Überflüssige Dramatik

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Der mit den Saalebibern tanzt: Andreas Finkenzeller steuerte zwei Treffer und eine Vorlage zum 8:7-Heimsieg der Red Hocks gegen den USV Halle bei.

Kaufering – Nach einem Heimspiel, das die Red Hocks Kaufering über weite Teile kontrollierten, mussten sie sich am Ende mit einem knappen 8:7-Sieg gegen das Schlusslicht USV Saalebiber Halle zufrieden geben. Trotz einer unnötig spannenden Schlussphase gelang ein letztlich verdienter Sieg, der im Rennen um die Playoffs drei wichtige Punkte mit sich bringt. Drei Spiele vor Saisonende liegen die Bundesligafloorballer momentan auf Rang 4 in der Tabelle.

Die Vorzeichen am Sonntag waren klar: Die Red Hocks mussten gegen die Saalebiber die volle Punktzahl einfahren, um weiter in Richtung Playoffs zu marschieren. Bei einem schweren Restprogramm und zuletzt vermeidbaren Niederlagen waren die Zähler gegen den Tabellenletzten dringend eingeplant, um im Saisonendspurt nicht unter den wichtigen 6. Platz zu rutschen.

Die zwei Wochen Vorbereitung, die man akribisch genutzt hatte, um ein Mittel gegen die unkonventionelle Manndeckung der Hallenser zu finden, machten sich zu Beginn des Spiels gleich bemerkbar. Die Red Hocks hielten mit drei Reihen und vielen Nachwuchsspielern im Team lange den Ball, rotierten viel und kreierten dadurch einige Chancen. Nach zwei Minuten war es dann Julian Rüger, der vor dem eigenen Tor einen Schuss blockte, nach vorne marschierte und den Ball zum 1:0 in den Winkel setzte. Die Führung hielt nicht lange, nur drei Minuten später konnten die über das ganze Spiel hinweg sehr effektiv agierenden Hallenser die erste gefährliche Situation zum Ausgleich nutzen. Weitere Chancen auf beiden Seiten blieben ungenutzt, bis Andreas Finkenzeller in der 13. Minute einen Abpraller zur erneuten Führung nutzen konnte.

Red Hocks verschaffen sich Luft

Kurz darauf nahm der ehemalige Nürnberger Karsten Krämer im Biber-Trikot wegen Sperrens auf der Strafbank Platz. Doch nicht etwa die zuletzt verbesserte Powerplay-Formation der Kauferinger netzte ein: Nach nur 18 Sekunden wurde ein schneller Konter nicht konsequent unterbunden, die Folge war das ärgerliche 2:2. Kurz nach Ablauf der Strafe konnte Rüger aber die Unordnung in den Reihen der Gäste nutzen und sich an den langen Pfosten stehlen, wo er sehenswert von Daniel Szirbeck angespielt zum 3:2-Pausenstand einschieben konnte.

Der zweite Durchgang begann nicht optimal. Ein Freischlag brachte den erneuten Ausgleich zum 3:3, doch dieses Gegentor war das Startsignal für ein sehr gutes Drittel der Red Hocks. Nach einem Zweikampf wurde Rüger, der mit dem Hallenser Böckel aneinander geraten war, zusammen mit seinem Kontrahenten auf die Strafbank geschickt (25.). Nun war Platz auf dem Feld, den Marco Tobisch zum 4:3 nutzte. In den folgenden Minuten spielten die Red Hocks einige hochkarätige Chance heraus, das Resultat wurde binnen sechs Minuten auf 7:3 hochgeschraubt. Rückkehrer Johannes Weh, Nachwuchstalent Ricardo Wipfler und Kapitän Maximilian Falkenberger konnten Kapital aus drei Chancen schlagen.

Den Faden verloren

Die Marschroute war nun klar; das Spiel sollte genauso kontrolliert zu Ende gebracht werden. „Doch auf Hui folgte Pfui“, wie es Doppeltorschütze Rüger ausdrückte. Die Saalebiber zeigten sich vor allem dank ihrer brutalen Effektivität von der widerspenstigen Seite. Schon nach nur einer Minute fiel das 7:4. Dies konnte zwar noch durch das zweite Tor von Finkenzeller beantwortet werden (43.), in der Folge ließ ein Doppelschlag der Gäste innerhalb einer Minute die Souveränität der Red Hocks aber verpuffen, Nervosität machte sich breit. Die Angriffe wurden nicht klar zu Ende gespielt, und die Verteidigungsarbeit war zu unkonzentriert, sodass einige Hallenser Konter gefährlich wurden. Der Anschlusstreffer zum 8:7 fiel aber erst 20 Sekunden vor Ende des Spiels, sodass der Sieg über die Zeit gebracht wurde. „Das Spiel war aber insoweit erfreulich, als dass wir durchgehend mit drei Reihen gespielt haben und man gesehen hat, dass viele junge Spieler aus dem Nachwuchs hochkommen“, fand Kapitän Falkenberger.

Drei wichtige Punkte sind damit eingefahren, doch verpassten die Kauferinger es, sich vor dem kommenden Wochenende eine breite Brust zu erspielen. Schon am Samstag sollen in Hamburg die Playoffs klar gemacht werden. Ganze 40 Gegentore kassierten die gebeutelten Piranhhas in den zurückliegenden beiden Partien, dennoch liegen sie bei drei verbleibenden Spieltagen noch gefährlich in Reichweite. Tags darauf steht dann in Bremen das Viertelfinale im Pokal an. Bei einem Erfolg winkt der Einzug ins „Final 4“.

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