Marcel Schrötter in der Moto2-WM

Sturz im Warm-Up, Platz 8 im Rennen

Marcel Schrötter - Moto2 - Doha 2021
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Fuhr zum Auftakt der Moto2-Saison in Doha auf Platz 8: Marcel Schrötter.

Pflugdorf – Das hätte böse ins Auge gehen können. Marcel Schrötter (28), der Motorrad-­Profi aus Pflugdorf, stürzte beim Moto2-Saisonauftakt im Wüstenstaat Katar in der letzten Runde des Warm-Ups (Aufwärmen unmittelbar vor dem Rennen) – „allerdings ohne weitere Folgen für Mensch und Maschine“, wie er sagt. „Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Aber es ist natürlich nie hilfreich, wenn man kurz vorm Rennen hinfällt.“ Trotz des Missgeschicks fuhr er immerhin noch auf Platz 8 im Endklassement.

„Wir haben die Sache schnell abgehakt und sind zuversichtlich ins Rennen gegangen. Mein Bike hat trotz des Überschlags wieder top funktioniert, da hat die Crew einen super Job gemacht“, lobt Schrötter. Der 28-Jährige musste beim Nachtrennen auf dem Losail International Circuit bei Doha aus der fünften Reihe, von Platz 13 aus, starten. „Kämpfen, kämpfen, kämpfen“, gab er kurz vor dem Start noch als Devise aus – bei starkem Wind und deutlich niedrigeren Temperaturen als in den Tagen zuvor.

Der große Kampf der Nummer 23 wurde erst in der Schlussphase des 100-Kilometer-Rennens belohnt. „In den ersten Runden sind mir zwei, drei kleinere Fehler passiert. Das war nicht optimal, das hätte besser sein können. Daher muss ich ehrlich eingestehen, dass heute nach diesen Fehlern nicht viel mehr möglich gewesen war“, gab sich Schrötter selbstkritisch. „Aber ich habe alles gegeben und auch gemerkt, dass unsere Pace sehr konkurrenzfähig ist. Damit können wir uns im Bereich von Platz drei, vier einreihen.“

Achter zum Auftakt – damit startete der bayerische Moto2-­Pilot fast genauso wie im Vorjahr in die Saison. Auch 2020 ging’s von Platz 13 los. Nach toller Aufholjagd beendete Schrötter das Rennen in der Wüste auf Platz 7.

Ein paar Tage ist nun Zeit, die Situation zu analysieren und „ein paar neue Ideen einfließen zu lassen, um den nächsten Schritt zu machen.“ Wieder in der Wüste, wo Schrötter vor zwei Jahren als Dritter sogar aufs Podium fuhr. Wegen Corona gibt’s in Doha einen „Double-Header“, also zwei Rennen in Folge auf derselben Rennstrecke. Start auf dem Losail International Circuit ist am Ostersonntag um 17.20 Uhr. ServusTV Deutschland überträgt live.
Thomas Ernstberger

Sportkolumne „Ganz nah dran“

Ordentlich ist ihm zu wenig

Ich geb’s ja zu: Seit den großen Zeiten des Inninger Superstars Toni Mang (heute 71), der in den 80er Jahren die Konkurrenz in Grund und Boden fuhr, hatten mich Motorradrennen nicht mehr sonderlich interessiert. Klar: Ich kenne den „Doktor“, die italienische Legende Valentino Rossi, die mit 42 noch immer Rennen fährt. Und ich saß Anfang der 90er bei den Salzburger Festspielen sogar einmal neben Weltmeister Johnny Cecotto. Wir schliefen bei der „Entführung aus dem Serail“ beide ein...

Das Interesse am Motorradsport flammte vor drei Jahren wieder auf, als ich den Pflugdorfer Moto2-Piloten Marcel Schrötter (Foto) bei einem Interview-Termin kennenlerrnte. Mich faszinierte, wie er aus dem spannenden, oft nicht so einfachen Leben eines Motor­rad-Profis erzählte, auch auf private Fragen bereitwillig Auskunft gab. Und sich später auch nach Misserfolgen stellte. Seither habe ich kein Rennen Schrötters mehr verpasst (leider nur vorm Fernseher). Und wir haben vor und nach den Renn-Wochenenden regelmäßig telefoniert.

Natürlich hab‘ ich dem Pflugdorfer, dem einzigen Deutschen in den drei WM-­Klassen, auch am vergangenen Sonntag die Daumen gedrückt, als er sich beim Saison-Auftakt im Wüstenstaat Katar von Startplatz 13 auf Rang 8 vorkämpfte. „Angesichts der Umstände ein ordentliches Ergebnis“, sagte er nach dem Rennen. Wer den ehrgeizigen Moto2-Piloten näher kennt, weiß: Damit war er nicht so richtig zufrieden. Ordentlich ist Schrötter zu wenig.

Immerhin hat der 28-Jährige innerhalb seines Memminger Liqui Moly-Intact GP-Teams für klare Verhältnisse gesorgt. Marcels neuer Team-Kollege, „Rookie“ Tony Arbolino (20), landete nur auf Rang 16. Die Frage nach der Nummer eins im Rennstall ist damit erst mal geklärt.
Thomas Ernstberger

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