Kathrin Ruile, Matthias Peischer und Florian Lechle treten an

Drei Penzinger Stockschützen bei der WM

+
Die Penzinger Stockschützen Kathrin Ruile (v. links), Matthias Peischer und Florian Lechle sind gut vorbereitet. In allen Wettkämpfen wollen sie Italien und Österreich schlagen.

Penzing – Ab heute sind die Penzinger Stockschützen in Amstetten bei der Europa- und Weltmeisterschaft. Florian Lechle spielt in der Juniorennationalmannschaft U23 bei der WM und Matthias Peischer ist zunächst als Trainer der U16 bei der EM dabei. Nur eine Woche später geht Peischer als Spieler des Herrenteams ins Rennen und Kathrin Ruile tritt für die Damen in der Stockschützenweltmeisterschaft an.

Gestern noch war die offizielle Eröffnung in Amstetten, ab heute müssen die jungen Penzinger Stockschützen ran. Bis zum 24. Februar haben die Junioren U23 und die Jugend U16 Zeit, den Titel zu holen. Während die U23 in der fünften Weltmeisterschaft Junioren kämpft, tritt die U16 in der 54. Europameisterschaft an. Eine Woche später findet dann die zwölfte Eisstock WM statt.

Qualifikation geglückt: Bei der Deutschen Stockschützenmeisterschaft holte Kathrin Ruile noch Gold und Bronze. Dann waren sie und ihr Penzinger Kollege Matthias Peischer für die Qualifikationslehrgänge der Nationalmannschaft nominiert (der KREISBOTE berichtete). Jetzt dürfen sie gegen Österreich und Italien mitmischen.

Erst Trainer, dann Spieler

Seit 2003 ist der 26-jährige Matthias Peischer nun Stockschütze, und mit 18 Jahren wurde er Trainer der U16 Mannschaft. Seit zwei Jahren ist er auch für die Nationalmannschaft U16 zuständig und hofft in diesem Jahr auf Gold. „Man kann das Ergebnis nie so gut planen“, erklärt Peischer. Österreich und Italien sind die stärksten Konkurrenten, die im vergangenen Jahr sowohl im Mannschaftsspiel als auch im Zielwettbewerb Einzel mit auf dem Treppchen standen. Einzig beim Zielwettbewerb der Mannschaft gab Italien ihren Platz auf dem Podest an die Schweiz ab.

Die stärksten Spieler für seine Mannschaft wurden über Qualifikationslehrgänge ermittelt. Er hat das ganze Jahr über bei verschiedenen Wettkämpfen zugeschaut und die Gegner analysiert. Als Spieler musste er selbst zu den Lehrgängen und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Auch bei den Herren sind die stärksten Gegner Österreich und Italien. Die zwei Nationen waren in den letzten zwei Weltmeisterschaften nicht zu besiegen, weshalb sich die deutsche Herrenmannschaft mit dem dritten Platz begnügen mussten.

Für seine Chance in der Nationalmannschaft hat sich Peischer gut vorbereitet, „wir haben das ganze Jahr für die unterschiedlichen Spiele trainiert und in der Nationalmannschaft haben wir einen guten Teamzusammenhalt.“ Mit seiner Jugend ist er ebenfalls zufrieden, „nur zwei Kinder, die mit die Stärksten sind, können nicht dabei sein; sie haben kein Schulfrei bekommen“, muss der 26-Jährige doch Abstriche machen.

Im Einzel und Team

Die bayerische Vizemeisterin Kathrin Ruile hatte bereits bei der Deutschen Meisterschaft gezeigt, was sie kann. Für die Weltmeisterschaft hat sich die 33-Jährige im Zielwettbewerb Einzel und Teamwertung qualifiziert. „Gegen die Österreicher und Italiener muss man schon bestehen“, bestätigt auch Ruile, setzt sich selbst im Einzelwettkampf allerdings die „magische Grenze“ von 600 Punkten. „Danach sehen wir weiter“, sagt sie; für den Zielwettbewerb ihrer Mannschaft wünscht sie sich Gold.

Bei den Damen ist im vergan­genen Jahr Verena Gotzler als deutsche Siegerin im Einzel hervorgegangen. Nach ihr folgten zwei Italienerinnen; allesamt über der magischen Grenze. Im Zielwettbewerb der Teamwertung hat es Deutschland zu Silber geschafft; darüber Österreich, darunter Italien. „Ich hab mich mit viel Training den ganzen Winter vorbereitet“, erzählt Ruile. Am kommenden Mittwoch wird es für sie ernst, zuerst im Einzel und am Tag darauf in der Teamwertung. In ihrer zweiten Disziplin wird Ruile im ersten der vier Durchgänge antreten und die nötige Vorlage für ihr Team liefern.

Mit der Mannschaft

Florian Lechle tritt zum ersten Mal bei der Weltmeisterschaft an. In der Vergangenheit spielte er für die U19 und zuvor die U16 in der Europameisterschaft. Mit dem jetzigen Team der Junioren U23 „wollen wir den Titel ‚Weltmeister‘ holen“, sagt der 22-jährige. Sollte das nicht gelingen, wäre die nächste Gelegenheit erst in zwei Jahren, „dann bin ich zu alt, um dort zu spielen.“

Der Stockschütze spielt bereits seit 2011 und tritt wie in den Meisterschaften zuvor im Mannschaftsspiel an. „Wir haben ganz normal zusammen trainiert“, schildert er. In dem Qualifikationslehrgang, den auch er durchlaufen hatte, wurden sie in Mannschaften eingeteilt. In diesen mussten sie ihr Können beweisen und die Trainer suchten die Mitglieder für die Mannschaft nach Leistung aus. In zwei Jahren will es Lechle dann ins Herren-Nationalteam schaffen, damit er auch dort den Titel holen kann. Nun gilt es allerdings erst einmal die Junioren-WM zu meistern. „Ich hab mich sehr über die Aufnahme ins Team gefreut, da die Konkurrenten dieses Jahr sehr stark waren“, allerdings wartet noch weitere Konkurrenz auf ihn; natürlich Italien und Österreich. Allerdings ist Lechle überzeugt, „wir sind eine starke Truppe und verstehen uns untereinander super, das könnte am Ende den Unterschied machen.“

Nicht nur im Sieg gegen die starke Konkurrenz sind sich die Drei einig. Sie wünschen sich auch mehr Anerkennung ihrer Sportart. Dafür müsste es allerdings auch Änderungen geben, so Lechle: „die Regeln müssen zuschauerfreundlich werden.“ Das größte Ziel: Stocksport als olympische Disziplin.

Franziska Rothermel

Auch interessant

Meistgelesen

HCL kämpft sich mit zwei Siegen in Folge auf Tabellenplatz 2 hoch
HCL kämpft sich mit zwei Siegen in Folge auf Tabellenplatz 2 hoch
Überraschungs-Ergebnisse für deutsche Floorballmannschaft
Überraschungs-Ergebnisse für deutsche Floorballmannschaft
Heimerer Schulen Baskets machen DJK Rosenheim mit 69:52 platt
Heimerer Schulen Baskets machen DJK Rosenheim mit 69:52 platt
Michael Unterbuchner erreichte als Dartspieler den Grand Slam
Michael Unterbuchner erreichte als Dartspieler den Grand Slam

Kommentare