Den Gegner abgefertigt

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Neuzugang Benqiri (rechts) glänzte in dem Spiel gegen Vilzing durch sein Stellungsspiel und seine Ballsicherheit.

Landsberg – Das Statement überrascht: „Von der Spielanlage war Vilzing eigentlich besser“, resümierte TSV-Trainer Sven Kresin nach dem Heimspiel gegen die Oberpfälzer. Das Lob half der DJK allerdings nicht weiter, mit 6:0 fertigten die Landsberger die Gäste ab.

„Ihnen hat dann eben ein Spieler wie Stefan Strohhofer gefehlt“, meinte Kresin, „bei uns haben sich beide Bankspieler mehr als bezahlt gemacht.“ Das schlug sich auch im Ergebnis nieder, Strohhofer erzielte einen Kopfballtreffer und leistete für das Tor des ebenfalls eingewechselten Neuhaus die sehenswerte Vorarbeit. Allerdings hatten die Mannschaftskollegen zu diesem Zeitpunkt bereits gute Vorarbeit geleistet, vor allem Philipp Siegwart glänzte mit seinem Dreierpack. „Das hat mich für ihn gefreut“, so Kresin, „damit ist er endgültig in Landsberg angekommen.“ Beim ersten Treffer half DJK-Torhüter Michael Riederer (der in Vilzing einen Vierjahres-Vertrag besitzt) noch tatkräftig mit.

Haushoher Sieg gegen Vilzing

Den ersten Schuss von Siegwart ließ er fallen, rutschte dann noch weg, der Angreifer bedankte sich mit dem Abstauber. Beim 2:0 hatten die Landsberger sogar drei Versuche frei, bevor Siegwart einnetzte – warum Vilzings Coach Sepp Beller in dieser Szene an der Außenlinie heftigst auf Abseits reklamierte, dürfte sein Geheimnis bleiben. Die Gäste gaben nach dem Rückstand keineswegs auf, brachten aber nach der Mittellinie die entscheidenden Pässe nicht an, weil ihnen das Landsberger Mittelfeld über weite Strecken aggressiv entgegenkam. Der TSV provozierte etliche Ballverluste bei den stets unsicher wirkenden Gegnern und nutzte an diesem Nachmittag vor allem seine Chancen mit einer bemerkenswert hohen Quote. 

Nach einem Abspielfehler der Vilzinger wurde Siegwart schön bedient und traf zum dritten Mal (57.), danach war es spätestens um die Gäste geschehen. Benqiri hatte beim 4:0 das gesamte Tor offen vor sich, Strohhofer und Neuhaus machten den höchsten Saisonsieg perfekt. Dass Kresin mit seiner Truppe zufrieden war, verwundert angesichts des Ergebnisses nicht, er fand aber nicht nur für seinen Angriff warme Worte: „Ein ganz großes Lob geht an Storhas und an Benqiri, unsere beiden „Sechser“ haben ihre Qualitäten absolut abgerufen.“ Die Qualitäten von Rainer Storhas waren bekannt, dass sich Last-Minute-Neuzugang Benqiri so schnell in die Mannschaft spielt, war dagegen nicht unbedingt zu erwarten. 

Der 23-jährige Kosovare glänzte mit Spielübersicht, Ballsicherheit und gutem Stellungsspiel. „Er ist ein ruhiger, abgeklärter Mann, ich hoffe, dass er bei uns bleibt. Ich möchte ihn auf jeden Fall halten“, spricht sich der Trainer für Benqiri aus. Der Mittelfeldmann ist bis jetzt nirgends so richtig heimisch geworden und hat im Jahresrhythmus den Verein gewechselt. Kresin setzt darauf, dass Benqiri jetzt in Landsberg Wurzeln schlägt, weiß aber auch, dass es dazu beruflich passen muss. „Er ist gelernter Bürokaufmann, es wäre schön, wenn wir einen Job für ihn finden würden.“ Dass seine Mannschaft inzwischen gut auf- und eingestellt ist, schlägt sich auch in der Tabelle nieder, wo der TSV als bester Aufsteiger momentan Rang sieben belegt. 

„Das kann sich sehen lassen“, zieht Sven Kresin vor der Spielpause am kommenden Wochenende ein Fazit. „Auch wenn wir ein Spiel mehr haben, ist das bemerkenswert, dass wir mit 25 Punkten dastehen, wo der Zweite 30 hat.“ Neben den Zahlen ist für ihn auch eine andere Erkenntnis nennenswert. „Bis auf das Spiel gegen Pullach, wo wir verdient verloren haben, haben wir gegen jeden Gegner gesehen, dass wir mehr als nur mithalten können, wenn wir die individuellen Fehler vermeiden.“ 

Als nächstes soll das der SV Raisting zu spüren bekommen. Der alte Rivale, der den Sprung in die Bayernliga ein Jahr vor dem TSV Landsberg schaffte, steckt im Moment auf den hinteren Tabellenrängen fest. Dennoch warnt Kresin vor den Nachbarn. „Sie haben einen guten Kern in der Mannschaft, aber im Moment wahnsinniges Verletzungspech. Raisting ist auf jeden Fall besser, als es die Tabelle zur Zeit aussagt.“ Zudem erwartet der Trainer am 11. Oktober (14 Uhr) viel Unterstützung für den Gegner im Landsberger Hacker-Sportpark, „die werden versuchen, das zu einem Auswärtsspiel für uns zu machen.“ 

Den Rivalen im Auge 

Dank des spielfreien Wochenendes haben die Landsberger viel Zeit, sich auf die Partie vorzubereiten, Kresin und Co-Trainer Christian Detmar gehen die Sache dosiert an. So wird in dieser Woche nur zweimal trainiert, am Freitag geht es auf „Spionage-Tour“, wenn man sich das Raistinger Heimspiel gegen Dachau anschaut.

Christoph Kruse

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