Muriz Salemovic wieder am Lech:

Landsbergs Nummer 8 ist zurück!

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Zurück an alter Wirkungsstätte und von Abteilungsleiter Sebastian Gilk (links) gleich mit der Nummer 8 ausgestattet: Muriz Salemovic (rechts), Mittelfeldmotor und neuer Sportlicher Leiter des TSV Landsberg.

Landsberg – Trotz Corona-Krise werkeln die Verantwortlichen der Abteilung Fußball beim TSV 1882 Landsberg kräftig an der Zukunft der Mannschaft. Sebastian Gilg und Reiner Drüssler ist nun ein echter Coup gelungen: Muriz Salemovic verlässt den FC Pipinsried und heuert in doppelter Funktion bei den Lechstädtern an.

Mit seinen 31 Jahren ist der gebürtige Montenegriner zwar noch zu jung für eine Legende, aber Muriz Salemovic hat mit dem TSV Landsberg durchaus Geschichte geschrieben. Unter seiner Ägide als Spielertrainer gelang 2018/19 der Aufstieg in die Bayernliga (Süd). Und bevor er 2015 zum FC Memmingen in die Regionalliga wechselte, spielte er als offensiver Ballverteiler sechs Jahre lang für die Lechstädter – auch unter dem heutigen Coach Sven Kresin und an der Seite von Sebastian Gilg. Die drei Männer verbindet nun also nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit, sondern auch Zukunft.

Erfolgloser Kampf

Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Salemovic erst endgültig wechseln kann, wenn die Saison 2019/20 abgeschlossen ist. Entweder werden die Spiele ab September im Hauruck-Verfahren durchgeprügelt oder die Saison wird abgebrochen. Die laufende Saison verlief für den Spielertrainer des FC Pipinsried ausge­sprochen erfolgreich. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag er mit seiner Mannschaft auf Rang 1, hatte fast 20 Punkte Vorsprung und der Aufstieg war fest eingeplant. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen von Pipinsried bis zum letzten Augenblick um den Verbleib von Salemovic kämpften. Doch die verzweifelten Telefonate liefen ins Leere, die Entscheidung war gefallen.

„Schon das Jahr als Spielertrainer in Landsberg war sehr anstrengend“, erzählt Salemovic. „Und das ging in Pipinsried so weiter. Man ist mehr auf die Mannschaft fokussiert, und das eigene Spiel verändert sich komplett. Ich habe immer nur an die nächsten Schritte gedacht und was verändert werden muss. Der Spaß, den ich mal am Spiel hatte, ging komplett verloren. Ich habe erkannt, dass ich noch ein paar Jahre als Spieler genießen möchte. Trainer sein – das kann ich danach noch lange genug.“

Schon in der Winterpause kam es zu ersten Gesprächen zwischen ihm und Abteilungsleiter Sebastian Gilg. Die beiden Sportler verbindet eine lange Freundschaft. Und dieser Umstand trug sicherlich auch dazu bei, dass man sich über die Monate hinweg einig wurde. Hinzu kommt, dass Salemovic seinen Lebensmittelpunkt in der Lechstadt hat. Und auch die Attraktivität der Sportanlage des TSV ist nicht zu unterschätzen. „Als ich mit Pipinsried hier gespielt habe, sind die eigenen Spieler auf mich zugekommen und haben gefragt, warum ich eigentlich aus Landsberg weg bin. Hier tut sich was, auch dank des Sponsors. Der neue Bus, die Anzeigetafel, da kann sich Landsberg glücklich schätzen“, Muriz Salemovic klingt durchaus euphorisch, wenn er die Argumente für seinen Wechsel aufzählt.

Mit ihm, Sebastian Gilg und Reiner Drüssler sind nun also drei Fachleute hinter den Kulissen am Ruder. Da bleibt die Frage, wie die Aufgaben geteilt werden sollen. Gilg erklärt: „Muriz ist hauptsächlich für die Kaderplanung verantwortlich. Er kennt unheimlich viele Menschen in unserer Sportwelt, erstellt Spielerprofile und wir tauschen uns nahezu täglich über interessante Leute aus. Wir machen eine gemeinsame Budgetplanung und überlegen genau, wen wir uns noch leisten könnten. Wir arbeiten da wirklich Hand in Hand – auch mit dem Sponsor, der regelmäßig über unsere Pläne in Kenntnis gesetzt wird.“

Neuaufbau

Ziel sei es, die Mannschaft auf lange Sicht aus dem Abstiegskampf zu befreien und in eine stabile Lage zu bringen. Dafür wird eine Achse auf und neben dem Platz aufgebaut. Außerdem soll das Verhältnis zu den Nachbarvereinen verbessert werden. So wird beispielsweise Felix Mailänder zum VfL Kaufering wechseln, um dort Erfahrungen zu sammeln. „Ich möchte mit den anderen Vereinen im Umland zusammenarbeiten. Es macht keinen Sinn, eine Konkurrenzsituation aufzubauen. Auch die Mitarbeiter vom Jahn schätze ich sehr. Wir werden einfach überlegen, welcher Verein für welchen Spieler am meisten Sinn macht“, schildert Salemovic die Pläne.

Langfristige Planungen sind in Zeiten Pandemie natürlich kaum möglich, aber den Verantwortlichen schwebt eine kontinuierliche Verbesserung der Rahmenbedingungen und Mannschaft vor. Salemovic, Gilg und Drüssler betrachten die Veränderungen beim TSV Landsberg als einen Anfang, um den ganzen Verein auf ein neues Level zu heben. Das Wort „Regionalliga“ nehmen sie anscheinend bewusst nicht in den Mund, aber welches andere Ziel sollte am Ende der Reise stehen?

Für Sebastian Gilg ist die Personalie Salemovic eines der Mosaiksteinchen, die benötigt werden, um den Club weiter voranzubringen: „Die meisten Spieler schauen fußballerisch zu ihm auf. Er hat in Landsberg einen guten Ruf und alle möchten gerne mit ihm zusammenspielen. Wenn er nun Spieler ist und gleichzeitig als Sportlicher Leiter arbeitet, ergänzt sich das ideal.“

Es scheint, als sei bei den Fußballern des TSV Landsberg eine komplett neue Ära angebrochen.
Dietrich Limper

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