Moto2-WM-Lauf mit Happy End

Marcel Schrötter fährt nach vier Stürzen noch in die Top Ten

Marcel Schrötter - Moto2-WM-Lauf - Le Mans
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Ein „katastrophales Wochenende“ mit Happy End erlebte Marcel Schrötter auf dem Circuit Bugatti in Le Mans. Immerhin reichte es noch für Platz 10.
  • Toni Schwaiger
    VonToni Schwaiger
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Pflugdorf – Diesen Frankreich-Grand-Prix wird Moto2-­WM-Pilot Marcel Schrötter ganz sicher so schnell nicht vergessen. Zum ersten Mal in seiner Karriere musste der 27-jährige Pflugdorfer vier Trainingsstürze an einem Wochenende verkraften. Der letzte auf demCircuuit Bugatti in Le Mans passierte zu einem ungünstigsten Zeitpunkt am Sonntagmor­gen: im Warm-Up. Ein Highspeed-Crash, während die vorangegangenen Stürze eher „harmlose Ausrutscher“ waren. Und trotzdem fuhr Schrötter in die Top-Ten.

Kleines Trostpflaster vor dem WM-Lauf: Aufgrund der Verletzung eines anderen Fahrers rutschte Schrötter in der Start­aufstellung eine Position nach vorne – auf die 18. Und von dort gelang ihm ein Blitzstart. Dieser war der erste Beweis, dass der ehrgeizige Rennfahrer die Rückschläge der Trainings gut ver­daut hatte. Auf einer mehr und mehr abtrocknenden Strecke fand Schrötter schließlich auch zügig seinen Speed wieder und überholte bis ins Ziel nicht weniger als acht Konkurrenten.

Die Vorbereitung für das Rennen war alles andere als einfach. „Wenn man in fast jeder Session einen Crash baut, dann wirkt sich das natürlich nachteilig auf das Selbstvertrauen aus“, räumt Schrötter ein. Darüber hinaus ereignete sich der letzte Sturz bei hoher Geschwindigkeit, wobei sich Schrötter den Kopf „leicht anschlug“. Die Voraussetzungen für dieses Rennen waren somit alles andere als optimal. Nach Sturz Nummer vier war das Vertrauen komplett weg. „Man fängt also irgendwann zu überlegen an, ob man überhaupt noch auf das Motorrad steigen will“, so Schrötter, „das kenne ich normal nicht von mir.“

Zum Schluss spielte auch noch das Wetter ein wenig verrückt, was nicht gerade hilft, das Vertrauen wiederzufinden. „Nach der Besichtigungsrunde zur Startaufstellung war allerdings schnell klar, dass es auftrocknen würde und daher nur Slicks in Frage kommen“, berichtet Schrötter. Er stand nun vor dem Problem, von Startplatz 18 nach vorne kommen zu müssen. Keine leichte Aufgabe, da anfänglich nur eine schmale Linie trocken war. Außerdem hatten mehrere Fahrer vor dem Pflugdorfer einen Rutscher und er musste jedes Mal das Gas zudrehen. Das kostet Zeit und lässt wieder Lücken entstehen.

Fast-Highsider

Doch Schrötter fand zu seiner alten Stärke zurück, macht Position um Position gut. Er war schon auf neun, als ihn in der letzten Runde ein Fast-Highsider von der Bahn zu werfen drohte. Letztendlich rettete sich der 27-Jährige auf den zehnten Platz, was nach dem „Desaster-Wochenende gute Schadensbegrenzung“ ist. Abhaken und zu alter Stärke zurückfinden, ist jetzt die Devise. Gelegenheit dazu gibt es am kommenden Wochenende in Aragon.

Aktuell rangiert Marcel Schrötter mit 60 Zählern auf Rang 11 der Moto2-WM-Gesamtwertung. In Front liegt der Italienier Luca Marini (150) vor seinen beiden Landsmännern Enea Bastianini (135) und Marco Bezzechhi (130).
Toni Schwaiger

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