Gold für Monika Karsch

Luftpistole: Mit dem Finalschuss zum deutschen Meistertitel

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Geschafft: Monika Karsch aus Rott und Matthias Holderried bejubeln Luftpistolen-Gold bei den deutschen Meisterschaften der Sportschützen.

Hochbrück/Rott – Matthias Holderried reckte die Faust in den Himmel. Der letzte Schuss im Mixed-Wettbewerb Luftpistole brachte die Entscheidung für den Sportschützen aus Tannenberg und seine Teamkollegin Monika Karsch aus Rott. Sie holten Gold bei den deutschen Meisterschaften in Garching-Hochbrück.

Bis der 24-Jährige den Erfolg richtig verarbeitet hatte, vergingen ein paar Tage. Erst dann wurde ihm bewusst, dass es sein erster nationaler Titel in seiner Karriere gewesen ist. „Sensatio­nell“, schwärmte Christian Kühn, der das Finale mit der Luftpistole live mitverfolgte. Bayerns Landesschützenmeister hatte wohl selbst nicht mehr damit gerechnet, dass sein Duett auf dem letzten Drücker einen Kampf umbiegen würde, bei dem es ständig den beiden Badenern Theresa Groß und Michael Schwald hinterhergehechelt war.

„Bis zum Schluss muss man dran bleiben“, bestätigte Karsch einmal mehr die legendäre Wett­kampf-Weisheit von Holly­wood-Boxer Rocky Balboa. Dass es erst vorbei ist, wenn es vorbei ist, wusste auch ihr Kompag­non aus dem Landkreis Weilheim-Schongau. „Einfach Vollgas-Zehner“, hatte er sich für die letzten sechs Schuss vorgenommen, bei denen es einen Rückstand von zwei Ringen aufzuholen galt. Die Kalkulation schien jedoch nicht ganz aufzugehen. Denn kurz bevor er und seine Partnerin ihren jeweils letzten Schuss abgaben, hatte sich am satten Rückstand so gut wie nichts verändert. Aber: „Mit dem Hias macht es Spaß“, hatte Karsch gesagt – sie wusste, dass mit Holderried an der Seite auch noch die verrücktesten Dinge möglich sind.

Schon im Vorkampf hatte sich die bei Olympia 2016 mit Silber gekührte Rotterin auf den Tannenberger voll und ganz verlassen können. Während ihre 373 Ringe nicht ganz ihrem wahren Potenzial gerecht wurden, sahnte ihr Kollege mit 382 Zählern richtig ab. Der Kaderschütze machte in der letzten Serie aus einem guten Resultat ein ausgezeichnetes (94/94/95/99). Das reichte, um als Nummer zwei ins Finale einzuziehen.

Hier verlief der Wettbewerb auf einmal unter umgekehrten Vorzeichen. Karsch sammelte einen Zehner nach dem anderen. „Da hat sie mich gerettet“, räumte Holderried ein. Während sich ein Team nach dem anderen aus dem Stechen verabschiedete, blieben die beiden Bayern bis zum Schluss stehen. „Ein bisschen Dusel braucht man schon“, sagte Holderried.

Auf der anderen Seite harmoniert das M&M-Team aus Bayern wie kaum ein anderes. Nicht umsonst belegten beide in diesem Jahr beim internationalen H&N-Cup den 3. Rang. Wenn Karsch jeweils den ersten Schuss der beiden abgibt, vollzieht Holderried jede ihrer Bewegungen im Geiste mit und drückt gleich danach den Abzug. Inzwischen weiß er, „dass Moni länger braucht“, bevor er nachlegen muss. Und so begann er auf einmal damit, das zu tun, was man als Schütze in einem Finale tunlichst unterlassen sollte. Der gelernte Schreiner begann in Sekundenbruchteilen zu rechnen, als müsste er eine Auftragsarbeit erledigen. Karsch hatte eine 10,0 vorgelegt. Vom Groß und Schwald kamen eine 9,0 und eine 8,9. Der Sieg war auf einmal möglich. Es musste nur einer von den besagten Vollgas-Zehner kommen. Und der kam. Holderrieds 10,1 machte aus der dramatischen Aufholjagd ein Happy End. „Ein bisschen nervenaufrei­bend war das schon“, gab Matthias Holde­ried zu, bevor er sich mit Monika Karsch von den Zuschauern auf der Olympia-Schießanlage feiern ließ.

Christian Heinrich

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