Grenze der Unfairness

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Sven Gäbelein (links) und Torhüter Paul Kienle (Mitte) hatten – wie hier den EC Pfaffenhofen – am Wochenende auch den SC Riessersee beim ersten Punktspiel im Griff.

Landsberg – Beeindruckendes zeigten die Riverkings im ersten Punktspiel in der Landesliga vor knapp 300 Zuschauern: Lediglich ein Drittel lang konnte der SC Riessersee beim 10:1 (2:1, 4:0, 4:0) mithalten, danach wurden er von den Gastgebern nach allen Regeln der Eishockey-Kunst auseinandergenommen.

Das angekündigte Experiment mit den routinierten Landsberger Trainern, die diesmal wieder selbst zum Schläger griffen, ging dabei voll auf. Sowohl Alex Wedl als auch Markus Rohde zeigten eine starke Leistung und bewiesen, dass sie ihren Nachwuchskräften noch einiges beibringen können. Mittelstürmer Rohde war an drei Treffern direkt beteiligt, Neuzugang Michael Fischer fühlte sich an seiner Seite ebenfalls sichtlich wohl. Dreimal traf er selbst und legte zudem weitere zwei Tore auf. Kurios: Das 1:0 erzielte der Außenstürmer nach gerade einmal 13 Sekunden – und dabei handelte es sich bereits um einen Nachschuss. 

Nach einer Konfusion in der Landsberger Hintermannschaft kam der SCR zwar schnell zum Ausgleich durch Mayer, doch erneut Fischer kaufte den Gästen den Schneid dann schon fast ab. In Unterzahl attackierte er den scheibenführenden Verteidiger, nahm ihm das Spielgerät ab und markierte souverän im Alleingang das 2:1. Angesichts der dünnen Personaldecke (zwölf Feldspieler) und zunehmender Landsberger Überlegenheit setzten die Garmischer im Mittelabschnitt auf Körpereinsatz bis zur Grenze der Unfairness. Zwar fuhren beide Teams ihre Checks konsequent zuende, einige Gästespieler probierten es dabei aber vorwiegend mit dem Einsatz ihrer Ellbogen. Dass die Schiedsrichter das nicht durchgängig ahndeten, schien die Riverkings eher noch anzuspornen.

Zwischen der 25. und der 30. Minute schlug es praktisch im Minutentakt hinter Kraus im SCR-Tor ein. Nach starkem Einsatz von Kerber traf Gebhardt im zweiten Nachschuss, Fischer setzte einen verdeckten Schuss über den rechten Innenpfosten zum 4:1 ins Netz. Als Garmisch dann einen 2/1-Konter versiebte und Gäbelein im Gegenzug aus spitzem Winkel auf 5:1 erhöhte, war die Partie entschieden – zumal Rohde gleich darauf nach einem unwiderstehlichen Antritt sämtliche Gegenspieler verlud und locker auf 6:1 stellte. Im Schlussdrittel hatten die Gäste dann offensichtlich genug und setzten wieder auf eine etwas ruhigere Gangart.

Der Torhunger der Landsberger war dagegen noch lange nicht gestillt, ob in Unter- oder Überzahl, man ließ nicht locker, bis das Ergebnis tatsächlich zweistellig war. Nach der Schlusssirene brach sich der Frust bei SCR-Stürmer dann noch einmal Bahn – für ein überflüssiges Foul an Landsbergs Torhüter Schedlbauer holte er sich weitere zehn Strafminuten ab.

In ihrem nächsten Heimspiel am Sonntag (17 Uhr) dürften ausgeglichenere Kräfteverhältnisse herrschen. Dann kommt der ESC Kempten an den Lech. Mit den Allgäuern hat man aus der Vorbereitung noch eine sportliche Rechnung offen und sich in der vergangenen Saison enge Spiele geliefert. Ob Eric Mascall, der im Spiel gegen den SCR (vermutlich mit Schleudertrauma) zwischenzeitlich ins Krankenhaus gebracht wurde, dann wieder mitwirken kann, war bei Redaktionsschluss noch offen. Sicher ist dagegen, dass Verteidiger Geisberger noch mehrere Wochen verletzt ausfällt.

Christoph Kruse

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