Viertelfinale dahoam:

Siegtor in der letzten Minute

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Der Jubel der „Riverkings“ kannte (fast) keine Grenzen nachdem Markus Rohde den 2:1-Siegtreffer gegen die „Indians“ erzielt hatte.

Landsberg – „Wir haben ein zweites Heimspiel erzwungen, das ist die absolute Krönung für uns.“ HCL-Chefcoach Andreas Zeck war nach dem Sonntags-2:1-Heimsieg gegen Memmingen wunschlos glücklich. Damit glichen die Riverkings die Viertelfinalserie der Eishockey-Bayernliga zum 1:1 aus.

Zum Erreichen des Halbfinales sind drei Siege nötig, damit ist auf jeden Fall klar, dass die Landsberger noch einmal vor eigenem Publikum antreten werden, am Sonntag um 17 Uhr; Karten-Vorverkauf ist am Mittwoch von 18 bis 20.30 und Samstag von 14 bis 16 Uhr.

Auch wenn er nach dramatischem Spielverlauf erst in der letzten Minute fiel; der Siegtreffer für den HCL durch Markus Rohde war nicht unverdient. „Wir haben von der ersten Minute an richtig Gas gegeben und letztendlich meiner Meinung nach schon verdient gewonnen“, so Zeck. Vor fast 1700 Zuschauern in der Landsberger Eishalle hatte Michael Fischer nach auskurierter Schulterverletzung die Gastgeber nach 18 Minuten in Führung gebracht. Zehn Minuten vor Schluss egalisierte der Ex-Lechstädter Hoffmann im Powerplay, doch als alles schon nach einem Penalty-Krimi aussah, erlöste Rohde seine Mitspieler und die heimischen Fans.

Sekunden vor Schluss

Damit sieht Trainer Zeck seine Truppe vor dem nächsten Aufeinandertreffen in einer guten Position. „Wir haben unser Saisonziel sowieso schon erreicht und jetzt im Auswärtsspiel überhaupt keinen Druck mehr. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass da etwas für uns drin ist.“

Dass man zuletzt deutlich am Hühnerberg verlor, will er dabei nicht überbewerten. „Nach 40 Minuten hieß es 0:2, das war bis dahin ganz in Ordnung.“ Dann nahmen unter anderem die Schiedsrichter den vermeintlichen Anschlusstreffer der Riverkings nach Memminger Protesten wieder zurück – das Torgehäuse soll leicht gekippt gewesen sein.

Ein paar Fehler

Die Landsberger verloren danach sichtlich den Faden; Zeck: „Wir haben ein paar Fehler zuviel gemacht und ein bisschen zu sehr aufgemacht.“ Man habe von Anfang an den Eindruck gehabt, dass die Spieler ihr Konzept „nur zu 90 Prozent umsetzen konnten, möglicherweise hatten wir auch eine kleine Sperre im Kopf. Es war dann zu hoch, aber das ist in den Play-offs auch nicht so wichtig.“

Zwei Tage später hatten dann die „Indianer“ den klaren Sieg scheinbar nicht aus dem Hinterkopf bekommen – vor allem bei einigen Fans brach sich die Enttäuschung gegen Ende in unsportlichem Verhalten Bahn, so dass sogar noch Ordner und Polizei einschreiten mussten. Für HCL-Chef Markus Haschka ist die übergroße Emotionalität und das teilweise beleidigende Verhalten einiger Zuschauer aus dem Allgäu nicht recht verständlich. „Weder mit dem EVL noch mit dem HCL hatten wir jemals große Berührungspunkte mit Memmingen, ich weiß nicht, wo das jetzt herkommt.“

Zeitnahme friert fest

In der Schlussminute hatte sich dann sogar ein Offizieller des ECDC nicht mehr im Griff. Grund: Die Zeitnahme hatte in diesem Moment Probleme. Im Bedienteil verklemmen sich bei niedrigen Temperaturen immer wieder einmal die Tasten. Als die Uhr einmal nicht sofort gestartet werden konnte, reagierte der 3. Vorsitzende der Memminger noch nicht, als sie aber zwei Sekunden nach einem Pfiff weiterlief, griff er von der Pressekabine durch das Fenster in den daneben liegenden Raum und wurde gegen den Zeitnehmer tätlich.

Der Mann wurde daraufhin vom Ordnungsdienst aus dem Stadion geführt. Haschka: „Soweit ich weiß, ist auch Anzeige erstattet worden.“ Über weitere Maßnahmen will der Verein erst entscheiden, wenn man mit dem Memminger Vorstand gesprochen hat. „So ein Verhalten geht natürlich überhaupt nicht, aber ich will da jetzt möglichst auch keinen großen offiziellen Konflikt vom Zaun brechen.“ Er sei nach dem 2:1 ohnehin damit beschäftigt gewesen, „viel schönere Dinge zu feiern.“

Fünftes Spiel?

Die nächste Gelegenheit dazu gibt es möglicherweise schon wieder am nächsten Sonntag, Zeck und Co-Trainer Falkenberger können dazu fast wieder auf den kompletten Kader zurückgreifen. Lediglich Verteidiger Andreas Geisberger fehlt. „Bei ihm wussten wir aber schon seit Monaten, dass er aus beruflichen Gründen an diesem Tag nicht dabei sein kann.“ Falls es tatsächlich zu einem entscheidenden fünften Spiel kommt, wird dieses am Freitag darauf wieder in Memmingen ausgetragen.

• ECDC Memmingen – HC Landsberg 6:0 (1:0, 1:0, 4:0). Tore: 1:0 (7.) Rott, 2:0 (28.) Baker, 3:0 (50.) Vanek (+1), 4:0 (50.) Krafczyk, 5:0 (54.) Vanek, 6:0 (57.) Schirrmacher (+1). Zuschauer: 2133. Strafminuten: Memmingen 10, Landsberg 22+10 (Schedlbauer).

• HC Landsberg – ECDC Memmingen 2:1 (0:0, 1:0, 1:1). Tore: 1:0 (23.) Fischer (Tausend, Folk), 1:1 (52.) Hoffmann (+1), 2:1 (60.) Rohde (Dolezal). Zuschauer: 1693. - Strafminuten: Landsberg 14, Memmingen 10.

Christoph Kruse

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