Für die Männer im Tor:

Nationalspielerin Franziska Albl beim HCL

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Die Nationaltorhüterin Franziska Albl wechselt nach Landsberg zu den Riverkings.

Landsberg – Kurz vor Transferschluss: Erst letzte Woche wurde Franziska Albl als Neuzugang bei den Riverkings verpflichtet. Die 22-jährige deutsche Nationaltorhüterin wechselt vom Landesligisten TEV Miesbach nach Landsberg.

Die gebürtige Füssenerin unterstützt ab sofort Christoph Schedlbauer und Maximilian Güßbacher im Tor. Sie sei damit Landsbergs erste Torhüterin in der Seniorenmannschaft, erklärt der Vorsitzende Markus Haschka.

In der Saison 2006/07 hat Albl angefangen im EV Füssen U14 zu spielen. Bereits in der übernächsten Saison stand sie in der Nationalmannschaft U15 im Tor und spielte in jeder darauffolgenden Saison in den jeweiligen Nationalmannschaften mit. Zuletzt gehörte sie zur Mannschaft 1b des SG TSV Schliersee/TEV Miesbach und spielte somit in der Landesliga Bayern; Daneben spiele sie im ESC Planegg, in der Frauenbundesliga, dazu kommt immer noch die Nationalmannschaft. Mit dem Wechsel möchte „ich sportlich weiter kommen“, erklärt Albl - ein Aufstieg in die Bayernliga ist damit inbegriffen.

Insgesamt hat sie in ihrer Laufbahn bisher in rund 258 Spielen mitgemischt und dabei etwa 13.500 Minuten auf dem Eis gestanden, das entspricht rund 225 Stunden. In der Saison 2011/12 wurde sie zudem zur besten Torhüterin in der U18 Liga gewählt.

Ab sofort ist sie dann für den HC Landsberg aufgestellt, um die zwei bisherigen Torhüter in ihrer Position zu verstärken. Da Albl bereits im Vorfeld mehrmals beim HCL mittrainierte, war der Weg für ihren Wechsel naheliegend.

Dass eine Frau in einer Männermannschaft spielt, ist nichts Ungewöhnliches mehr. Ab den kleinsten Mannschaften, den U8, können Mädchen mitspielen und auch bei den Senioren sind sie noch dabei. Dass Mädchen im späteren Alter - in den Teenager-Mannschaften - aus den gemischten Mannschaften verschwinden, liegt an den natürlichen Grundvoraussetzungen: Weibliche Spieler sind oft den Männlichen unterlegen, was das Feld betrifft. Ab einem gewissen Alter ist erkennbar, dass viele Mädchen nicht mehr mit den Jungen mithalten können. „Die Mädels haben den Vorteil im Tor, dass sie sich durchsetzen können, auch in Erwachsenenmannschaft, was im Feld nicht passiert: Da Kraft und Schnelligkeit fehlen“, erklärt Trainer Peter Chvatal und zählt unter anderem auch Franziska Albl als erfolgreiche Torhüterin in einer gemischten Mannschaft auf. Unter dem Nachwuchs, den Chvatal mittrainiert befinden sich auch Mädchen, die sich noch auf dem Feld halten können, aber auch im Tor stehen.

Ein prominentes Vorbild?

Lena Falkenberger (links) und Johanna Geiger (rechts) spielen gern als Torhüter bei den Jungs in der Mannschaft.

Die zwölfjährige Lena Falkenberger spielte bis letztes Jahr als Feldspieler und Torhüterin in der Mannschaft. Sie ist aus freien Stücken nur noch im Tor. „Letztes Jahr wollte ich komplett Torwart machen - wegen meinem Papa“, erzählt Lena, „weil der auch einer war.“ Die Lust auf Eishockey liegt bei ihr in der Familie. Derzeit gehört sie zur Knabenmannschaft des Vereins, ein inoffizieller Begriff für die U14 Mannschaft. Ihre Teamkollegin und Mittorhüterin Johanna Geiger hat zunächst Eiskunstlauf gemacht und ist schließlich durch ihren Bruder und dem Trainer zu dieser Sportart gewechselt.

Beide sind froh über die Entscheidung pro Eishockey. „Es ist ein ungewöhnlicher Sport“, sagt Lena, nur das Laufen mag sie nicht so. „Man kann Freundschaften mit Jungs schließen, die man normalerweise nie gehabt hätte“, erklärt Johanna. Beiden sind die Freunde aus dem Verein wichtig, da neben dem Sport kaum Zeit für anderes bleibt.

Für die Mädchen steht am Sonntag erst einmal das Spiel gegen den Wanderers Germering an. Franziska Albl freut sich hingegen auf ihren Wechsel und die WM im nächsten Jahr. Ihr Ziel ist es dann ein gutes Ergebnis zu erreichen - im letzten Jahr hatte ihre Mannschaft den vierten Platz belegt. Beim Training der Jugend steht sie allerdings auch gern zur Verfügung.

Franziska Rothermel

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