Meisterschaft schon gewonnen

Auf in die Bayernliga?

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Mit einem 1:0 gegen Geretsried sicherten sich die Riverkings vor heimischem Publikum die Meisterschaft in der Landesliga Süd/West.

Landsberg – Es war alles für ein Topspiel angerichtet – und die rund 650 Zuschauer wurden nicht enttäuscht. In einer schnellen und hochklassigen Partie schlugen die Riverkings den Verfolger aus Geretsried mit 1:0 und machten damit vorzeitig die Meisterschaft in der Landesliga Süd/West perfekt.

Die Bilder nach dem Spiel waren durchaus ungewöhnlich: Trotz der Niederlage durften sich die Geretsrieder vom zahlreich mitgereisten Anhang in der Gästekurve und auch von den Landsberger Fans feiern lassen. Die Riverkings wiederum holten sich ebenfalls den Beifall der ganzen Halle ab. Beide Teams hatten zuvor ihr jeweils bestes Spiel der Saison abgeliefert und einen mitreißenden Kampf gezeigt, der bis zuletzt auf Messers Schneide stand. Beim HCL wusste man offenbar sehr wohl, was an diesem Abend zu erwarten war und bot den bestmöglichen Kader auf.

Auch Trainer Alexander Wedl, am Tag zuvor 45 Jahre alt geworden, schnürte noch einmal die Schlittschuhe und stellte in die erste Angriffsreihe vor sich erstmals Mika Reuter. Der 16-jährige Jugendspieler machte seine Sache ordentlich, für Wedl dürfte es ein besonderes Erlebnis gewesen sein – mit Mikas Vater Christian Reuter hatte er ein Vierteljahrhundert zuvor selbst bereits beim EV Landsberg zusammengespielt.

Nach Krimi in die Play-Offs

Den Ton gaben allerdings zunächst andere an, vor allem die Geretsrieder legten druckvoll los. Beide Mannschaften gingen hohes Tempo, die besseren Chancen gehörten im ersten Abschnitt allerdings den Riverrats. Christoph Schedlbauer im Landsberger Tor musste mehrfach spektakulär agieren, um sein Team vor einem Rückstand zu bewahren. Den ersten Treffer erzielte dann zwar Dörner für den HCL, anerkannt wurde dieser allerdings nicht, da das Tor verschoben war.

Im letzten Abschnitt riss die Partie die Zuschauer endgültig von den Sitzen. Nachdem beide Teams sich erneut beste Gelegenheiten erspielt hatten, war es Markus Rohde, der den einzigen Treffer des Abends erzielte. Mit einer Einzelaktion zog er von rechts vor das Tor und scheiterte zunächst noch an Goalie David Albanese. Allerdings konnte dieser die Scheibe nicht festhalten, Rohde – am Gehäuse schon vorbeigefahren – fasste mit einer Hand artistisch nach und schummelte den Puck unter dem Torhüter durch zum 1:0 über die Linie.

Die Gäste gaben sich damit aber noch nicht geschlagen. Als Geretsried fast zwei Minuten lang in doppelter Überzahl immer mehr Druck aufbaute, musste Schedlbauer sein Team mehrfach spektakulär vor dem Ausgleich retten, einmal half der Pfosten aus und zuletzt schoben die Riverrats den Puck zweimal am leeren Tor vorbei.

Mit dem Erfolg sicherten sich die Landsberger Platz eins, für Geretsried fand die Punktrunde zwei Tage später mit dem 4:2 gegen Bad Aibling und Platz zwei ihr Happy-End. Sollten beide Teams ihre Play-Off-Halbfinals gewinnen, würde man sich somit im Kampf um den Bayernligaaufstieg am 7. und 9. März wiedersehen. Ein würdiges Finale wäre das nach der Partie am Freitag allemal.

Christoph Kruse

Chaos um die Play-Offs

Landsberg – Am Samstag war die Play-Off-Welt in Landsberg und Vilshofen noch in Ordnung. Der HCL hatte sich gerade Platz eins und damit das Heimrecht im Halbfinal-Rückspiel gesichert. In Ober- und Niederbayern wurden Plakate bestellt, Vereine und Fanclubs buchten ihre Busfahrten für das Wochenende. Bis am Montag der Bayerische Eishockey-Verband (BEV) für völliges Terminchaos sorgte...

Zunächst wurde entgegen aller Erwartungen das Heimspiel der Riverkings für Freitag angesetzt, am Sonntag sollte man jetzt nach Vilshofen. Gründe für die Änderung wurden auch auf Nachfrage nicht genannt. Dem KREISBOTEN erläuterte BEV-Geschäftsführer Anton Weitl, dass „der nach Punkten und Toren schlechter platzierte Verein“ zunächst Heimrecht habe. Richtig erhellend war das allerdings auch nicht: Zwar lag Landsberg (60) nach Zählern deutlich vor Vilshofen (51), allerdings spielten die Niederbayern auch in der kleineren Liga. Nach Punkten pro Spiel gerechnet, hatten die Wölfe die Nase sogar hauchdünn vorne: 2,318 gegenüber 2,308.

Da ließe sich nun diskutieren, offenbar auch intern beim BEV. Am späten Nachmittag setzte sich dort die Erkenntnis durch, dass der Meister doch das Rückspiel zuhause austragen dürfe. Kurz nach 17 Uhr erhielt Markus Haschka den Anruf aus München. Verbunden mit einer Entschuldigung wurde dem HCL-Vorstand mitgeteilt, dass man doch zunächst am Freitag in Vilshofen antreten solle (19 Uhr). Damit wurden zum zweiten Mal an diesem Tag Anrufe bei Druckerei und Busunternehmen nötig, auf Vereins- und Fan-Webseiten ging es bis zum Abend bunt durcheinander. Haschka: „Das ist sehr ärgerlich, aber letztendlich haben wir jetzt wieder den sportlichen Vorteil, den wir uns auch erarbeitet haben.“

Ins Finale zieht ein, wer beide Spiele gewinnt, nötigenfalls gibt es Verlängerung und Penaltyschießen. Der HCL weist seine Zuschauer für die Aufstiegsspiele in die Bayernliga noch auf einige Änderungen hin:

• Das Heimspiel am Sonntag beginnt um 17 Uhr. Die Jahreskarten sind nach der Punktrunde abgelaufen und haben für die Play-Offs keine Gültigkeit (ausgenommen sind die Kings-Room-Karten).

• Für Halbfinale und ein mögliches Finale wird ein Topzuschlag von einem Euro erhoben. Die Eintrittskarten kosten somit 6 Euro für Nichtmitglieder, 5 Euro für Mitglieder.

• Wegen des zu erwartenden Andrangs werden die Tickets nicht mehr in der Halle selbst, sondern in den Kassenhäuschen im Untergeschoss verkauft.

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