Der Aufstieg ist (fast) perfekt

Landsberg plant schon für die Bayernliga

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Theoretisch hat der TSV Landsberg den Aufstieg in die Bayernliga jetzt in der Tasche. Am Freitag in Aindling kann die Kresin-Truppe den Sack endgültig zumachen.

Landsberg – Das 1:5 gegen Dinkelsbühl blieb ein Ausrutscher, der TSV Landsberg kann für die Fußball-Bayernliga planen. Nach dem 2:1 (0:0)-Erfolg in Mering ist dem Landesliga-Spitzenreiter der direkte Aufstieg nur noch theoretisch zu nehmen. Für die Entscheidung im Nachholspiel am Dienstag Abend sorgte Peter Knechtel mit einem späten Kopfballtor.

Der Sieg in Mering war nicht unverdient, auch wenn Torhüter Daniel Sedlmeier seinen Teil dazu beitrug. Einen weiten Freistoß von Muriz Salemovic in der 88. Minute ließ der junge Keeper durch die Hände rutschen, Knechtel kam unverhofft an den Ball und sorgte für die Entscheidung – drei Minuten später feierte die gesamte Mannschaft mit Trainern und Betreuern ausgelassen auf dem Platz.

Dabei hatte es zu Beginn nicht unbedingt nach einem weiteren "Dreier" beim nächsten Verfolger ausgesehen. Die Meringer zeigten in einer durchaus sehenswerten Partie in der ersten Hälfte das etwas gefälligere Spiel über die Außen, brachten aber das Landsberger Gehäuse nur zweimal wirklich in Gefahr. Beim TSV, der bei Ballbesitz mit extrem hoch stehenden Außenverteidigern agierte, fehlte zunächst mitunter die Präzision im Spiel nach vorne. Gefährlich wurde es aber bei Standards; nach ruhenden Bällen brach im Meringer Strafraum regelmäßig Verwirrung aus. Die größte Gelegenheit vergab Sekunden vor dem Halbzeitpfiff Knechtel, der nach einer Ecke den Ball aus zwei Metern per Kopf am kurzen Eck vorbeisetzte.

Nach der Pause zeigten die Landsberger dann, warum sie so souverän an der Spitze stehen und zogen das Tempo kontinuierlich an. Ausgerechnet in der bis dahin stärksten Phase schlugen die Gastgeber dann mit einem kuriosen Tor zu. Als die TSV-Defensive einmal nicht klären konnte, rutschte Schmitt an der Strafraumgrenze in den Ball, der dann zum Erstaunen aller Beteiligten passgenau neben dem linken Pfosten einschlug (54.). Die Mannschaft von Sven Kresin reagierte mit noch mehr Druck und bekam die Partie auch spielerisch zunehmend in den Griff. Einen Schuss von Süli nach einer schönen Kombination konnte Sedlmeier in der 62. Minute noch mit einer Hand parieren, doch wenige Sekunden später war der Meringer Torhüter chancenlos. Nach einer Ecke bekam Süli den Ball wenige Meter vor dem Tor vor die Füße, konnte ihn noch zurechtlegen und dann satt zum Ausgleich unter die Latte setzen.

Merings Trainer Günter Bayer hatte den Braten schon gerochen und seiner Mannschaft zu diesem Zeitpunkt schon minutenlang gewohnt engagiert von der Seitenlinie Dampf gemacht. Seine Spieler mussten nun aber offenbar dem hohen Einsatz aus der ersten Hälfte Tribut zollen. Ganz anders der TSV, der auch nach dem Ausgleich Angriff auf Angriff in Richtung Tor der Gastgeber startete, wobei in den Schlussminuten auch Kresin selbst noch auf dem Platz mithalf. Salemovic und Nuscheler hätten die Entscheidung in der Schlussviertelstunde schon besorgen können - das blieb dann Knechtel vorbehalten.

"Wenn wir jetzt am Freitag in Aindling unsere Hausaufgaben noch machen, ist der Aufstieg fix", meinte ein sichtlich erfreuter Toni Yildirim nach dem Schlusspfiff. Rechnerisch hat der Sportliche Leiter des TSV recht, allerdings dürfte selbst bei einer Niederlage an Platz eins der Landsberger nicht mehr zu rütteln sein: Mering (16 Punkte Rückstand bei noch fünf ausstehenden Spielen) kann den TSV definitiv nicht mehr überholen, die Verfolger aus Nördlingen und Kottern (17 Punkte/noch sechs Spiele) müssten alle restlichen Partien gewinnen, um Landsberg noch abzufangen – was aber auch nur dann gelänge, wenn die Mannschaft von Sven Kresin keinen einzigen Zähler mehr holt. Von diesem Szenario gehen aber wohl selbst die größten Pessimisten nicht mehr aus.

Christoph Kruse

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