Der Regisseur zieht weiter

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Muriz Salemovic (rechts) klatscht ab: Der 27-jährige Spielmacher und Topscorer des Bayernligisten TSV Landsberg will sich in einer höheren Liga beweisen.

Landsberg – Was sich im Verlauf der vergangenen Woche angedeutet hatte, ist nun Gewissheit: Landsbergs Bayernligafußballer müssen künftig ohne ihren Spielmacher und Topscorer Muriz Salemovic um Punkte kämpfen. Die Wege trennen sich, der 27-Jährige möchte sich in einer höheren Liga versuchen.

16 Treffer in der bisherigen Spielzeit vorbereitet, 13 selbst erzielt, das ist die stolze Bilanz des feinen Technikers. Vor allem zu Saisonbeginn, als der TSV die vorderste Tabellenregion durcheinander wirbelte, war Salemovic oftmals einer der dominanten Spieler auf dem Platz. Dass die Konkurrenz und auch Vereine aus höheren Ligen etwas neidvoll an den Lech blickten, lässt sich nur zu gut nachvollziehen. Nun scheinen diese Avancen Wirkung gezeigt zu haben. Gegen Pipinsried war der Regisseur schon nicht mehr im Kader gelistet, in den Folgetagen wurde abteilungsintern das weitere Vorgehen abgeklärt.

„Muriz möchte es in einer höheren Liga probieren. Er hat definitiv die nötigen Qualitäten dafür und nun ist diese Chance gegeben. Da sind wir dann die Letzten, die sich querstellen. Das haben wir auch schon in der Vergangenheit, beispielsweise bei Sebastian Bonfert, nicht getan“, so Cheftrainer Sven Kresin. Der 39-Jährige wünscht seinem ehemaligen Schützling alles Gute: „Ich werden Muriz natürlich weiter beobachten und ihm, wenn er das möchte, auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Er war lange in Landsberg und muss sich jetzt in ein neues Umfeld einfinden. Der Kontakt mit seinen Freunden hier wird weiterhin bestehen bleiben und er ist ja nicht aus der Welt. Das Team versteht seine Entscheidung“.

Wohin es Salemovic zieht und wie hoch eine mögliche Ablösesumme ausfallen könnte, darüber gibt es noch keine Informationen. Im August hatte er als mögliche nächste Karriereschritte Vereine aus der zweiten Liga oder ambitionierte Drittligisten genannt. „Fest steht aktuell nur, dass Muriz Salemovic wechseln wird. Es haben ein paar Vereine angerufen. Nun muss er sich entscheiden, welcher sein Favorit ist“, so Toni Yildirim, sportlicher Leiter beim TSV. Der Spieler selbst hält sich ebenfalls bedeckt, verrät aber, dass bisher unter anderem tatsächlich ein Team aus der dritten Liga, sowie eines aus der Schweiz angeklopft hätten.

Aktuell hält er sich individuell fit und drückt seinen ehemaligen Kameraden weiterhin die Daumen: „Die Jungs waren wie eine Familie für mich und wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen. In besonders positiver Erinnerung bleiben mir sicherlich unser Aufstieg in die Bayernliga und auch die letzten drei, vier Monate“. Vor den anstehenden neuen Erfahrungen und der Herausforderung, sich in der Winterpause in eine andere, bereits eingeschworene Mannschaft zu integrieren, ist Salemovic nicht bange. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und spüre große Vorfreude. Mich wieder neu beweisen zu müssen kitzelt vielleicht nochmals ein paar Prozentpunkte meines Leistungsvermögens heraus“.

Der nächste Härtetest ohne ihren Topscorer hätte für die Landsberger am vergangenen Samstag beim Spitzenteam aus Sonthofen angestanden. Doch die widrigen Platz- und Wetterverhältnisse führten dazu, dass die Partie vertagt werden musste. Ungeachtet dieser außerplanmäßigen Terminverlegung wurde in den vergangenen Tagen intensiv weiter trainiert. Der Fokus liegt bereits auf dem Heimspiel am kommenden Samstag gegen die Verfolger vom TSV 1865 Dachau. „Wir wollen hier alle unsere Kräfte bündeln“, so Kresin. Anstoß im Hacker-Pschorr-Sportpark ist um 14 Uhr. Vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt wieder mit.

Rasso Schorer

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