Internationale Para-Leichtathletik-Meisterschaft

Maximilian Lohse rennt im Endspurt aufs Siegerpodest

+
Maximilian Lohse aus Schondorf konnte sich durch einen sagenhaften Endspurt bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Para-Leichtathletik Platz 3 sichern.

Schondorf/Singen – Sie sind das Sprungbrett zu den Paralympics: die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Para-Leichtathletik, die vor Kurzem im schwäbischen Singen am Bodensee stattfand. Mit dabei sind Athleten in unterschiedlichen Klassen entsprechend ihrer Handicaps. Zum Beispiel die Startklasse der geistig behinderten Athleten, in der Maximilian Lohse aus Schondorf mit dabei ist.

Lohse hat in der Vergangenheit nicht nur bei Special Olympics-Wettkämpfen zahlreiche Erfolge nach Hause gebracht – er kann auch auf der paralympischen Schiene schon einiges Edelmetall vorweisen. Und auch bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Para-Leichathletik konnte er aufs Treppchen: in einem spannenden Kampf konnte er sich Platz 3 sichern.

Schon die Vorbereitung Lohses auf die Meisterschaften war hervorragend: Die Spitzentrainer Peter Rabenseifner und Kobinian Mayr sorgten am Olympia-Stützpunkt in München dafür, dass der Schondorfer fit war. Und mit großer Freude in seiner Parade-Disziplin über 1.500 Meter starten konnte. Ein Start, den er kaum erwarten konnte: „Endlich geht es nach der unendlich langen Vorbereitung los.“

Zahllose Trainingseinheiten im Gelände, im Stadion, bei Crossläufen, im Fitness-Raum und bei Vorbereitungs-Wettkämpfen lagen da bereits hinter ihm.

Allerdings hat Lohse oft mit dem Prozedere im Callroom und dann im Startbereich zu kämpfen. Und umso schwerer fällt es ihm, sich dann noch auf den Start zu konzentrieren. Bei den Deutschen Meisterschaften allerdings keine Spur davon. Lohse schien die Ruhe selbst. Er konnte das unruhige Umfeld ausblenden und es gelang ihm, sich beim Start perfekt zu konzentrieren.

Es geht um Platz 3

Quasi im Einklang mit dem Startschuss legte er einen bravourösen Start hin und gruppierte sich gleich in die Spitzengruppe ein, bestehend aus ihm und zwei weiteren Top-Athleten. Diese Zwei übernahmen schon in der ersten Stadionrunde die Führung – und Lohse musste leider abreißen lassen. Die Spitzensportler waren heute einfach zu stark für ihn. Damit war im Grunde schon in der zweiten Runde klar, dass es für Lohse um die Bronze-Medaille ging. Natürlich nur, wenn er die Drittplatzierung behaupten konnte.

Und dann wurde es nochmals richtig spannend – ein wahrer Sportkrimi spielte sich ab: Der zunächst Viertplatzierte konnte zu Lohse aufschließen und überrundete den Schondorfer in der dritten Runde. Aber man darf in solch einer Situation Lohse nicht unterschätzen: Edelmetall mit dem vierten Platz knapp zu verpassen, war für ihn nach dem lang andauernden umfangreichen Training und den damit einhergehenden zahlreichen Entbehrungen absolut nicht akzeptabel. Und so aktivierte der schondorfer seine Reserven, wodurch es ihm gelang, dranzubleiben und den Sportler, der ihn überholt hatte, nicht abziehen zu lassen.

Die vierte und letzte Runde brachte dann die Entscheidung und zeigte beeindruckend, was Lohse kann. Der Sportler setzte in der Zielkurve zu einem unglaublich starken Endspurt an, konnte den Kontrahenten im Kampf um den 3. Platz doch noch überrunden und überquerte schließlich als glücklicher Dritter und damit Bronze-Medaillengewinner in einer Zeit von 5:35,19 Minuten die Ziellinie.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare