Wieder ein Remis

Der Last-Minute-Spezialist

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Sorgte mit seinem wohlüberlegten Schuss in der Nachspielzeit für das vielumjubelte 2:2 gegen Wolfratshausen: Maximilian Süli (rechts).

Landsberg – Der TSV Landsberg hat sich in der Fußball-Bayernliga erneut als „Last- Minute-Spezialist“ erwiesen. Nach dem 2:2 beim Tabellenführer in Rain entriss die Kresin-Truppe diesmal im Heim- spiel vor knapp 500 Zuschauern dem BCF Wolfratshausen mit dem gleichen Ergebnis in der Nachspielzeit noch einen Punkt – „absolut verdient“, wie der Sportliche Leiter, Toni Yildirim, meint.

Dabei hatten sich die Mannen von Sven Kresin und Co-Trainer Christian Detmar in der zweiten Halbzeit gegen die Gäste sehr schwer getan. In der ersten Hälfte war das Konzept noch aufgegangen, das man sich angesichts der großen Personalsorgen vorgenommen hatte: Defensiv gut stehen und gegen die aggressiven Wolfratshausener geduldig auf die Chancen warten. Davon bekam man zunächst zwar nur eine (Siegwart scheiterte in der 14. Minute an Pradl im BCF-Tor), ließ allerdings auch nicht viel zu. Lediglich fünf Minuten vor der Pause hatte Heiland bei einem gefährlichen Freistoß von Ünlü aus halbrechter Position Mühe, den Ball noch abzuwehren.

Dass es diesmal kein Offensivspektakel werden würde, war Yildirim schon zuvor klar gewesen. „Bei uns fehlen wichtige Leute und Wolfratshausen spielt wie schon seit Jahren, ausschließlich auf das Zerstören konzentriert. So holen die eben ihre Punkte.“ In der Tat standen die Isarwinkler ihren Gegenspielern permanent auf den Füßen, bei den Landsbergern machte sich dagegen bemerkbar, dass Salemovic, noch angeschlagen, zunächst nur auf der Bank Platz nahm und eigentlich geschont werden sollte. „Da hat uns dann doch der Stratege im Mittelfeld gefehlt.“

Dass es kurz nach der Pause plötzlich 1:0 für die Gäste hieß, hatte aber eher mit einer Verkettung von unglücklichen Aktionen in der Defensive zu tun. Zunächst reklamierten mehrere Landsberger schon auf Toraus, als Lehr den Ball doch noch irgendwie in die Mitte schaufeln konnte. Cabrajas keineswegs scharfen Schuss aus spitzem Winkel von links bekam Heiland nicht zu fassen, auf der Torlinie konnte auch Knechtel den Ball nicht mehr wegbugsieren. Yildirim: „Da hat irgendwie jeder vorbeigeschlagen, der in der Nähe stand.“

Nach einer Stunde betrat Salemovic dann doch noch den Rasen im Sportpark und damit kam auch etwas mehr Gefahr ins Spiel: nach seinen präzisen Freistößen und Flanken bereitete man dem Gegner durchaus Probleme. Kurz vor Schluss wurde das Landsberger Trainerteam aber gezwungen, sogar noch offensiver zu wechseln: Nachdem erneut Cabraja Heiland zu einer Glanzparade gezwungen hatte (75.), bekam man nach einem Ballverlust im Konter Lamine Güye nicht mehr zu fassen, dieser schloss sauber zum 0:2 ab.

Da anschließend nur noch wenige Minuten zu spielen waren, sah es nach der dritten Heimniederlage aus – allerdings hatte der BCF da die Rechnung ohne die Energieleistung der TSV-Kicker gemacht. Als Pradl einen eigentlich harmlosen Freistoß in der 85. Minute fallenließ und mit seinen Vorderleuten den Ball auch in meh­- reren Versuchen nicht aus dem Strafraum befördern konnte, war es letztlich Hauke vorbehalten, den Anschluss per Kopf herzustellen.

Fülla hätte schon in der 90. Minute ausgleichen können, scheiterte aber mit seinem Gewaltschuss aus acht Metern deutlich. 91:25 Minuten waren dann gespielt, als Salemovic einen Eckball zu Süli an die Strafraumgrenze schob, den die Gäste dort offenbar komplett übersehen hatten; der 23-Jährige schloss überlegt zum umjubelten 2:2 ab.

Aus dem Lazarett

„Auf jeden Fall ein gewonnener Punkt und nicht zwei verlorene“, stellt Yildirim fest, der weiter wenig gute Nachrichten aus dem Lazarett der Landsberger hat – vor allem im defensiven Mittelfeld gehen die Spieler aus; diesmal mussten dort Knechtel und Süli aushelfen. Die Rückkehr von Rainer Storhas wird wohl noch drei bis vier Wochen auf sich warten lassen, bei Roland Krötz ist dieses Jahr voraussichtlich gar nicht mehr mit einem Einsatz zu rechnen. „Er kann seinen Knorpelschaden erst im Oktober operieren lassen; wir rechnen erst wieder nach dem Winter mit ihm.“

Bei Thomas Spannenberger, der auf der „Sechser“-Position in den ersten Spielen so positiv überrascht hatte, ist noch gar nicht klar, wie lange er zur Pause gezwungen ist. „Er muss in dieser Woche erst einmal in die Röhre“, weiß Yildirim, „bis dahin wissen wir nichts genaues, aber es könnte sein, dass er länger ausfällt.“

Absolut im Soll

Angesichts der dünnen Personaldecke liege der Aufsteiger „punktemäßig absolut im Soll“, so der Sportliche Leiter, der aber dennoch am Samstag (14 Uhr) im Hacker-Sportpark auf einen Sieg gegen den Tabellensiebten aus Eichstätt hofft. „Es wäre auch wegen unserer Zuschauer wichtig, dass wir wieder einmal einen Dreier daheim einfahren.“

Am heutigen Mittwoch dürfte man die Ziele nicht ganz so hoch stecken, wenn man um 19 Uhr in Unterföhring antreten muss. Der FCU hat seine jüngsten drei Spiele sämtlich gewonnen und dabei 11:1 Tore erzielt. „Die haben einen unglaublichen Lauf im Moment“, weiß Yildirim, „da einen Punkt mitzunehmen, wäre schon super für uns.“

Christoph Kruse

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