1. kreisbote-de
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landsberg

Gut 40 Mädchen proben für den Bürgertanz beim Ruethenfest

Erstellt:

Kommentare

null
Schon seit Wochen proben die Mädchen für den Bürgertanz. Aber nun das erste Mal auf der großen Bühne. © Novy

Landsberg – Das Thermometer lag bei über 30 Grad. Keine einzige Wolke verdeckte die Sonne. Ein Sommertag wie er im Buche steht. Zuhauf finden sich die Menschen bei der Eisdiele am Hauptplatz ein und genießen im kühlen Schattenplätzchen ihr Eis. Während nur ein paar Meter weiter auf der Bühne in der prallen Sonne der Bürgertanz geprobt wird. Erstmalig. Denn bisher wurde nur in der Turnhalle geprobt. Aber die Mädels halten sich tapfer und geben den Zuschauern schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sie beim diesjährigen Ruethenfest erwartet.

Gut 40 Mädchen im Alter von neun bis 13 Jahren haben sich eingefunden, um für ihren großen Auftritt zu proben. „Eigentlich sind es 70“, erklärt Regina Hettmer. Sie ist neben Anke Treutlein, Saskia Dirauf und Marion Beidel eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen der jungen Tänzerinnen. Hettmer und Treutlein übernehmen die Tanzproben schon seit einigen Jahren. Dirauf ist das erste Mal dabei. Sie wird heute allerdings auch selbst mittanzen müssen. Denn die Zahl der Tänzerinnen geht nicht auf.

Was sofort auffällt: Es sind tatsächlich nur Mädchen. Sind die Jungs bei den heißen Temperaturen vielleicht doch lieber ins Schwimmbad abgebogen? „Ein Junge war dieses Jahr angemeldet. Aber der hat die Flucht ergriffen“, lächelt Hettmer. Nachvollziehbar. Als einziger Bub inmitten von zig Mädchen – das ist zugegeben eine Herausforderung.

Wobei die männlichen Tänzer auch schon die Jahre davor immer in Unterzahl waren. „Letztes Mal waren es vier oder fünf“, erinnert sich Treutlein. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Die Mädels spielen einfach geschlechterübergreifend alle Rollen selbst.

Bevor die Tänzerinnen aber zu lange in der glühenden Hitze stehen müssen, geht es mit den Proben auch schon los. Aus dem Lautsprecher ertönt die mittelalterliche Musik. Zuwenden, abwenden. Alles im Takt. Ein Knicks hier, ein Hüpfer dort. Und dabei immer die Kreisformation beibehalten.

Obwohl das Stück nur wenige Minuten geht, sieht man nach dem ersten Durchgang rote und schweißnasse Gesichter. Nur gut, dass gleich nebenan der Marienbrunnen für eine willkommene Abkühlung sorgt. Doch dann steht schon der zweite Durchgang an. Diesmal mit dem Einzug auf die Bühne.

Kleine Unsicherheiten und der ein oder andere Fehlschritt ist noch dabei. Aber die Betreuerinnen sind zufrieden mit Mädchen. „Wir sind jetzt beim Feinschliff“, meint Hettmer und Treutlein, die als Kind selbst mal beim Bürgertanz mitgemacht hat, ergänzt: „Sie müssen noch die Abläufe verinnerlichen, damit wir uns langsam zurück ziehen können.“

Nur noch wenige Proben stehen auf dem Plan. Eine davon im historischen Kostüm und mit Live-Kapelle. Doch dann hoffentlich mit ein bisschen angenehmeren Temperaturen.

Der dritte und letzte Durchgang steht an. Immer unter den Augen der zahlreichen Menschen, die an diesem späten Nachmittag über den Hauptplatz schlendern.

Doch dann haben sie es geschafft. Weil die jungen Tänzerinnen so tapfer durchgehalten haben, spendiert der Ruethenfestverein jeder von ihnen noch zwei Kugeln Eis. Da lässt sich die Hitze dann aufeinmal auch wieder gut aushalten. Und während die Mädchen ihr Eis genießen, kommen schon die Tänzer für den Herzog Ernst Tanz. Auch sie dürfen jetzt noch ein bisschen schwitzen.

Stephanie Novy

Auch interessant

Kommentare