Emotionen zum Saisonabschluss

"Riverkings" begeistern Rekordkulisse

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Wie auch seine Vorderleute gab HCL-Goalie Christoph Schedlbauer am Sonntag noch einmal sein Bestes, doch das reichte im Play-off-Viertelfinale gegen Memmingen (dunkle Trikots) nicht aus.

Landsberg – Es war ein emotionales Saisonende, das die fast 2000 Zuschauer in der Landsberger Eishalle den Riverkings bescherten. Trotz der 1:3-Niederlage gegen Memmingen und dem damit verbundenen Ausscheiden aus der Play-off-Serie feierten die Fans ihre Mannschaft mit minutenlangem Applaus und Sprechchören.

Bei Co-Trainer Michael Falkenberger – der an diesem Abend an der Bande das Zepter alleine führen musste, weil Andreas Zeck an Grippe erkrankt war – überwog kurz nach dem Spiel noch die Enttäuschung, „weil mit etwas Scheibenglück schon mehr drin gewesen wäre“. Die meisten Verantwortlichen im Verein zeigten sich aber ausgesprochen glücklich mit dem Saisonabschluss vor der Vereins-Rekordkulisse. „Das war der absolute Wahnsinn, ein echter Höhepunkt“, befand Markus Haschka, 1. Vorsitzender des HC Landsberg. „Die Saison ist super verlaufen, die Mannschaft hat das Soll mehr als erfüllt.“

HC Landsberg beeindruckt beim Play-off-Abschied

Die Truppe verabschiedete sich nach dem Spiel mit einem Transparent („Vielen Dank für eure Unterstützung“) von den Zuschauern und hatte ihrerseits in den 60 Minuten zuvor gegen die favorisierten Allgäuer wieder mit bedingungslosem Einsatz überzeugt.

Der Spielverlauf kam den Gastgebern dabei diesmal allerdings nicht gerade entgegen. Schon nach 50 Sekunden brachte Schirrmacher Memmingen in Führung, zehn Minuten später erhöhte Pertl im Powerplay auf 2:0. „Da haben wir das Spiel eigentlich ganz gut gestaltet. Im zweiten Drittel hatten wir dann allerdings Glück“, räumte Gästecoach Erwin Halusa ein. Von ihm gab es auch ein Lob für den Aufsteiger: „Auch, wenn unsere Ergebnisse zuhause klar aussehen, möchte ich Landsberg gratulieren. Sie haben uns über die gesamte Serie absolut alles abverlangt.“ So auch in Spiel vier am Sonntag. Nachdem im ersten und letzten Drittel jeweils die Latte für den bereits geschlagenen Memminger Torhüter Niemz rettete, prallte die Scheibe im Mitteldrittel vom Pfosten ab und kullerte hinter dem Goalie entlang – entschied sich dann aber, auf der Linie liegenzubleiben.

Die Memminger beschränkten sich da, abgesehen von einer fünfminütigen Drangphase, schon längst darauf, ihren Vorsprung zu verwalten und einzelne Offensivakzente durch Baker, Vanek, Rott und Miettinen zu setzen. Den Riverkings war mit zunehmender Spieldauer anzumerken, wieviel Kraft ihre Spielweise in den Play-offs schon gekostet hatte; aufgeben wollte man aber offensichtlich nicht so ohne weiteres. Bereits dreieinhalb Minuten vor Schluss nahm Falkenberger Torhüter Schedlbauer zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis, doch auch sechs Riverkings schafften es zunächst nicht, Niemz zu überwinden.

Die Gäste ihrerseits brauchten gleich drei Anläufe, um in eigenem Scheibenbesitz das leere Gehäuse zu treffen. Die Moral der Landsberger zeigte sich noch einmal in der Schlussminute. Obwohl die Begegnung nach dem 3:0 entschieden war, kämpfte man weiter und kam tatsächlich noch zum Ehrentreffer durch Fischer – sportlich bedeutungslos, dennoch heftig umjubelt.

Sensationell

„Wir sind stolz auf unser Team“ und „Ihr seid alle Landsberger Jungs“ schallte es noch lange danach von den Rängen – zur offensichtlichen Rührung der überwiegend sehr jungen Mannschaft. Routinier Mike Dolezal, der Andreas Geisberger als Kapitän in den beiden letzten Spielen vertreten hatte, schnappte sich noch das Stadionmikrofon und richtete sich an die Fans: „Eure Unterstützung war sensationell, vielen Dank dafür. Und unterstützt die Mannschaft bitte auch in der kommenden Saison, egal, wie es sportlich läuft. Sie hat es wirklich verdient.“

Noch geht es allerdings nicht gleich in die Sommerpause, zunächst steht die traditionelle Saisonabschlussfeier mit Trikotversteigerung (und mutmaßlich ein wenig Freibier) an. Termin ist am kommenden Samstag um 19 Uhr in der Gaststätte im Sportzentrum.

• Play-off-Viertelfinale, Spiel 3: ECDC Memmingen – HC Landsberg 7:2 (4:2, 1:0, 2:0). Tore: 1:0 (10.) Vanek (+2), 1:1 (12.) Turner (+1), 2:1 (14.) Tenschert, 3:1 (15.) Pertl, 4:1 (17.) Krafczyk, 4:2 (20.) Schmelcher (Dolezal, Gäbelein/+1), 5:2 (32.) Vanek, 6:2 (43.) Baker, 7:2 (52.) Miettinen. Zuschauer: 2502. -Strafminuten: Memmingen 18, Landsberg 18 + 5 + Spieldauer für Wedl.

• Play-off-Viertelfinale, Spiel 4: HC Landsberg – ECDC Memmingen 1:3 (0:2, 0:0, 1:1). Tore: 0:1 (1.) Schirrmacher, 0:2 (11.) Pertl (+1), 0:3 (59.) Baker (ENG), 1:3 (60.) Fischer (S. Kerber, Sturm). Zuschauer: 1950. - Strafminuten: Landsberg 14 + Spieldauer für Grünauer, Memmingen 20.

Christoph Kruse

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