Premiere beim Ötztaler Radmarathon

Hektisch war nur die Startphase

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Maximilian Aigner (links) aus Landsberg überzeugte beim Ötztaler Radmarathon und fuhr auf Gesamtrang 80.

Landsberg – Es war seine Premiere beim Ötztaler Radmarathon und er ist mit seinem Ergebnis rundum zufrieden: „Ich habe sehr wertvolle Erfahrungen sammeln können“, sagt Maximilian Aigner (19). Der höchst talentierte Rennradsportler aus der Lechstadt fuhr am Sonntag als 80. des Gesamtfeldes im Nobelskiort Sölden über die Ziellinie. Er war damit schnellster Teilnehmer aus dem Landkreis.

Von den insgesamt 4026 Radsportlern, die sich am Sonntag um 6.45 Uhr in Sölden auf den 238 Kilometer langen Rundkurs mit kräftezehrenden 5500 Höhenmetern machten, stammten mit Aigner immerhin 15 aus dem Landkreis Landsberg. Fünf davon mussten der für diesen Radmarathon ungewöhnlichen Hitze Tribut zollen und aufgeben, drei weitere überschritten das Zeitlimit von 13 Stunden.

Wie nahezu alle Teilnehmer hatte auch Maximilian Aigner mit den hohen Temperaturen zu kämpfen. Und das begann schon vor dem Rennen, wie er im Gespräch mit dem KREISBOTEN erzählt: „Ich hatte wohl die Klimaanlage im Auto zu kühl eingestellt und am Sonntagmorgen prompt leichte Halsschmerzen.“ Darüber hinaus sei er bei seinem „wichtigsten Rennen dieser Saison“ schon etwas nervös gewesen, als der da im Startblock 1B stand – direkt hinter Tour de France-Sieger Jan Ullrich. Und dann auch noch die hektische Startphase – „das kannte ich bisher nicht“, sagt Aigner, der in den Farben des Kirchmair Cycling-Teams antrat.

Erst am ersten der insgesamt vier Pässe, hoch zum Ski-Weltcup-Ort Kühtai, habe sich das Feld etwas beruhigt. Während sich die Spitzengruppe um späteren Sieger Enrico Zen (7:02.05 Stunden) bereits abgesetzt hatte, hielt sich der Landsberger „passiv in einer relativ guten Verfolgergruppe“ auf – über Innsbruck hinauf zum zweiten Pass, dem Brenner nach gut 120 Kilometer. Geschwindigkeiten von deutlich über 100 Kilometer werden in den Abfahrten gefahren – „da muss ich noch an mir arbeiten“, so Aigner – das galt insbesondere für das Bergab vom Jaufenpass nach St. Leonhard, mit vielen engen Kurven und schlechtem Straßenbelag.

Eine wahre Lehrstunde erhielt der 19-Jährige dann am vierten Pass des als eines der härtesten Radrennen weltweit geltenden „Ötztalers“, am Timmelsjoch. Rund 27 Kilometer ist der Anstieg lang und weist fast 1800 Höhenmeter auf. Erst machte Max Aigner weitere Plätze gut, musste sich dann aber dem hohen Tempo und der enormen Mittagshitze an der Steilwand beugen: Krampf im Oberschenkel, nichts geht mehr. Aufgeben kam aber nicht infrage, ein paar Meter gehen und weiter. „Das hatte ich noch nie“, so der hoffnungsvolle Radsportler, den Teamchef Stefan Kirchmair als „Rohdiamant“ bezeichnet. Kirchmair selbst, musste seine Hoffnungen auf einen dritten Triumph beim „Ötztaler Radmarathon“ eineinhalb Wochen zuvor begraben – Oberschenkelhalsbruch nach einem Sturz im Training.

Aigner jedenfalls kämpfte sich nach ein paar Schritten per Pedes wieder mit dem Rad nach oben und machte einen Platz nach dem anderen gut. Die verbleibenden 30 Abfahrts-Kilometer vom Timmelsjoch hinunter nach Sölden waren dann eigentlich nur noch ein Schaulaufen. Nach 7:50.31 Stunden überquerte der Landsberger das Ziel – knapp 50 Minuten nach dem Sieger, Platz 47 in der Allgemeinen Klasse. „Eine Wahnsinnsleistung“, war Teamchef Kirchmair mit Blick darauf, dass Aigner erst seit diesem Jahr aktiv ist, voll des Lobes.

Zweitbester Teilnehmer aus dem Landkreis war Thomas Schelle (Ludenhausen) vom MSC Reichling (7:59.51), gefolgt von Josef Stegherr aus Landsberg (8:28.48). Sie landeten auf den Gesamträngen 115 und 280.

Die weiteren Platzierungen: Jörg Schmid, Apfel­dorf, 8:47.36 (452); Toni Schwaiger, Landsberg, 9:35.45 (1066); Wolfram Riedel, Utting, 9:43.02; Alexander Iampieri, Landsberg, 10:10.35 (1561); Gerd Schaul, Kaufering, 13:04.19 (3553); Wilhelm Kirchmann, Thaining, 13:04.20 (3554); Klaus Ulzhöfer, Finning, 13:15.45 (3603).

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