Niederlage in Weiden

Die Riverkings in Tiefschlafphase in der Oberpfalz

HC Landsberg - Marvin Feigl
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Ein neuer Stürmer für die Riverkings: Der 18-jährige Marvin Feigl kommt vom Nachwuchsteam des ERC Ingolstadt.

Landsberg/Weiden – Die Corona-Zwangspause für die Cracks des HC Landsberg war am vergangenen Wochenende vorbei. Die Reise in die Oberpfalz zu den Blue Devils Weiden endete mit einer 7:5-Niederlage. Die personelle Situation hat sich in den letzten Tagen durch zwei Abgänge und eine Neuverpflichtung geändert.

Nur wenige Tage Training standen Coach Fabio Carciola und seinen Mannen zur Verfü­gung, bevor es am Sonntag zum dritten Spiel in der Oberliga Süd ging. Nicht mit dabei waren der gesperrte Kapitän Tobias Wedl und der verletzte Florian Reichen­eder. Weiterhin fehlte Patrick Seifert, dessen kurzes Gastspiel bei den Riverkings erwartungsgemäß endete. Der 30-jährige Verteidiger wechselt zu einem Verein in die zweithöchste Klasse Deutschlands. Dazu Vizepräsident Gerhard Petrussek: „Uns war von Anfang an klar, dass die Zeit von Patrick in unserem Team endlich ist. Er ist als Verteidiger noch im besten Eishockeyalter und sein Ziel war von Anfang an, wieder in der DEL2 zu spielen. Wir sind daher froh, dass er uns bei den ersten Spielen in der Oberliga mit seiner Erfahrung und seinem Können unterstützt hat.“

Auch der Sitzplatz von Markus Kerber blieb im Bus verwaist, aber dafür ist ein eher außergewöhnlicher Grund vorhanden: Der 33-jährige Stürmer nimmt wegen der Corona-Situation Rücksicht auf sein privates Umfeld und möchte ein „Infektionsrisiko für vulnerable Menschen vermeiden“. Eine Entscheidung, die HCL-Präsident Frank Kurz Respekt abnötigt: „Er hat heftig mit sich gerungen. Die Rücksicht­nahme passt super zur Art, die wir kennen und schätzen – er ist einfach ein total sozialer und umsichtiger Typ! Sportlich und menschlich ist die Pause natürlich sehr schade, allerdings wird es auch immer eine Zeit nach Corona geben ...“

Wieder mit von der Partie war Adriano Carciola, der seine Sperre nach einem Vergehen aus der letzten Saison abgesessen hat. Und auch ein ganz neues Gesicht war im Kader zu bestaunen: Der 18-jährige Stürmer Marvin Feigl vom ERC Ingoldstadt läuft mit einer Förderlizenz für den HC Landsberg auf. Er rangiert auf Platz sieben in der ligaweiten DNL1-Scorerliste und ist durch das Training mit den Profis bei Ingolstadt vielleicht die dringend benötigte Verstärkung. HCL-Präsident Kurz begrüßt ihn in der Lechstadt: „Marvin Feigl ist ein junger hungriger Stürmer, der sehr schnell Schlittschuhlaufen kann und den nötigen Biss zeigt, um sich im Seniorenbereich durchzusetzen. Wir freuen uns auf ihn.“

3 Tore in 3 Minuten

Der Neuzugang stand bereits beim Auswärtspiel der Riverkings in Weiden auf dem Eis. Die 7:5-Niederlage (2:1; 0:2; 5:2) konnte er allerdings nicht verhindern. Das Geschehen gestaltete sich bis zum Ende des zweiten Drittels durchaus ausgeglichen. Zwar brachte Homjakovs die Hausherren schon nach 71 Sekunden mit 1:0 in Führung, doch Rückkehrer Adriano Carciola glich nach einem Pass von Chris Mitchell zügig aus (5.). Auch auf das 2:1 für Weiden durch Kirchberger (10.) fanden Maximilian Raß (25.) und Mitchell (38.) die passende Antwort, so dass es mit einer 3:2-Führung für den HCL ins letzte Drittel ging.

Die Riverkings schienen mit den Gedanken noch in der Kabine zu sein, denn als sie nach 43 Minuten auf die Anzeigetafel schauten, rieben sie sich erschrocken den Schlaf aus den Augen: Latta, Homjakovs und Schmidt hatten die Partie innerhalb von drei Minuten komplett gedreht und die Devils mit 5:3 in Führung geschossen.

Die Gäste aus Landsberg erholten sich von diesem kollektiven Blackout nicht mehr. Rypar (45.) und Sturm (57.) konnten das Ergebnis zwar wieder zum 4:5 beziehungsweise 5:7 verkürzen, aber die Hausherren ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und siegten letztendlich verdient. Die drei Minuten zu Beginn der letzten 20 Minuten waren für die Riverkings Lehrstunde und vielleicht Weckruf für zukünftige Auftritte.

Rosenheim kommt

Schon am Dienstag haben sie Gelegenheit zur Wiedergutmachung, denn um 20 Uhr ist der SC Riessersee in Landsberg zu Gast (das Ergebnis lag bei KREISBOTEN-Redaktionsschluss nicht vor). Drei Tage später, am 4. Dezember, geht es ebenfalls daheim um 20 Uhr gegen die Starbulls Rosenheim, und am folgenden Sonntag spielen die Riverkings um 18.45 Uhr beim Deggendorfer SC.

Die Oberliga-Tabelle hat aufgrund der vielen coronabedingten Spielausfälle derzeit nur wenig Aussagekraft: Während beispielsweise der EV Füssen neun Spiele absolviert hat, standen die Riverkings gerade dreimal auf dem Eis. Der 10. Tabellenplatz des HCL ist nicht mehr als eine rechnerische Momentaufnahme.
Dietrich Limper

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