"Riverkings" im Play-off-Modus

Fit fürs Traum-Viertelfinale

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Schon beim Testspiel gegen die Indians (schwarz-rot) aus Memmingen zeigten die Riverkings im Herbst vergangenen Jahres eine starke Leistung.

Landsberg – Drei Minuten nach Spielende in Höchstadt wusste HCL-Cheftrainer Andreas Zeck schon Bescheid, „die Spieler haben ja alle WhatsApp und so weiter“: Der HC Landsberg hat für das Play-off-Viertelfinale in letzter Sekunde als Gegner noch die Indians aus Memmingen erwischt – damit dürfte für eine Rekordkulisse gesorgt sein. „Ein Traum-Viertelfinale“ hieß es noch am Sonntag auch aus Memmingen.

Bis 1:08 Minuten vor Ende der Partie Höchstadt gegen Lindau standen die Zeichen noch auf ein Duell der Landsberger mit den Franken. Dann netzte Sascha Paul in Höchstadt zum 2:2-Ausgleich für Lindau ein, hievte damit Memmingen im Fernduell auf Platz 2 und bescherte schließlich den Riverkings das Derby. Zeck selbst hätte aus sportlicher Sicht durchaus Höchstadt favorisiert. „Wenn ich mir die Spiele in der letzten Zeit so anschaue, hätte es schon andere Gegner als Memmingen gegeben. Die haben ja einen ordentlichen Lauf hingelegt.“

Erwin Halusa hat im November das Trainer-Zepter in Memmingen von Jogi Koch über- nommen – und seitdem das AEV-Urgestein im Allgäu das Regiment führt, legten die Indians tatsächlich noch einen Endspurt in der Hauptrunde hin. In der Platzierungsrunde startete man erneut schwach, kam mit einer weiteren Siegesserie jetzt aber noch auf Platz 2.

Gegen den HC Landsberg sind die Memminger nicht nur deshalb klarer Favorit. Mit dem eingedeutschten Finnen Antti-Jussi Miettinen hat man einen der Topscorer der Liga auf der Gehaltsliste (13 Tore, 27 Assists in 24 Spielen). Gleiches gilt für den Kanadier Jordan Baker (23 Punkte in 13 Spielen.). Dazu hat man sich jetzt auch noch den 36-jährigen Routinier Milan Vanek geholt, der ebenfalls sofort eingeschlagen hat.

Auch alte Bekannte stehen in Reihen der Indians: Martin Hoffmann (29) spielte zwei Jahre für den damaligen EV Landsberg 2000. Torhüter Alexander Reichelmeir brachte es gar auf sechs Jahre am Lech, der 25-Jährige ist erfahrungsgemäß im Derby stets besonders motiviert.

„Kein Problem, es gibt auch bei uns ein paar Spieler, die durchaus heiß auf ihn sind“, so Trainer Zeck. Und so wie Reichelmeir eine Landsberger Vergangenheit hat, standen drei Riverkings schon in Diensten der „Indianer“. Bei Mike Dolezal (2009/10) ist das schon eine Weile her, frischer ist die Erinnerung an den Hühnerberg bei Andreas Schmelcher und vor allem bei Markus Kerber, der erst nach dem Trainerwechsel im Dezember in seine Geburtsstadt zurückkam – nach sechs durchaus erfolgreichen Jahren in Memmingen.

Ohne Druck

Trotz vieler Rivalitäten wird bei den Riverkings kein Erwartungsdruck aufgebaut. „Unsere Saison ist so oder so in Ordnung“, sortiert Zeck den vorzeitigen Klassenerhalt als großen Erfolg ein. „Wir haben keinen Druck, wir müssen nicht. Memmingen vielleicht schon eher.“

Die Außenseiterrolle könnte dem HCL sogar liegen. Mehrfach in der Saison zeigte man gegen auf dem Papier überlegene Teams starke Leistungen, wenn man nicht selbst das Spiel machen musste. Für Andreas Zeck ist somit auch die Marschroute für das erste Spiel am Freitag teilweise vorgezeichnet. „Play-offs, auswärts in Memmingen, wahrscheinlich vor einer Riesenkulisse – da musst du jedenfalls nicht jeden Sprint überall hin machen.“

Zuhause wird die Sache dann zwei Tage später wohl schon anders aussehen: „Wir wollen auf jeden Fall ein zweites Heimspiel erzwingen.“ Damit müsste seine Truppe mindestens eines der ersten drei Spiele gewinnen.

Für mehr Fans im Stadion: Vorverkauf und reguläre Preise

Derby in den Play-offs – es ist mit einem vollen Haus zu rechnen und der HC Landsberg öffnet deshalb vorzeitig die Kassen.

Für das Heimspiel gegen Memmingen am kommenden Sonntag (17 Uhr) können die Fans Karten im Vorverkauf erwerben: Am Mittwoch (18 bis 20.30 Uhr) sind die Kassenhäuschen im Sportzentrum be­setzt, am Samstag (14 bis 16 Uhr) gibt es Tickets im Büro in der Eishalle.

Davon nicht betroffen sind Besitzer einer Saisonkarte. Als einer der wenigen Vereine der Liga lässt der HCL diese auch in den Play-offs gelten. Aber auch den anderen Zuschauern gegenüber zeigt sich der Club fair und verzichtet auf einen Spitzen-Zuschlag; es gelten die regulären Preise.

„Der HC Landsberg möchte sich mit dieser Entscheidung bei seinen treuen Anhängern bedanken, die unsere junge Mannschaft die ganze Saison so prächtig unterstützt haben“, so Pressesprecher Matthias Hitzelberger. Man hoffe, in dieser Partie das Stadion damit in einen Hexenkessel verwandeln zu können.

Dazu wird in der Tat viel Zulauf der heimischen Fans nötig sein. Memmingen hatte im vergangenen Heimspiel über 1500 Zuschauer (Schnitt: 1200) und brachte bereits zum Punktspiel in der Hauptrunde über 400 Auswärtsfans nach Landsberg mit.

Christoph Kruse

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