Endet der Traum vom Fliegen?

Militärflugplatz Penzing wird verkauft: Was passiert mit der Flugsportgruppe?

+
Ob die Flugsportgruppe Landsberg auch nächstes Jahr vom Gelände es Fliegerhorsts starten kann, steht noch in den Sternen.

Penzing – Den goldenen November machten sich dieses Jahr die Piloten der Flugsportgruppe Landsberg zu Nutze, die seit 60 Jahren auf dem Militärflugplatz Penzing zu Hause sind. Die milden Temperaturen und viel Sonnenschein sorgten für unvergessliche Flüge mit den Segel- und Motorflugzeugen des Vereins. Bei bester Fernsicht konnten die Flieger bei ihren Flügen von Landsberg bis über die Alpen den goldenen Herbst mit den rot-gold-verfärbten Blättern der Bäume in seiner vollen Pracht von oben genießen. Ob sie dazu im nächsten Jahr auch noch die Gelegenheit haben werden, ist fraglich. Das Gelände wird nämlich verkauft.

104 Mitglieder des Vereins bangen um ihre Segelschule. Noch haben sie aber Hoffnung, dass es auch im Jahr 2019 weiter gehen kann. Derzeit ist das Gelände noch im Besitz der Bundeswehr. Zum 1. Januar wird es allerdings an eine Behörde abgegeben, die das Gelände möglichst gewinnbringend verkaufen soll. An wen ist derzeit noch völlig unklar. Ohne einen Nachfolger der Bundeswehr kann aber auch die Flugsportgruppe das Gelände nicht weiter nutzen.

Die Folge: Ab 2019 können keine Pilotenausbildung mehr stattfinden. „Gerade in der Segelflugausbildung, wo jung und alt aufeinandertreffen und ein Hobby teilen, wäre es sehr schade für die Region“, erklärt der Pilot Christian Rauchmann. Denn Segelfliegen ist mehr als nur ein Hobby. Hier zähle Teamarbeit, technisches Verständnis und vieles mehr. Themengebiete, die in der Schule gelernt werden, könnten auf dem Segelfluggelände mit der Praxis verknüpft werden. „Die oft jungem Flugschüler hören den alten Hasen gerne zu, wenn sie aus ihrem großen Erfahrungsschatz spannende Erlebnisse erzählen.“ Sie könnten es zudem kaum erwarten, auch mal mehrere hundert Kilometer völlig lautlos, nur mit Hilfe von warmer aufsteigender Luft zu gleiten oder Kunstflugmanöver am Himmel über dem Flugplatz zu fliegen.

Der Verein bietet zweimal jährlich ein Kunstfluglehrgang an. Dank des großen Geländes ist es möglich die Segelflugzeuge mit Hilfe einer Winde bis auf über 1.000 Meter über Penzing zu bringen. In einem reservierten Luftraum werden dann Kunstflugmanöver eingeübt. Auch die Piloten der Motorflugzeuge nutzen die lange Start- und Landebahn des Flugplatzes. Bei ihren Flügen, die auch mal bis nach Italien führen, genießen sie den Blick aus der Vogelperspektive. Und gerade dann fühlen sie sich völlig frei und verstehen was Leonardo da Vinci einmal übers Fliegen sagte: „Wenn du das Fliegen einmal erlebt hast, wirst du für immer auf Erden wandeln, mit deinen Augen himmelwärts gerichtet. Denn dort bist du gewesen und dort wird es dich immer wieder hinziehen.“

Nun geht es für den Verein aber erstmal darum, weiter auf dem Flugplatz des früheren LTG-61 fliegen zu können – damit sie auch weiterhin da Vincies Traum leben können.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Als »Age-Grouper« auf WM-Titeljagd
Landsberg
Als »Age-Grouper« auf WM-Titeljagd
Als »Age-Grouper« auf WM-Titeljagd
Tierische Teamleistung
Landsberg
Tierische Teamleistung
Tierische Teamleistung
Red Hocks Kaufering treten am Samstagabend beim UHC Weißenfels an
Landsberg
Red Hocks Kaufering treten am Samstagabend beim UHC Weißenfels an
Red Hocks Kaufering treten am Samstagabend beim UHC Weißenfels an
Ganz ohne Absprache
Landsberg
Ganz ohne Absprache
Ganz ohne Absprache

Kommentare