U16 EM und Herren WM des Eisstockschießens in Regen

Penzinger Eisstockschützen wollen EM und WM-Titel

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Wie der Trainer so der Schützling. Der 14-jährige Stefan Gießer (links) und der amtierende Weltmeister Matthias Peischer (rechts) in Aktion beim Eisstockschießen.
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Wie der Trainer so der Schützling. Der 14-jährige Stefan Gießer (links) und der amtierende Weltmeister Matthias Peischer (rechts) in Aktion beim Eisstockschießen.

Penzing – Erneut spielen Penzinger Eisstockschützen um den Titel des Europameisters und des Weltmeisters. Der diesjährige Austragungsort verspricht jedoch außerordentlichen Nervenkitzel und Lampenfieber, denn die internationalen Meisterschaften finden auf heimischem Eis in Regen statt.

Wie der Trainer so der Schützling. Der 14-jährige Stefan Gießer (links) und der amtierende Weltmeister Matthias Peischer (rechts) in Aktion beim Eisstockschießen.

Für den 14-jährigen Stefan Gießer geht ein Traum in Erfüllung. In der vierten Klasse begann er mit dem Eisstockschießen. Genau wie sein Vereinstrainer, der 28-jährige U16-Nationaltrainer und amtierende Weltmeister Matthias Peischer, kam er über einen Freund und das Schnuppertraining zu den Penzinger Eisstockschützen. Doch für den Eissport musste er eine andere Sportart aufgeben: „Ich habe damals Schach gespielt.“ Damals hätten seine Eltern gesagt, er dürfe zwar ins Schnuppertraining, aber er dürfe keine neue Sportart anfangen. Doch dem 14-Jährigen gefiel das Eisstockschießen so gut, dass er die Schachfiguren an den Nagel hängte. Rückblickend wohl die richtige Entscheidung, denn jetzt tritt Gießer bei der U16 Junioren-Europameisterschaft an.

„Meine Eltern sind schon sehr stolz und mein Vater wird auch vor Ort sein“, erzählt der 14-Jährige. Ohne seine Eltern würde es aber auch nicht gehen, stellt Gießer klar. Auch sein Trainer ist stolz: „Es ist schön zu sehen, dass unser Training Früchte trägt und wir den richtigen Weg beschreiten.“ Die Jugend trainiere zwar zweimal die Woche, aber um auf Gießers Niveau zu spielen, seien noch private Trainingseinheiten nötig. „Im Winter ist es schwer, viel zu trainieren, da wir nur begrenzte Eiszeit in der Eishalle haben“, erklärt Peischer. Deswegen sei es sehr wichtig, in Wettkämpfen Erfahrungen zu sammeln.

Was den 16-Jährigen bei der EM erwartet, weiß Peischer zu gut. „Ich war selbst viermal in der Jugend bei einer EM dabei.“ Es würden stressige und nervenaufreibende Tage werden. „Wichtig ist, dass die Teilnehmer Spaß haben, sie werden später kein Geld damit verdienen, also können sie glücklich sein nicht in die Schule zu müssen.“ Eine Sache, die Peischer trotzdem immer wieder interessant fände, ist die Aufregung als Trainer. Er sei viel angespannter als Trainer, als wenn er selbst auf dem Eis steht.

Peischer sieht in Gießer großes Potential: „Wenn er eine Medaille holt, wäre das natürlich super, aber er ist erst 14, er wird auch nächstes Jahr noch mal bei der U16 antreten können.“ Das sei ein großer Vorteil. Ein spannender Faktor bei der EM und WM in Regen seien auch die äußerlichen Umstände. Es werden im bayerischen Wald bis zu 1.000 Zuschauer erwartet. „Vor so vielen Zuschauern zu spielen ist schon sehr besonders.“ Sein Schützling sieht das Ganze positiv und bleibt bescheiden: „Die Stimmung ist gut und ich bin einfach sehr glücklich über die Nominierung.“

Bereits am Montag reiste die Juniorenauswahl nach Regen. Gestern fand das Abschlusstraining, die Auslosung und die Eröffnungsfeier statt. Am heutigen Mittwoch beginnt die Vorrunde des Teamwettbewerbs. Morgen folgt die Vorrunde des Einzelwettbewerbs, ehe am Freitagvormittag die Vorrunde des Teamwettbewerbs endet. Nur wenige Stunden später folgen dann die Finalspiele der Einzelwettbewerbe. Die Sieger werden am Freitagabend zelebriert. Der folgende Tag kürt dann auch den Europameister im Teamwettbewerb.

Peischer tritt aufgrund seines Traineramtes bei der Herren-WM vom 9. bis 14. März nur im Teamwettbewerb an. „Ich möchte mit meinen Kräften haushalten können“, sagt der amtierende Weltmeister. Im Team tritt mit Florian Lechle ein weiterer Penzinger an. „Aktuell machen wir uns ein wenig Sorgen um Florian“, erzählt Peischer. Aufgrund einer Verletzung an der Hand drohe Lechle kurz vor der Weltmeisterschaft auszufallen. Die Zielsetzung bleibe unverändert: „Als amtierender Welt- und Europameister wollen wir natürlich wieder ganz vorne mit dabei sein.“

Insgesamt buhlen 26 Nationen bei der Herren-WM um den Titel. „Wie in anderen Sportkategorien gibt es auch bei uns die Exoten“, sagt Peischer So würden auch Teams aus Afrika antreten. „Natürlich haben die keine Chance, aber sie spielen zum Spaß.“ Die ehemaligen Vizeweltmeister aus Brasilien seien im Eisstockschießen jedoch nicht aus Spaß da: „Das sind Brasilianer, die in Österreich studieren.“ Auf diesem Wege seien sie zum Eisstockschießen gekommen. „Die trainieren wie verrückt, die sind nicht zum Spaß hier, die wollen immer gewinnen.“

Vielleicht ergibt sich ja auch bei den Eisstockschützen ein ähnliches, tolles und spannendes Halbfinalspiel gegen Brasilien wie bei der Fußball-WM 2014. Matthias Gschwind

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