"Es geht darum, sich zu zerreißen"

Bayernligist stellt Neu-Coach Guido Kandziora vor

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Wollen den TSV aus dem Tabellenkeller herausführen (v. links): Robert Michel (Abteilungsleiter), Guido Kandziora und Arek Wochnik (Sportlicher Leiter).

Landsberg – Disziplin, eine klare Hierarchie und ehrliche Kommunikation. Das sind die Werte, die die Fußballer des TSV-Landsberg aus den abstiegsgefährdeten Rängen der Bayernliga-Tabelle führen sollen. Für ihre Umsetzung ist er zuständig: Guido Kandziora. Die Abteilungsleitung hat den neuen Trainer mit einem Vertrag bis Juni ausgestattet, im Erfolgsfall ist eine längerfristige Zusammenarbeit angedacht.

Unterdießen, Lamerdingen, Oberweikertshofen, Schwabmünchen. Hier hat A-Lizenz-Inhaber Kandziora seine bisherigen Erfahrungen an der Seitenlinie gesammelt, letzteres Team führte er aus der Landes- in die Bayernliga und etablierte es dort, ehe die Betätigungsfelder exotischer wurden. In Indien spürt der heute 49-Jährige seit 2015 im Auftrag von Bundesligist TSG Hoffenheim als Scout Talente auf und treibt deren Entwicklung voran, zuletzt bekleidete er das Amt des Sportdirektors bei der Fußballabteilung des DTS Windhoek in Namibia.

„Seit drei, vier Wochen bin ich wieder da“, sagt Kandziora; er brenne auf die neue Herausforderung in Landsberg. In einem „langen und detaillierten Gespräch“, so Andreas Jörg vom TSV, habe Kandziora die Entscheidungsträger am Montagabend vergangener Woche von sich überzeugt. Drei Kandidaten hätte man nach der Entlassung Uwe Zenkners im Auge gehabt, erklärt Abteilungsleiter Robert Michel. „Wir denken, dass wir den richtigen Griff getan haben.“

Start bei Null

Das ist auch dringend nötig, wollen die Lech-Kicker nicht noch weiter in den Abstiegsstrudel der Bayernliga gezogen werden. „Die Saison beginnt jetzt wieder bei null“, kündigt Kandziora einen Neustart für das Team an, dem er sein Vertrauen ausspricht. Zumindest bis auf weiteres. Bis zur Winterpause erhalte jeder Spieler Zeit, positiv auf sich aufmerksam zu machen. „Es sind alle gefragt, die Situation anzunehmen und die Verantwortung für sich selbst und den Verein zu tragen.“ Angesichts der aktuellen Situation gehe es um nicht weniger, als sich zu „zerreißen“.

Welche Früchte das auf dem Platz trägt, werde die kommenden Wochen zeigen. „Die wichtigste Achse im Team und das Drumrum, da sehe ich Potenzial“, erklärt Kandziora, der zuletzt Gast bei den Auftritten des TSV war und den Werdegang einiger Spieler schon länger verfolgt. Er wolle „Männer“ auf dem Platz sehen, die im Zweikampf zu bestehen wüssten. Defensive Stabilität solle das Resultat einer aggressiven Arbeit gegen den Ball sein. „Ich will aber nicht zu stur an meinem Spielstil festhalten, eine Philosophie muss auch erarbeitet werden.“ Dabei mithelfen soll ein Co-Trainer, eine Vertrauensperson, deren Zusage aber noch nicht in trockenen Tüchern ist.

„Wenn Guido annähernd hält, was er verspricht, sind wir nächstes Jahr um diese Zeit wesentlich glücklicher“, hofft Jörg auf einen sportlichen Aufschwung. „Entscheidend ist der Erfolg“, weiß auch Michel. Stelle sich dieser ein, sei das Interesse, Kandzioras Kontrakt über den Juni hinaus zu verlängern, zweifellos gegeben.

Neben der Neubesetzung des Trainer-Postens will sich die Abteilung auch hinter den Kulissen verstärken. Am Freitag steht die Abteilungsversammlung an. Arek Wochnik und Luke Rottmann, die bereits seit einiger Zeit für den sportlichen Bereich mitverantwortlich zeichnen, sollen nun auch offiziell in ihrem Amt bestätigt werden. Dominik Botschafter will sich der Öffentlichkeitarbeit annehmen.

Kandzioras erster Pflichtspiel-Auftritt steht dann am Samstag ab 14 Uhr zuhause gegen Schwaben Augsburg an. Der Aufsteiger aus der Fuggerstadt liegt derzeit auf Rang 9 der Tabelle, ist aber seit sechs Partien sieglos. Immerhin: Gegen die Spitzenteams aus Rain und Heimstetten gelangen zuletzt zwei Unentschieden, letzterem Gegner schenkten die Schützlinge um Coach Sören Dreßler drei Treffer ein. „Ein Sieg würde vieles leichter machen“, hofft der Neue.


Rasso Schorer

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