Der Traum geht weiter

Penzinger Stockschützen sind Bundesliga-Sieger – aber sie wollen mehr

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Michael Wurmser, Florian Lechle, Matthias Peischer und Stephan Ruile (von links) sind Bundesligameister.

Penzing – Die Penzinger Herren präsentieren sich in dieser Wintersaison weiterhin von ihrer besten Seite und konnten am vergangenen Wochenende in Deggendorf den nächsten unglaublichen Erfolg feiern. Spätestens mit Silber beim Europacup im November hatten Matthias Peischer, Michael Wurmser, Stephan Ruile und Florian Lechle endgültig bewiesen, dass man zur deutschen Eistockelite gehört.

Nach der Vorrunde der 1. Bundesliga, in der 28 Teams aus ganz Bayern antreten, lag der FC Penzing in einem sehr engen Feld mit 14:10 Punkten auf Platz 3. Der Start in die Rückrunde im Eisstadion Deggendorf verlief dann nahezu optimal. Gleich die erste von noch 15 anstehenden Partien konnte gegen den Tabellenführer aus Gerabach gewonnen werden und auch die nächsten beiden Duelle gegen den EC Reichenbach und die TuS Engelsberg entschieden die Penzinger für sich. Erst im vierten Spiel des Tages, gegen den EC Ebra Aiterhofen II, musste man eine unglückliche Niederlage einstecken, ehe gegen den EC Grub ein gerechtes 9:9-Unentschieden folgte.

Davon unbeeindruckt folgten wieder drei souveräne Siege gegen die SpVgg Oberkreuzberg, den TSV Buchbach und Mitfavorit EC Sassbach. Damit übernahmen die Lechrainer die Tabellenführung. Davon beflügelt konnten auch die beiden folgenden schweren Spiele gegen Aigen am Inn und Oberbergkirchen gewonnen werden. Erst gegen den EC Moitzerlitz Regen folgte im Anschluss eine bittere 12:14-Niederlage, doch in der Folge rehabilitierte man sich mit dem nächsten Sieg gegen den EC Surheim.

Nichts zu holen war an Tag zwei gegen den Lokalrivalen TSV Peiting, doch die Tabellenführung war weiter nicht in Gefahr und spätestens durch die beiden Siege gegen Hengersberg und Mariaposching zum Abschluss war der Sieg in der Hauptrunde mit 37:17 Punkten gesichert. Damit nicht genug, auch die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft hatten die Penzinger, wie auch schon im Vorjahr, bereits in der Tasche.

Im Spielsystem mit Bahnenspielen hatten die Penzinger Herren nun in vier Spielen die Chance sich mit einem Sieg für das Halbfinale zu qualifizieren. Die erste Möglichkeit gegen den Moitzerlitz Regen blieb jedoch ungenutzt, wie schon in der Vorrunde stand am Ende eine knappe 11:15-Niederlage auf der Anzeigetafel. Der nächste Versuch den Einzug ins Halbfinale klar zu machen wurde vom EC Blau Weiß March verhindert, Penzing war plötzlich nicht mehr so sicher wie zuvor und verlor erneut. Im dritten Anlauf wurde dann endlich der Halbfinaleinzug fixiert, mit einer starken Leistung gegen den EC Altwasser Windorf, war der Platz unter den Top 4 gesichert.

Im Halbfinale ging es wieder gegen den EC Blau Weiß March, hier gelang die Revanche und der FC Penzing siegte mit 20:6 souverän. Dadurch war der Einzug ins Finale gegen den EC Altwasser Windorf perfekt, aber jetzt wollten natürlich alle den Titel nach Penzing holen. Nach zwei gespielten Kehren lagen die Penzinger jedoch mit 3:5 in Rückstand und dann folgte etwas für den Stocksport Unglaubliches: Eine schwerwiegende Fehlentscheidung des Schiedsrichters, der einen außerhalb des Feldes liegenden Stock für gültig erklärte. Diese fiel zu Ungunsten des FC Penzing aus und der Rückstand wurde auf 3:8 vergrößert. Doch die Penzinger konnten den Ärger in positive Energie umwandeln. Das Quartett kämpfte sich wieder ins Spiel und konnte noch auf den letzten Schuss ein 11:11 und die Verlängerung erreichen. Eine fehlerfreie Kehre 1 entschied Windorf mit einer 3 für sich, doch dann spielten Peischer, Wurmser, Ruile und Lechle groß auf und erreichten mit erneut vier perfekten Versuchen eine 5. Das Spiel war gedreht und der Jubel über den 16:14-Endstand zum Bundesligasieg entsprechend groß.

Der Fokus liegt nun voll auf der Deutschen Meisterschaft am 25. und 26. Januar in Waldkraiburg. Mannschaftskapitän Matthias Peischer blickt dieser hoffnungsvoll entgegen: „Das komplette Team ist schon den ganzen Winter in überragender Form und wir gehören spätestens mit dem Sieg in der Bundesliga zum engsten Favoritenkreis um den Deutschen Meistertitel und dieser Rolle wollen wir natürlich gerecht werden“. Denn, obwohl es bereits jetzt die erfolgreichste Wintersaison aller Zeiten für die Penzinger Herren ist, wollen alle noch mehr und wieder nach Edelmetall greifen.

Damen steigen ab

Auch für die Penzinger Damenmannschaft mit Verena und Maria Ruile, sowie Marianne Geyer und Martina Lachmair stand am vergangenen Wochenende die Rückrunde in der 1. Bundesliga auf dem Programm. Ohne die im Mutterschutz befindliche Leistungsträgerin Kathrin Ruile lag man nach der Vorrunde am Tabellenende. Doch der Kampfgeist war weiterhin groß und so kämpften Verena Ruile & Co. weiter um jeden Punkt und den Klassenerhalt. In der Eishalle Waldkraiburg gelang dies auch, so hatte man sich zwischendurch von Rang 24 bis auf Platz 16 nach oben gearbeitet. Eine Niederlage zum Abschluss der Vorrunde ließ die Damen jedoch wieder auf den ersten Abstiegsplatz rutschen.

Jetzt ging es in den abschließenden vier Bahnenspielen darum den 19. Platz noch zu verlassen. Hierfür mussten aus den vier Duellen mindestens drei Siege erreicht werden. Die Niederlage zu Beginn gegen Außernzell ließ dieses Unternehmen jedoch früh ins Stocken geraten. Schnell keimte nochmal Hoffnung für den Verbleib in Liga 1 auf, da Gattering und im zweiten Versuch auch der EC Außernzell besiegt werden konnte. Gegen den EC Lampoding ging es nun in das direkte Duell um den Klassenerhalt. Leider ging das Spiel mit 11:19 verloren und damit war der erste Abstieg für die Damen traurige Gewissheit. Die Rückkehr ins Oberhaus wird jedoch für die kommende Wintersaison, wenn alle Kräfte zur Verfügung stehen, anvisiert.

Auch die zweite Herrenmannschaft trat in Sonthofen zur Bezirksoberliga an. Rourtinier Bernd Huttner und die drei Youngsters Stefan Gießer (13 Jahre), Benedikt Schneider (15) und Alexander Misch (19) zur Vorrunde stellten das mit Abstand jüngste Team im Feld. Doch die intensive Vorbereitung trug Früchte. Mit 11:15 Punkten legten die Vier einen guten Grundstein für die Mission Klassenerhalt in der 4. Liga. Im Moment rangiert Penzing II damit auf Rang 15 unter 25 Mannschaften. In der Rückrunde am 2. Februar soll dann der Verbleib in der Liga fixiert werden.

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