Und wieder einmal um die Erde

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„Was gibt es schöneres, als etwa über dem Bernina-Massiv (Foto) lautlaus seine Kreise zu ziehen?“, schwärmt LSV-Vorsitzender Sepp Holzapfel.

Landsberg – „Sehr durchwachsen“ antwortet Sepp Holzapfel, Vorsitzender des Landsberger Segelflugvereins (LSV) vom Geratshof auf die Frage, wie denn das Jahr 2015 bisher für die Segelflieger gewesen sei. Im Vergleich zum Vorjahr seinen bis Mitte Juni fast keine größeren Flüge in die Alpen, dem, wegen seiner guten Aufwinde und der außergewöhnlichen Landschaft, beliebtesten Fluggebiet des Ge- ratshofer Streckenflugteams möglich gewesen.

Ursache dafür waren regelmäßige Tiefdrucklagen, die sich von Italien und dem Balkan über die Alpen bis hinaus ins Voralpenland und den Landkreis erstreckten und dort für tiefe Wolken und häufigen Niederschlag sorgten. Geflogen wurde trotz dieses Wetters zwar viel am Geratshof – 2200 lautlose Starts und Landungen wurden dieses Jahr bereits verzeichnet, bis zum Sommeranfang allerdings hauptsächlich zu kleineren Runden in der Region um den Flugplatz und zur Ausbildung der Flugschüler.

Die längsten Flüge führten die Streckensegelflieger in dieser Zeit hauptsächlich Richtung Westen und Norden über die schwäbische und fränkische Alb, einem Gebiet in Deutschland, das für seine guten Aufwinde sehr bekannt ist, und lagen in der Größenordnung um 350 Kilometer. Ganz anders in Norddeutschland, das in der ersten Jahreshälfte von gutem Segelflugwetter mehr als verwöhnt wurde: dort gelangen Segelflüge von über 1000 Kilometern Länge.

Mit dem Wetterumschwung auf Sommer ab Mitte Juni im Süden konnte die ungeduldig auf der Lauer liegende Streckenflugmannschaft des LSV schließlich richtig loslegen und zu den ersehnten ausgedehnten Streckenflügen in die Alpen abheben. Fast täglich ist die Geratshofer Flotte seither unterwegs und erreicht Strecken bis zu 700 Kilometern – dabei geht es oft weit hinein ins Schweizer Engadin Richtung Bernina- Massiv und in die Österreichischen Alpen bis zum Großglockner. „Nichts ist besser und erfrischt mehr bei diesen heißen Temperaturen, als in 4000 Metern Höhe – dort ist die Außentemperatur um null Grad – über den beeindruckenden Gletschern des Piz Bernina oder des Piz Palü der Hitze zu entfliehen“, schwärmt Holzapfel.

Doch bis dorthin ist es für die Piloten oft ein anstrengender und schweißtreibender Weg: vor dem Windenstart am Geratshof steigt die Temperatur im Cockpit eines Segelflugzeuges kurzzeitig schnell einmal auf 90 Grad an, und der Weg bis zu den Bergen bei Füssen oder Oberammergau ist, wegen der schwachen Aufwinde im Vorland, oft eher eine Durststrecke. Sind die ersten Felsgipfel aber einmal erreicht, verbessert sich die Situation meist schlagartig und gemeinsam mit Steinadlern und anderen Raubvögeln können die Piloten in der Thermik schnell in große Höhen kreisen, die die weiten Streckenflüge möglich machen.

Dank der guten Wetterlage der letzten drei Wochen konnte das Team vom Geratshof gegenüber dem Norden kräftig aufholen und sich dann doch noch ein sehr gutes Ergebnis zur Saisonhalbzeit sichern: insgesamt 44000 Kilometer, also mehr als einmal um die Erde, kamen durch die Piloten des LSV im laufenden Jahr bisher zusammen.

Das nächste Ereignis am Flugplatz bei Ellighofen ist das Geratshofer Sommercamp (29. August bis 6. September) bei dem für Interessenten ab 14 Jahren auch wieder die Möglichkeit der Schnupperteilnahme besteht. Infos dazu auf www.geratshof.de.

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