Schwacher HCL

Eishockey auf Hobby-Niveau

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Reichlich Betrieb vor dem gegnerischen Tor: Landsbergs Stefan Kerber (links) und Ville Dollhofer (Mitte) scheitern an Inzells Christian Surauer und Goalie Ludwig Märkl.

Landsberg – Die Eishockey-Landesliga spielt verrückt und der HC Landsberg spielt mit: Die Teams an der Tabellenspitze patzten am Wochenende zwar mehrfach, doch anstatt Boden gutzumachen, ließen die Riverkings selbst Federn.

In Bad Aibling unterlag der HC Landsberg 5:2, zuhause reichte es gegen den Tabellenletzten aus Inzell nur zu einem 4:4. „Wir hätten in der Tabelle nach oben schauen können“, bedauert Trainer Topi Dollhofer, „das können wir uns jetzt schenken. In den nächsten Spielen wird es für die Junioren viel Einsatzzeit geben.“

Eine Vorstellung auf „Hobby-Eishockey-Niveau“ hatte Dollhofer gegen den DEC Inzell ge­- sehen – eine Einschätzung, die er wohl mit den meisten Zuschauern teilte. „Ich weiß nicht, ob nach den schweren und guten Spielen in den letzten Wochen diesmal die Spieler nicht so mit dem Kopf dabei waren. So richtig erklären kann ich mir das nicht, vor allem, weil sich die Fehler ja durch alle Mannschaftsteile gezogen haben und keiner annähernd Normalform erreicht hat. Die Leistung war eigentlich indiskutabel.“

Gegen das Tabellenschlusslicht einen Punkt abzugeben, war an diesem Tag tatsächlich ein Kunststück. Die Chiemgauer warfen viel Leidenschaft und Herz in die Waagschale, waren spielerisch aber deutlich unterlegen. Zudem hatte der DEC zwar 17 Akteure auf dem Spielberichtsbogen, konnte aber nur zwei Reihen einsetzen, was sich bei dem laufintensiven Spiel der Gäste mit zunehmender Spieldauer auch bemerkbar machte.

HC Landsberg und Inzell trennen sich 4:4

Die Riverkings konnten an diesem Abend kein Kapital daraus schlagen, ganz im Gegenteil: Obwohl drückend überlegen, kassierte man wieder einmal das 0:1. Mit dem ersten ernsthaften Torschuss traf Bernhard Balthasar; die Scheibe schlug über der Schulter von Paul Kienle im kurzen Eck ein – nicht die einzige Torwartschwäche dieses Abends. Anschließend wurde es dann richtig bunt. Bei Stefan Kerbers Schuss zum Ausgleich reklamierten die Gäste vehement auf Schlittschuhtor von Ville Dollhofer, zwei Minuten später schlug ein Schuss der Riverkings im Torwinkel ein, was alle außer dem zwei Meter danebenstehenden Schiedsrichter sahen, in der 17. Minute lag der Puck dann frei hinter Kienle vor der Torlinie und konnte gerade noch weggeschlagen werden.

Das Bild besserte sich aus Landsberger Sicht auch im zweiten Abschnitt nicht. Einen harmlosen Schlenzer aus dem Mitteldrittel legte sich der HCL-Goalie mit dem Schläger selbst ins Tor, im Powerplay wurden die Gastgeber immer harmloser, während Inzell langsam Geschmack an der Partie fand. Landsberg kam nicht mehr in die Zweikämpfe, was auch der Trainer von der Bank so sah: „Was Inzell anzubieten hatte, war Kampf, Herz, Einsatz. Das hat gereicht, um uns den Schneid abzukaufen.“ Dass seine Truppe nicht dagegenhalten konnte, ärgerte ihn sichtlich. „Wenn die zehn Jungs wie Simmler oder Endres, die wir letztes Jahr noch hatten, am Freitag zum ersten Mal wieder aufs Eis gegangen wären, hätten die das Spiel gewonnen.“

Den aktuellen Riverkings gelang das nicht. Zwar erzielte Michael Hess mit einer schönen Einzelleistung das 2:2 und ein Klemm-Schuss rutschte unter Märkl zum 3:2 durch, doch prompt düpierte Kilian den inzwischen eingewechselten Falkenberger zum 3:3. Nach einem Alleingang brachte Zeck den HCL noch einmal in Führung, die Gäste waren zu diesem Zeitpunkt stehend k.o. und kamen nur noch zu Befreiungsschlägen. Dollhofer: „Das muss man dann auch einmal clever zu Ende spielen und sich auch gegen einen solchen Gegner hinten reinstellen.“ Im Gefühl des sicheren Sieges öffnete der HCL die Deckung allerdings noch einmal; erneut Balthasar kam zum völlig überraschenden 4:4, was die Inzeller wie einen Sieg feierten.

Reaktion bleibt aus

Das Niveau war zwei Tage später in Bad Aibling zwar höher, die Punktausbeute aber noch schlechter. 2:0 lag der HCL durch Weis und Klemm nach 23 Minuten schon in Führung. „Das konnte man mit dem Spiel gegen Inzell nicht vergleichen, man hat gesehen, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigen will“, so Topi Dollhofer. Bad Aiblings Trainer Ludvik Kopecky ließ nach dem Rückstand allerdings regelmäßig einen Stürmer weit vorne lauern, was dann zu mehreren Alleingängen und auch zu drei Toren für die Gastgeber führte. „Das sind individuelle Fehler, da muss der jeweilige Verteidiger einfach besser aufpassen, das können dann auch die anderen nicht mehr ausbessern“, ärgerte sich der HCL-Coach.

Nach Chancen auf beiden Seiten im Schlussabschnitt stellte Neumaier auf 4:2 (51.), danach nahmen sich die Landsberger mit zwei Strafen in den letzten sechs Minuten praktisch selbst die Chance, noch einmal heranzukommen, das 5:2 war praktisch schon bedeutungslos.

Frustrierend

Einen Punkt gab es somit aus den beiden Spielen gegen den Tabellen-Elften und den -Fünfzehnten – „ein bisschen frustrierend“, so Dollhofer. „Wenn man sieht, wie bei uns trainiert wird und welche Möglichkeiten das Team hat, tut das weh.“ Allerdings, stellt er klar, mache es ihm weiterhin Spaß, mit der Truppe zu arbeiten. „Wir haben eben noch eine sehr junge Mannschaft. Wir haben sechs Unentschieden, mit erfahreneren Spielern gewinnt man davon auch ein paar. Aber das Potenzial ist eindeutig da.“

Beweisen kann das der HCL am Freitag um 19.30 Uhr beim Auswärtsspiel in Bad Tölz. Die Isarwinkler sind Tabellenzwölfter – was nichts heißen will, wie man spätestens seit dem letzten Wochenende weiß. Christoph Kruse

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