Oberliga Süd

Drei Pleiten und ein Saisonende beim HC Landsberg

HC Landsberg - Memmingen (helle Trikots)
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Für die Stürmer der Riverings gab es gegen die Defensive des ECDC Memmingen (helle Trikots) kein Durchkommen.
  • Toni Schwaiger
    vonToni Schwaiger
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Landsberg/Selb – Die Riverkings des HC Landsberg sind weiterhin das abgeschlagene Schlusslicht in der Oberliga Süd. Die Heimspiele gegen den EHF Passau und die Memminger Indians gingen ebenso verloren wie das Gastspiel beim Tabellenführer in Selb. Überschattet wurde die betrübliche Woche zudem durch die schwere Verletzung des Stürmers und Leistungsträgers Adriano Carciola. Er fällt für den Rest der Saison aus.

In der Fußball-Bundesliga konnte der FC Schalke 04 am letzten Wochenende durch einen Sieg über die TSG Hoffenheim das Ruder herumreißen und eine historische Serie mit 30 sieglosen Spielen beenden. Den Riverkings hingegen gelang die Wende nicht. Seit dem 7:1-Sieg bei den Lindau Islanders vom 8. November vergangenen Jahres wurden 16 Spiele verloren.

Die Heimniederlage gegen die Black Hawks aus Passau fiel mit 2:3 (1:2;0:0;1:1) denkbar knapp aus und gab Anlass zur Hoffnung. Vier Minuten fehlten den Riverkings am Ende, um wenigstens die Overtime zu erreichen. Doch der Passauer Robin Deuschl beendete mit dem Siegtreffer in der 56. Minute alle Träume von einem Punktgewinn für die Lechstädter. Adriano Carciola (11.) und Marek Charvat (50.) konnten zweimal einen Rückstand egalisieren und vor allem im Unter­zahlspiel zeigten sich die Riverkings verbessert: sie behielten in dieser Disziplin ein weiße Weste.

Doppelt bitter

Die Niederlage war bitter genug, wurde aber noch durch den Schock verstärkt, dass Adriano Carciola in dieser Saison keine Tore mehr für die Riverkings schießen wird. Eine schwere Schulterverletzung erforderte eine zeitnahe Operation und führt zu einer langen Zwangspause. HCL-Pressesprecher Joachim Simon: „Dieser Ausfall ist sehr bitter für uns und wir alle sind in Gedanken bei Adriano. Die Verantwortlichen des Vereins sind nun fieberhaft auf der Suche nach einem Ersatz. Wir hoffen, dass wir noch im Verlauf der Woche einen Stürmer verpflichten können.“ Mit fünf Treffern und vier Assists in 13 Spielen gehört Carciola zu den wichtigen Stützen in den Sturmreihen des HCL.

Der Schreck über die Verletzung schien den Cracks der Riverkings noch in den Knochen und Köpfen zu stecken, denn zwei Tage später gab es gegen die Indians aus Memmingen eine verdiente 1:5-Heimpleite (0:1;0:3;1:1). Die Gäste dominierten die Partie über 60 Minuten nahezu nach Belieben und das Ergebnis hätte auch höher ausfallen können. So begnügte sich der Tabellenfünfte mit Treffern durch Dopatka (5.), Wolter (25.), Svedlund (28.), Fabian (34.) und Peter (56.). Auf Landsberger Seite traf Patrik Rypar (56.) zum zwischenzeitlichen 1:4.

Abhaken

Nun hieß es, diese Niederlage schnell abzuhaken, denn schon am Sonntag stand die Reise ins Fichtelgebirge zum Tabellenführer auf dem Programm. Beim 3:6 (2:2;0:1;1:3) gegen die Selber Wölfe zeigte der HC Landsberg seine vielleicht beste Saisonleistung. Die Defensive stand in den ersten Minuten diszipliniert und sicher. Hayden Trupp (6.) und Dennis Sturm (9.) brachten die Gäste sogar mit 2:0 in Führung und eine mittlere Sensation lag in der Luft. Doch zwei individuelle Fehler des HCL wurden durch Snetsinger (11.) und Miglio (20.) eiskalt ausgenutzt. Mit 2:2 ging‘s in die erste Pause.

Auch im zweiten Drittel lieferten die Verteidiger der Riverkings eine konzentrierte Vorstellung und blieben, ganz entgegen der üblichen Gewohnheit, ohne jede Strafzeit. Dennoch gelang den Hausherren nach 31 Minuten das 3:2 durch Miculka.

Im letzten Drittel war es dann doch so weit: HCL-Crack Maximilian Raß musste in der 53. Minute für zwei Minuten vom Eis und Miglio nutzte die Überzahl zum 4:2 für die Wölfe. Es spricht für die Moral der Landsberger, dass Dennis Sturm nur acht Sekunden später zum 4:3 traf. Die Partie war wieder offen. HCL-Coach Fabio Carciola riskierte schließlich alles und nahm Goalie Michael Güßbacher zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Doch dieser Mut wurde gleich zweimal bestraft, denn Miglio (59.) und Verelst (60.) trafen ins verwaiste Tor und stellten den 6:3-Endstand für die Wölfe her.

Derby gegen Peiting

Die Leistung beim Favoriten aus Selb gibt Anlass zu Optimismus für das Heimspiel gegen den EC Peiting am 13. Januar um 20 Uhr. Die Gäste aus dem Pfaffenwinkel wurden durch die Corona-Pandemie zu einer Pause gezwungen und spielten zuletzt am 26. Dezember. Mit 14 Punkten aus 13 Spielen sind sie nun Tabellennachbar der Riverkings. Und die müssen zwei Tage später erneut daheim aufs Eis. Zu Gast ist um 20 Uhr der Deggendorfer SC. Und am 17. Januar steht die Reise nach Rosenheim an. Dieses Spiel beginnt um 18 Uhr.
Dietrich Limper

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