Tolle Leistung, bittere Pleite

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Leider wurde der Dachauer Matthew Willis nicht immer so eng verteidigt, wie hier von Niklas Brakel. Am Ende machte der US-Boy den Unterschied.

Landsberg – Beinahe wäre der Tabellenführer in Landsberg gestolpert. Obwohl die Heimerer Schulen Baskets gegen Dachau über weite Strecken in Führung lagen, mussten sie sich in den letzten Minuten mit 75:78 denkbar knapp geschlagen geben.

Trotz der unglücklichen Niederlage fand Landsbergs Trainer Roman Gese nach dem Spiel lobende Worte: „Das war heute eine Wahnsinnsleistung gegen einen Gegner, der eine Handvoll Spieler aufbietet, die für Basketball bezahlt werden.“ Nur wenige Mannschaften in der 2. Regionalliga Süd können sich die Dienste solcher Akteure überhaupt leisten. In der Regel gehören diese Teams dann auch zu den Aufstiegsfavoriten.

Die Ausgangsposition war den Landsbergern vor Spielbeginn bekannt: „Wir wussten natürlich, mit wem wir es zu tun hatten.“ So setzte es sich das Gese-Team zum Ziel, die Kreise des US-Amerikaners Matthew Willis zu stören. Er hatte schon in der vergangenen Saison für die Gäste gespielt und zählt zu den besten Korbjägern der 2. Regionalliga Süd.

Starker Beginn

Dieser Herausforderung zeigte man sich gerade im zweiten Viertel gewachsen. Sowohl individuell, als auch gemeinsam verstanden es die Landsberger, Willis und seine Mitspieler von leichten Punkten abzuhalten.

Nicht nur defensiv zog man an einem Strang. Auch in der Offensive gelangen den Gastgebern sehenswerte Spielzüge über die großen Positionen. Höhepunkt dabei war ein zielgenauer Pass von Bastian Zinder auf Lorenz Schwinghammer, der diesen mit einem krachenden Dunking abschloss.

Mit diesem Lauf im Rücken wäre die Heimerer-Truppe beinahe mit einem Vorsprung von acht Punkten in die Kabine gegangen. Dass es nur fünf Zähler Abstand wurden, lag an der individuellen Klasse Willis‘, der mit der Schlusssekunde einen spektakulären Wurf von der Mittellinie im Korb versenkte.

Das Gese-Team war also gewarnt und vermochte es, im dritten Viertel an die konzentrierte Leistung aus der ersten Hälfte anzuknüpfen. Oftmals schien es, als ob die Gäste aus Dachau in schwächeren Phasen nur durch teils kuriose Schiedsrichterentscheidungen im Spiel gehalten wurden.

Willis bricht aus

Im letzten Spielabschnitt gelang es den Landsbergern nicht mehr, den US-Amerikaner im Zaum zu halten. „Dass er irgendwann ausbrechen würde, war abzusehen“, kommentierte Gese. In den letzten zwei Minuten wendete sich das Blatt. Während die Gäste ihre Würfe verwandelten, verkrampften die Landsberger im Angriff zunehmend und vergaben sechs Sekunden vor dem Ende auch ihre letzte Möglichkeit, die Führung zurückzugewinnen. Mit 75:78 gingen die Punkte am Ende nach Dachau, die HSB standen trotz couragierter Leistung mit leeren Händen da und rangieren weiter auf Rang 4 der Tabelle.

„Das ist auch ein Lernprozess für uns“, fasste Coach Gese zusammen. „Nämlich, dass man in solchen Situationen weiterspielen muss, wie zuvor.“ Am kommenden Sonntag, 27. November, sind Landsbergs Basketballer bei Sportbund München zu Gast. Dann trifft man mit Alexander Kharchenkov, dem Trainer der Landeshauptstädter, auf einen alten Landsberger Bekannten.

Frieder Dlugosch

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