Moto2-WM-Auftakt in Katar

Platz 7 in Katar: Pflugdorfer Marcel Schrötter ist zufrieden

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Wann und auf welcher Strecke Marcel Schrötter und Kollege Thomas Lüthi antreten dürfen, ist noch nicht bekannt. Corona stört auch die Moto2-WM.

Pflugdorf/Doha – Marcel Schrötter belegt beim Saisonauftakt in Katar Platz 7. Trotz der Erfüllung seines Wunsches nach einem Nachtrennen ist er mit dem erzielten Ergebnis nicht zufrieden. Schuld daran hat auch ein langes Duell im Fahrermittelfeld.

Das spektakuläre Nachtrennen auf dem Wüstenkurs unweit von Doha wurde am Sonntagabend bei guten Bedingungen ausgetragen. Aufgrund der Coronavirus-Absage aller MotoGP-Sessions stand dieses Wochenende die Moto2-Klasse im Rampenlicht. Daher wurde auch nach Einbruch der Dunkelheit gefahren.

Marcel Schrötter, der sich im Qualifying für Startplatz 13 qualifizierte, brauchte nach einem guten Start zunächst einige Runden, um sich von einem hartnäckigen Gegner zu lösen. „Am Ausgang der zweiten Kurve, wo man eigentlich viel Schwung für den nächsten Abschnitt holt, bin ich mit einem anderen Fahrer leicht aneinandergeraten und musste vom Gas gehen. In diesem Moment ist Thomas (Lüthi) an mir vorbei. Danach hatte ich ein rundenlanges Gerangel mit Fabio Di Giannantonio“, erzählt Schrötter.

Die beiden Fahrer überholten einander über einige Runden immer wieder. „Es kam dabei auch zu Berührungen und es hatte auch den Anschein, dass er das einige Male mit Absicht getan hat“, sagt Schrötter. Er entschied den Zweikampf für sich und zug am Italiener vorbei. Di Giannantonio belegte am Ende des Rennens Platz 13. „Ich denke, in den ersten Runden sollte man schon mehr mit Köpfchen fahren“, erklärt der 27-Jährige.

Im ersten Renndrittel fehlte Schrötter aber vor allem die gewünschte Geschwindigkeit. Aber auch das Vertrauen in das Vorderrad sei nicht groß gewesen: „Es fühlte sich an, als ob ich vorne sehr wenig Grip hätte. Ich war deswegen auch mehrmals in Sturzgefahr.“ Das sei ein Grund gewesen, weshalb er lange nur auf Platz 14 oder 15 herumfuhr. Doch je länger das Rennen dauerte, desto schneller wurde der Pflugdorfer. Ein Hindernis stellte jedoch der eigene Teamkollege Lüthi dar. „Er ist aber aufgrund seines Fahrstils nicht einfach zu überholen. Vielleicht hat es ein, zwei Runden zu lange gedauert, aber beim Teamkollegen wollte ich unbedingt auf Nummer sicher gehen“, so Schrötter.

Im letzten Drittel des Rennens sei die „Pace“ (Geschwindigkeit) fantastisch gewesen. Dies war auch an den Rundenzeiten zu erkennen, denn Schrötters Zeiten waren denen des späteren Rennsiegers Tetsuta Nagashima ebenbürtig. Schrötter trauerte daher im Ziel einem möglichen besseren Ergebnis etwas nach: „Der siebte Platz ist sicher kein Traumergebnis. Wir können aber mit unserer Performance sehr zufrieden sein. Zum Schluss gehörten wir neben Tetsuta (Nagashima) zu den absolut schnellsten auf der Strecke. Und der hatte ja ein richtig starkes Finish.“ Ein großes Problem sei die Anfangsphase, nach dem guten Start, gewesen.

Im Ziel waren es am Ende nur vier Sekunden, die auf den japanischen Rennsieger fehlten. „Das ist sicher nicht so schlecht. Vielmehr zählt heute aber unsere gemeinsame Leistung. Wir haben einen guten Job gemacht.“ Das sei positiv und genauso werde das Team weitermachen. Dies gilt auch für Hafizh Syahrin. Der Malaysier, der die letzten beiden Jahre noch in der MotoGP antrat, erreichte lediglich den 19. Platz.

Wann die Fahrer der Moto2-Klasse wieder starten, wissen sie aber nicht. Aufgrund des Coronavirus wird der zweite Grand Prix in Thailand erst im Oktober stattfinden. Somit wäre das nächste Rennen am 5. April in Austin (Texas/USA). Da die Gastgeberstadt aber den lokalen Ausnahmezustand ausgerufen hat, droht auch dieses Rennen vorerst ins Wasser zu fallen. Denn die Stadt setzt alle Veranstaltungen mit mehr als 2.500 Besuchern aus, außer die Organisatoren der Veranstaltung können dem Gesundheitsamt nachweisen, dass geeignete Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung ansteckender Krankheiten getroffen wurden. Texas meldet aktuell zwar 17 Coronafälle, jedoch ist kein Infizierter aus Austin. „Diese Situation ist nicht einfach zu verstehen. Trotzdem freue ich mich schon auf das nächste Rennen“, sagt Schrötter. Er hoffe, dass es bald wieder soweit sei.

Sollte es in Austin nicht zu einem Rennstart der drei Motorradklassen kommen, verschiebt sich der Saisonauftakt der MotoGP und Schrötters nächstes Rennen auf den 19. April in Argentinien.

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