HCL will in die Bayernliga

Mit Vollgas ins Finale

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Bastian Grundner verwertete vor 1111 Zuschauern eine klasse Kombination zum 3:0 für die Riverkings im Play-Off-Halbfinale gegen Vilshofen.

Landsberg – Die Lechstadt liegt wieder im Eishockey-Fieber: 1111 Zuschauer feierten den 4:2-Sieg gegen Vilshofen, mit dem der HCL in das Aufstiegsfinale einzog. Den möglichen Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga könnte die Mannschaft am Sonntag in Pegnitz perfekt machen (18.30 Uhr).

Viele Zuschauer fühlten sich an alte Zeiten erinnert, die jüngeren Spieler dürften vor einer derart beeindruckenden Kulisse noch nie gespielt haben. „Wahnsinn, da hast du keine Worte mehr“, kommentierte ein überwältigter Vorstand Markus Haschka die vollen Ränge im Rückspiel gegen Vilshofen. Spielertrainer Alex Wedl war ebenso angetan: „Damit hätte ich nicht gerechnet, dass soviele Leute kommen, das war schon sehr beeindruckend.“ Zufällig kam die große Resonanz allerdings nicht zustande, die Riverkings hatten sich die Unterstützung in den letzten Monaten mit viel Einsatz, Teamgeist und Spielfreude hart erarbeitet.

Sieg vor vollem Haus

Auch am Sonntag wurden die Fans nicht enttäuscht. Zwei Tage nach dem 3:3 in Niederbayern (siehe rechts) war erneut ein enges Spiel erwartet worden, doch die Riverkings münzten ihre Überlegenheit diesmal konsequent in Tore um. Zwar musste mit Markus Rohde einer der stärksten Stürmer gesperrt zuschauen, dafür machte es dann die dritte Angriffsreihe ziemlich exakt in seinem Stil: Feike legte von hinter dem Tor zurück, Alex Christian schoss schon nach 124 Sekunden das vielumjubelte 1:0.

Bereits zuvor hatten die Gastgeber zwei gute Chancen herausgearbeitet, offenbar wollte man an diesem Abend erst gar keinen Zweifel aufkommen lassen, wer ins Finale einziehen würde. Die Vilshofener Wölfe hatten sichtlich Probleme mit der Spielanlage der Riverkings. Zu einem geordneten Spielaufbau kamen die Niederbayern zumindest in den ersten 40 Minuten nicht, da ihnen mit aggressivem Forechecking immer schon ein Landsberger auf den Füßen stand.

In den Zweikämpfen hatte der HCL fast immer das bessere Ende für sich. „Das war über weite Strecken schon sehr gut, die jungen Spieler haben von Anfang an richtig Gas gegeben“, war Wedl dann auch zufrieden. „Im Angriff haben wir dann immer wieder die Scheibe tief gespielt, das tut dem Gegner dann eben auch irgendwann weh. Ein paar Phasen hat man aber immer, in denen das nicht so funktioniert.“ 

Den Kopf waschen

In einer dieser „Phasen“ erfuhren einige Akteure dann aber auch, mit wieviel Emotion ihr 45-jähriger Spielertrainer in diesen Play-Offs unterwegs ist. Zwar waren es nur noch gut zwei Minuten bis zur zweiten Drittelpause, doch Wedl ordnete spontan die Auszeit an und wusch auf der Bank einigen Akteuren 30 Sekunden lang deutlich sicht- und hörbar den Kopf. „Ich wollte kein Tor mehr vor der Pause bekommen“, so Wedl auf Nachfrage, „und da haben wir grade drum gebettelt, deswegen wollte ich auch nicht mehr warten. Wir haben bis dahin überragend gespielt. Dann passiert´s aber leider auch, dass junge Spieler bestimmte Anwandlungen bekommen und meinen, sie müssten plötzlich ganz besondere Sachen machen.“

Das gute aus Landsberger Sicht: Zu diesem Zeitpunkt führten die Riverkings schon deutlich. Geisberger hatte mit einem überlegten Schlenzer neben den rechten Pfosten (16.) auf 2:0 gestellt. Dann machte die erste Reihe, in der Mascall für Rohde agierte, das Spiel für Vilshofen zu schnell. Eine Bilderbuchkombination verwertete Grundner im zweiten Versuch zum 3:0 (18.). Im zweiten Durchgang ging es mit Vollgas-Eishockey weiter – allerdings blieb der Erfolg zunächst noch verwehrt. Mehrfach musste Krenn im Vilshofener Tor Kopf und Kragen riskieren, dann rettete zunächst auch die Latte für ihn.

Als die Riverkings in der 29. Minute nach einem Schuss von Wedl dreimal nachfassen durften, hatten viele Fans die Scheibe schon im Tor gesehen, der Puck sprang allerdings vom rechten Pfosten zurück ins Spiel. Stefan Kerber machte dem Spuk dann aber zwei Minuten später ziemlich trocken ein Ende. Mit seinem Gewaltschuss überraschte er Krenn, die Partie war entschieden. Zwar beschränkten sich die Gastgeber im Schlussabschnitt ein wenig zu sehr auf das Verwalten des Ergebnisses und ließen die Wölfe durch einen Nachschuss von Zillinger und einen Bauerntrick durch Vavroch noch auf 4:2 verkürzen.

Die theoretische Chance, das Spiel noch zu drehen, nahm sich Vilshofen dann aber selbst. Als sie zum wiederholten Male mit einem Spieler zu viel agierten, kassierten die Wölfe fünf Minuten vor Schluss eine kleine Bankstrafe, für Reklamieren gab es noch zwei Minuten obendrauf, damit konnte der HCL das 4:2 locker über die Zeit bringen.

Nicht einzuschätzen

Damit ist das erste Ziel erreicht, die Riverkings stehen im Finale um den Aufstieg. Da die Bayernliga zur kommenden Saison auf 14 Teams verkleinert werden soll, schafft voraussichtlich nur der Sieger der Play-Offs den Weg nach oben. Der HCL muss sich dabei mit den Ice Dogs aus Pegnitz messen, die im anderen Halbfinale den ESC Geretsried mit 5:3 und 3:0 souverän aus dem Weg räumten. Wie schon gegen Vilshofen fehlt den Landsbergern die Möglichkeit, den Gegner sportlich einzuschätzen.

Wedl will sich mit solchen Überlegungen gar nicht lange aufhalten. Auch, dass der HCL zunächst zuhause spielt und die Entscheidung am Sonntag in Franken fällt, interessiert ihn wenig. „Play-Offs sind nunmal kein Wunschkonzert. Wichtig ist, dass diesmal auch Markus Rohde wieder dabei ist. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass wir eine gute Chance haben und den Aufstieg dann eben in Pegnitz schaffen.“

Christoph Kruse

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