Kurioser Sieg

Das Soll erfüllt

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Denkbar knapp gelang den Footballern vom Landsberger X-Press ein 49:47-Sieg gegen die „Fursty Razorbacks“ aus Fürstenfeldbruck.

Landsberg – Die Trainer hätten sich vermutlich etwas mehr Stabilität in den Abwehrreihen gewünscht, die rund 350 Zuschauer im Landsberger Sportzentrum bekamen dafür jede Menge Spannung und Spektakel geboten: Denkbar knapp gewann der X-Press sein erstes Heimspiel gegen Fürstenfeldbruck.

„Es ging ganz schön bunt hin und her“, fasste Präsident Knut Dins nach der Partie zusammen. Kurios am Sieg der Gastgeber war schon, dass man lediglich das zweite Viertel gewinnen konnte. Dass es trotzdem zum Erfolg reichte, lag auch an Neuzugang Samuel Schwab. Der 23-jährige Kanadier war erst am Dienstag in Landsberg eingetroffen, machte sich gleich ans Training und brachte schon in seinem ersten Auftritt viel Flexibilität ins Angriffsspiel des X-Press, wie Dins konstatierte. „Wenn wir im Passspiel auf Flo Borchert festgelegt sind, können sich die Gegner das natürlich auch irgendwann ausrechnen. Das war jetzt natürlich schon ganz anders und eine Erleichterung für Flo.“ Dass Schwab für Landsberg ohne Bezahlung spielt, tat seiner Leistung keinen Abbruch, zumal die Modalitäten vorher klar abgesprochen waren. 

„Für ihn ist das eine Möglichkeit, längeren Urlaub zu machen, Deutschland zu sehen und weiter Football zu spielen“, berichtet Dins über die „Schnäppchen-Verpflichtung“ des Kanadiers, die auch unter Mithilfe von Quarterback Jason Bertrand zustande kam; er kennt Schwab aus gemeinsamen Zeiten in Nordamerika. „Das war sehr ordentlich“, lobt der Präsident seinen Neuzugang, „er hat gut gefangen, sich auch einige Male schön losgerissen und er scheint auch ein netter Kerl zu sein.“ Dass auch die Gäste zu einem so hohen Score kamen, ließ sich an diesem Nachmittag ebenfalls recht einfach zusammenfassen: Die Returns waren, vor allem nach der Pause, das große Problem der Landsberger Defense. Gleich mehrfach trugen die Razorbacks das Ei nach dem Anstoß bis weit in die Landsberger Hälfte. Dins: „Borchert, der eigentlich nur für den Kick zuständig ist, hat gleich viermal Notbremse spielen müssen, da wissen wir dann schon, woran wir arbeiten sollten.“ Die Offensivpower der Nachbarn kam allerdings nicht unerwartet, in ihren beiden ersten Saisonspielen erzielte der selbsternannte Ligafavorit jeweils über 50 Punkte. 

Diesmal reichte es nicht ganz so weit, was zum einen der Landsberger Defense zu verdanken war, die in mehreren kritischen Situationen den Gegner stark aufhielt, zum anderen aber auch der mangelnden Cleverness der Gäste in einigen kritischen Situationen. Selbst in den letzten zwei Minuten hätte „Fursty“ das Spiel noch drehen können. Um Punkte auf die führenden Landsberger gut zu machen, hatten die Gäste längst nach den Touchdowns erfolgreich auf „2-Point-Conversion“ umgestellt und waren tatsächlich noch einmal auf 47:49 herangekommen. „Warum sie im vierten Versuch dann unbedingt den Touchdown erzielen wollten, ist mir nicht klar, aber nachdem wir sie dann stoppen konnten und den Ball hatten, konnten wir den Sieg nach Hause bringen“, so Dins. 

Es wird nicht leicht 

Damit bringen es beide Teams nach dem dritten Spieltag auf jeweils 4:2 Punkte, allerdings hat sich die Situation in der Regionalliga noch nicht wirklich geklärt. Wie erwartet, marschiert Ingolstadt mit 6:0 Zählern vorneweg, tat sich aber beim 19:9 in München am Wochenende überraschend schwer. Die Feldkirchen Lions wiederum nahmen Starnberg in deren Stadion mit 34:20 die Punkte weg, weshalb Dins auch vor dem nächsten Spiel warnt. „Das ist ein Gegner, bei dem wir gewinnen wollen, aber man hat ja gesehen, dass das nicht so leicht wird.“ Bei den Lions tritt man zur ungewöhnlichen Kick-Off-Zeit (Sonntag, 17 Uhr) an, bevor am 7. Juni das nächste Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Ingolstadt ansteht.

Christoph Kruse

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