Neue Konstanz beim TSV Landsberg

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Für TSV-Trainer Sven Kresin (links), hier im Gespräch mit Stefan Strohhofer, ist die Südwest-Fraktion „sicher die schwerste aller Landesligen“ geworden.

Landsberg – Erneut gibt es zum Saisonstart viele personelle Veränderungen bei den Kickern des TSV Landsberg. Ungewohnt ist aber, dass in diesem Jahr eher das Umfeld wechselt, die Mannschaft aber praktisch unverändert zusammenbleibt.

„Ich glaube, das hat es in Landsberg seit vielen Jahren nicht mehr gegeben“, ist der Sportliche Leiter Toni Yildirim über die neue Konstanz erfreut. In der Tat ist die Zahl der Zu- und Abgänge diesmal sehr überschaubar. Lukas Kessler ging nach Kaufbeuren, Ersatztorhüter Steiner nach Meitingen, Torwart Markus Ober­mayer will künftig nur noch notfalls in Penzing aushelfen, Damian Engel wird sich wohl im August mit einem One-Way-Ticket vorläufig nach Thailand verabschieden.

Verstärkt hat man sich im Tor mit Frank Schmitt, der wie auch Maximilian Süli aus Germaringen kommt. Der 22-Jährige kann im defensiven Mittelfeld oder in der Verteidigung spielen und hat diese Flexibilität mit dem dritten Neuzugang gemeinsam: Tobias Süß wurde aus der A-Jugend des VfL Kaufering zum TSV Landsberg geholt, laut Yildirim ist das 18-jährige Nachwuchstalent sowohl in der Viererkette als auch im Mittelfeld zu gebrauchen. Beim 2:2 in Gundelfingen kam er zu einem Kurzeinsatz, TSV-Coach Kresin freut sich bereits auf die weitere Arbeit mit Süß. „Wenn er dranbleibt, werden wir in Landsberg in den nächsten Jahren viel Freude an ihm haben.“

Der Rest der Mannschaft ist unverändert, was für den Sportlichen Leiter einen klaren Vorteil darstellt. „Die Spieler, die wir haben, sind charakterlich top; sie sind jetzt ein Jahr gereift und gewachsen, das wird uns auf jeden Fall helfen.“ Und das wird voraussichtlich auch nötig sein, da die Südwest-Fraktion nicht nur nach Ansicht von Sven Kresin „sicher die schwerste aller Landesligen geworden ist.“

Enorm verstärkt

So sieht das auch Toni Yildirim. „Die Landesliga ist schwieriger geworden, mit Gersthofen, Aindling und Fürstenfeldbruck sind drei hochkarätige Vereine dazugekommen.“ Die Aindlinger und Fürstenfeldbrucker gehören neben Gundelfingen – „Sie haben sich in der Breite enorm verstärkt.“ – und Mering für ihn auch zu den Favoriten, insgesamt gebe es „sieben bis acht Kandidaten für die oberen Ränge.“

Bei der Prognose für den TSV Landsberg ist Yildirim gewohnt zurückhaltend: Einen guten Start wolle man hinlegen, so schnell wie möglich 40 Punkte holen, „damit wir mit den unteren Tabellenrängen nichts zu tun haben, und wenn wir das geschafft haben, schauen wir mal weiter.“

Wie man eventuell sogar etwas weiter oben landet als in der vergangenen Saison, ist für Toni Yildirim auch klar. „Wir müssen konstanter und effektiver werden. Wir haben ja schönen Fußball gespielt, aber wir brauchen mehr Kaltschnäuzigkeit und den unbedingten Willen, das Tor zu erzielen.“ Mit Attraktivität alleine sei es nicht getan, „man kann auch mal ein dreckiges 1:0 über die Zeit bringen und auch die Zuschauer sollten damit dann einmal zufrieden sein.“

Überhaupt, die Zuschauer: In Landsberg ist das Geld ohnehin seit jeher knapp, da sei auch in der kommenden Saison wieder jeder Fan wichtig. „Das bringt uns das Geld in die Kasse, das wir dringend brauchen. Wir können finanziell mit anderen Vereinen in der Liga ohnehin nicht mithalten, wir wären deswegen auch über den einen oder anderen zusätzlichen Spon­sor sehr froh.“

Ein Jahr reifer

Sportlich allerdings darf man in der jetzt angelaufenen Saison durchaus einiges von der TSV-Truppe erwarten, wie bei aller Zurückhaltung auch Toni Yildirim einräumt: „Muriz Salemovic und Rainer Storhas sind gut hineingewachsen, Roland Krötz kann sowohl Sechser als auch Achter spielen, damit wird Storhas dann schon offensiver. Und Muriz und Stefan Strohhofer können vorne auf allen Positionen spielen.“ Bei Ausnahmetechniker Salemovic hofft er, dass Eskapaden und Undiszipliniertheiten wie in der Vergangenheit künftig ausbleiben. „Er ist ja auch wieder ein Jahr reifer geworden und er weiß, dass er mit solchen Aktionen der Mannschaft und dem gesamten Verein schadet. Ich denke aber, dass er das jetzt im Griff hat.“

Keine A- und B-Jugend

Auch am „Unterbau“ arbeitet man beim TSV inzwischen kräftig und hat dabei neben einer guten Nachricht auch einen Wermutstropfen zu vermelden: Während man die U23 mit einigen hoffnungsvollen A-Jugendspielern verstärken konnte und dort künftig das selbe System wie bei den Senioren trainieren will, bekommt man voraussichtlich erstmals seit Jahren keine A- und B-Jugend-Mannschaft mehr zusammen – ein Sinnbild für den schwächelnden Fußballnachwuchs in Landsberg und Umgebung.

Dafür hat man allerdings am Trainerteam vor der neuen Saison kräftig gearbeitet. Hier die wichtigsten Personalien im Überblick:

• Ex-Spieler Christian Detmar ist künftig als Co-Trainer für die erste Mannschaft tätig und hilft auch bei der U23 aus, wenn Not am Mann ist. Yildirim: „Er hat sich uns angeboten und das nimmt viel Last von den Schultern von Sven Kresin und auch von mir.“

• Wolfgang Sanktjohanser, Vater des derzeit verletzten Abwehrspielers Armin Sanktjohanser, übernimmt das Torwart­- training beim TSV Landsberg.

• Michael Buckdoll ist jetzt Spielertrainer bei der U23.

Christoph Kruse

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