, als die meisten Experten vor der Saison erwartet hätten. Kresin sieht dennoch angesichts der dünnen Spielerdecke Probleme am Horizont. „Es ist nicht zu leugnen, dass die Belastung jetzt dann langsam an die Substanz geht“, so der 39-Jährige. „Es sind noch zehn Spieltage bis zur Winterpause, da muss uns irgend etwas einfallen.“ 

Zumal der Coach derzeit kaum einem Spieler eine Auszeit gönnen kann. „Ich habe schon Alternativen auf der Bank“, sagt Kresin, „aber nicht für die offensiven Positionen, wo ich sie am dringendsten bräuchte.“ So ist das Spiel im Moment stark auf Spielmacher Muriz Salemovic zugeschnitten, „seine Mitspieler suchen ihn schon sehr oft.“ Manuel Detmar (Kreuzbandriss) fällt ausgerechnet jetzt länger aus, als er sich laut Trainer „gerade in seinem zweiten Jahr anschickte, zum Stammspieler zu werden“. Auch Qendrim Beqiri wird noch mindestens einige Wochen fehlen, „er könnte Muriz unterstützen“. 

Immerhin macht ein anderer Mittelfeldakteur Trainer und Zuschauern im Moment richtig Freude. „Wenn ich sehe, wie präsent Thomas Spannenberger ist und was der an Pensum abreißt, ist das schon schön, zu sehen“, lobt der Übungsleiter. In Kottern belohnte sich der 27-Jährige dann vor knapp 600 Zuschauern kurz vor Schluss selbst für seine wieder einmal gute Leistung. Nach einem Einwurf legte Strohhofer den Ball an den langen Pfosten, Spannenberger schloss aus rund sieben Metern ab. 

Dass es für die Gäste in Kottern dennoch nur zu einem Punkt reichte, kam zumindest statistisch nicht ganz unerwartet; für die Allgäuer war es bereits das fünfte Remis in Folge. „Kottern spielt nicht schlecht, aber nach vorne zu harmlos“, hat Kresin beobachtet. „In der zweiten Halbzeit hätten wir auch den Sieg einfahren können, als der Gegner nur noch den Ball nach vorne geblasen hat.“ Selbst das Gegentor in der ersten Halbzeit wäre vermeidbar gewesen, „wenn wir den Ball da ordentlich verteidigt hätten.“ 

Durch einen individuellen Fehler brachte man sich selbst in Schwierigkeiten, letztlich verursachte Buschel den unstrittigen Strafstoß, den Penz verwandelte (29.). Leichter als in Kottern wird die Aufgabe auch am kommenden Samstag (16 Uhr, Hacker-Sportpark) nicht, wenn Vilzing zum Spitzenspiel gastiert. „Die waren hinten schon immer ziemlich eklig zu spielen“, weiß Sven Kresin, „jetzt haben sie einen neuen Trainer aus Hankofen, der auch weiß, wie man eine Mannschaft formt, da habe ich durchaus Respekt.“ 

Der Überraschungsbonus für die Landsberger dürfte angesichts der Erfolgsserie auch Geschichte sein, wie der Coach weiß. „Die Spiele werden für uns immer enger werden, da mache ich mir keine Illusionen.“ Dennoch hofft er – auch bei parallel laufender Bundesliga – auf großen Zuschauerzuspruch am Samstag. „Wer sich für Fußball interessiert, schaut sich das schon an, wenn der Dritte zum Tabellenführer kommt, denke ich.“

Christoph Kruse

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