Lieber im Hintergrund

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In Zukunft wohl nicht mehr so oft auf der Tribüne: Andreas Jörg macht Schluss als Fußball-Abteilungsleiter.

Landsberg – Andreas Jörg macht Schluss als Fußball-Abteilungsleiter beim TSV Landsberg. Bei den turnusgemäßen Neuwahlen am Samstag wird sich der 42-Jährige nicht mehr zur Verfügung stellen, wie er im KREISBOTEN-Interview bestätigt.

Herr Jörg, Sie stellen Ihr Amt schon nach zwei Jahren wieder zur Verfügung. Gab es Ärger? 

Jörg: „Zunächst: ich habe ja schon zuvor acht Jahre im Nachwuchs gearbeitet. Und ich gehe ganz sicher nicht im Bösen. Mein Aufgabenbereich bei meinem Arbeitgeber wurde erweitert, ich bin zeitlich einfach stark eingebunden. Außerdem möchte ich der Abteilung auch weiterhin aktiv verbunden bleiben.“ 

Es gibt ja vermutlich schon einen Plan für die Zukunft, wie sieht der denn aus? 

Jörg: „Ich würde gerne im Hintergrund in einer Art Kompetenzteam mitarbeiten, es sollte nur jemand anderes als Abteilungsleiter den Hut aufhaben. Das könnte Robert Michel werden, wir hatten Gespräche im Vorfeld. Ich hoffe, dass er von den Mitgliedern gewählt wird, die dann natürlich die Entscheidung treffen.“ 

Wer soll zu diesem Team außerdem gehören? 

Jörg: „Wir hatten ja vor zwei Jahren bei meinem Amtsantritt sehr viel Arbeit, ohne Hilfe hätte ich das nicht bewältigen können. Ich möchte Jürgen Wiedemann und Corinna Botschafter erwähnen. Vor allem aber auch Toni Yildirim mit seiner Kompetenz, den ich am Anfang fast öfter als meine Frau gesehen habe. Ich hätte auch Toni weiterhin gerne in einem Team und gehe auch davon aus, dass er mitmacht.“ 

Wie beurteilen Sie die sportliche Entwicklung während Ihrer Amtszeit? 

Jörg: „Wie es mit der 1. Mannschaft gelaufen ist, ist sensationell. Man muss sagen, dass wir in Landsberg lauter Verrückte auf dem Fußballplatz haben. Das meine ich im absolut positiven Sinne, so etwas gibt es nicht oft.“ 

Trotzdem steht ja immer wieder offen im Raum, dass in Landsberg eher wenig Geld zur Verfügung steht. Kann man denn damit auf Dauer in der Bayernliga bleiben? 

Jörg: „Wir haben tatsächlich einen der kleinsten Etats, aber wir stehen auf zwei gesunden Beinen und alles, was die Spieler bekommen, ist absolut sauber. Den Hauptanteil machen natürlich die Sponsoren aus und hier haben wir eine sehr positive Entwicklung. Experimente gibt es bei uns nicht, Geschichten wie die in Aichach, Aindling oder anderswo wollen wir vermeiden.“ 

Dennoch beendet Hauptsponsor Hacker-Pschorr zum Jahresende auch in Landsberg sein Engagement. Reißt das eine Lücke? 

Jörg: „Wir haben Kandidaten für einen neuen Namensgeber des Stadions und für einen neuen Trikotsponsor. Ich denke, dass es da einen guten Abschluss geben wird und wir somit nichts verlieren. Namen kann ich aber noch nicht nennen.“ 

Wenn die 1. Mannschaft zwischenzeitlich auf Platz eins steht – bekommen Sie dann Angst vor einem möglichen Aufstieg in die Regionalliga? 

Jörg: „Nein, warum denn? Wenn das möglich wäre, sollte man das auch ins Auge fassen. Wir haben jetzt schon ein beinahe für das Regionalliga taugliches Stadion, den nötigen Gästeblock würden wir sicher auch hinbekommen.“ 

Die 4. Liga ist also kein Tabuthema? 

Jörg: „Absolut nicht. Das haben andere kleine Städte auch schon geschafft.“ 

Dazu wäre neben einer starken 1. Mannschaft aber auch ein solider Unterbau nötig. Der fehlte in den letzten Jahren manchmal in den höheren Altersklassen, wie sieht es da bei Ihrer Amtsübergabe aus? 

Jörg: „Wir haben wieder eine B-Jugend und wir haben auch wieder eine A-Jugend, als Spielgemeinschaft mit der FT Jahn Landsberg. Da leistet Stefan Neumann als Trainer übrigens eine herausragende Arbeit. Wenn wir es schaffen, dass wir dort noch besser aufgestellt sind, bilden wir wieder eigene Spieler mit einer sehr hohen Identifikation aus. Da sehe ich übrigens auch einen Schwerpunkt meiner zukünftigen Arbeit.“

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