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Zweimal um die Erde geflogen

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Segelflug - geratshof - Einpacken
Winterfest einpacken war angesagt, auf dem Gelände des Landsberger Segelflugvereins. © FKN

Landsberg/Ellighofen – Ganz schön schwer, so ein Flügel! Dreier-­Teams wuchten ihn in einen Anhänger, anschließend wandern auch die zweite Tragfläche und der schlanke Rumpf hinein. Eben stand da noch ein imposantes Segelflugzeug mit seiner großen Spannweite – nun ist es platzsparend verstaut. Winterpause. Höchste Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die fällt sehr positiv aus, beim Landsberger Segelflugverein Geratshof.

Vor kurzem wiederholte sich dieses Schauspiel einige Male, als rund ein Dutzend Mitglieder des Landsberger Segelflugvereins die gesamte Vereinsflotte auf den Winterschlaf vorbereitete. In Anhängern gelagert, die in einer Art großem Tetris-­Spiel in der vereinseigenen Halle zwischen Ellighofen und Unterdießen platzsparend arrangiert sind, warten die Flugzeuge nun darauf, im Frühjahr wieder ans Tageslicht zu kommen, wenn das Wetter wieder zu schönen Flügen einlädt.

Segelflug - geratshof - Einpacken
Winterfest einpacken war angesagt, auf dem Gelände des Landsberger Segelflugvereins. © FKN

Mit der Aktion ging die diesjährige Flugsaison zu Ende. Und die Landsberger Segelflieger ziehen eine positive Bilanz: Annähernd 2.000 Starts standen dieses Jahr zu Buche. Vom Flugplatz Geratshof aus brechen die weißen Flieger zu weiten Flügen auf. Besonders verlockend: Die Nähe zu den Alpen macht die Region zur idealen Spielwiese für Erlebnisflüge. Bei knapp 900 Kilometern Flugdistanz lag dieses Jahr der Vereinsrekord – erflogen an einem Tag im Juni.

Der sportliche Anspruch wird auch dadurch untermauert, dass viele Vereinspiloten ihre Flüge elektronisch dokumentieren: „Zwar werden nur gut ein Zehntel aller Flüge auf diese Weise erfasst“, erklärt Sepp Holzapfel, der Vorsitzende des Segelflugvereins. „Aber alleine diese 260 Flüge addieren sich zu 85.000 geflogenen Kilometern in diesem Jahr – das entspricht mehr als zwei Erdumrundungen. Deutschlandweit liegen wir damit auf Platz 20 von über 900 Vereinen. Ein schöner Beleg, dass wir unser Ziel, viel und weit zu fliegen, mit Leben füllen.“

Klar, dass für solche weiten Flüge buchstäblich Sitzfleisch nötig ist: Acht Stunden Flugzeit und mehr sind keine Seltenheit. Ob anspruchsvoller Sport oder einfach erlebnisreiches Hobby: Was alle jenseits der Rekorde eint, ist der Spaß daran, die Welt von oben zu betrachten und elegant und leise dahinzugleiten – klimafreundlich noch dazu.

Schein in zwei Jahren

Diesem Reiz erlagen auch in diesem Jahr wieder einige „Neuzugänge“ – ohnehin ist die Nachwuchsförderung eine wesentliche Säule der Vereins­arbeit. „Jährlich startet rund ein halbes Dutzend Jungpilotinnen und -piloten mit der Ausbildung. Die jungen Mitglieder stellen einen erheblichen Teil unseres rund 80-köpfigen Vereins“, stellt Holzapfel fest. Der Weg ist oft der gleiche: So mancher Zaungast wird neugierig und hebt zu einem Schnupperflug ab – und dieses Erlebnis lässt viele nicht mehr los. Etwa zwei Jahre dauert der Weg bis zum Flugschein. Der Landsberger Verein bietet Camps während der Ferienzeiten an, bei denen täglich geflogen werden kann – ein ziemlicher Turbo für alle, die schnelle Fortschritte erzielen wollen, und die ideale Gelegenheit für Einsteiger, um ihrem Traum vom Flugschein näherzukommen. Hier geht‘s zur Club-Homepage.

Im März oder April – je nach Wetter – startet die nächste Saison. Ein ungestörter Winter­schlaf wird es für die Vereinsflotte aber nicht, denn die nächsten Monate werden die Flugzeuge einer umfassenden Wellness-Behandlung unterzogen. Holzapfel: „Jedes Flugzeug muss jährlich sehr genau gecheckt werden – eine Art Flugzeug-TÜV. Die Wintermonate nutzen wir, um unsere Flotte gründlich zu warten und zu pflegen.“ Damit die eleganten Gleiter auch im nächsten Jahr aufbrechen zu erlebnisreichen Flügen mit unvergesslichen Aussichten.

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