Luca Göttlicher auf dem Motorrad erfolgreich

Corona bremst Rennfahrer »Lucky Luc« aus

Luca Göttlicher - Penzing
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Immer am Limit: der 13-jährige Luca Göttlicher alias „Lucky Luc“ auf seiner Rennmaschine.
  • Toni Schwaiger
    VonToni Schwaiger
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Schwifting – Kleiner Bayer mit großen Zielen: Luca Göttlicher aus Schwifting begann seine Karriere früh. Im Alter von nur vier Jahren saß er zum ersten Mal auf einer Yamaha PW 50, die er zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, mittlerweile hat der 13-Jährige zehn Meistertitel zu verbuchen. Die jüngste Saison allerdings lieferte eher Magerkost. Kein Grund jedoch, den Kopf in den Sand zu stecken.

Die zurückliegende Saison markierte erneut einen Meilenstein in der Karriere des Penzingers. Mit der Aufnahme in das Liqui Moly IntactGP Juniorteam begibt er sich auf die Spuren des Pflugdorfer Moto2-WM-Piloten Marcel Schrötter, der beim selben Rennstall unter Vertrag steht. Luca Göttlicher erhielt so die Möglichkeit, in dem von der Dorna geförderten Northern Talent-Cup zu starten. Trotz des enormen Trainingsrückstands mit der neuen KTM RC4R gegenüber der Konkurrenz, beendete Luca den Vorsaisontest auf Platz 4.

Das Setup muss passen: Luca Göttlicher, 13-jähriger Motorrad-Rennfahrer aus Penzing, mit seiner Maschine.

Das erste Rennen der von Corona geplagten Saison fand auf einer für Göttlicher unbekannten Strecke, dem Sachsenring, statt. Mit Hürden: Aufgrund von Lizenzproblemen verpasste der 13-Jährige die Freien Trainings und wurde im ersten Qualifying ins kalte Wasser geworfen. Doch Luca behielt die Nerven und sicherte sich souverän Startplatz 12 im international besetzten Feld. Doch dann wurde er im ersten Rennen von einem Kontrahenten zu Boden gerissen. Auch im zweiten Rennen hatte „Lucky Luc“ kein Glück. Ein Defekt stoppte Luca ihn bereits in der ersten Rennrunde und er musste das Motorrad am Strecken­rand parken.

Zur zweiten Veranstaltung am Lausitzring wollte der Nachwuchsracer nach dem turbulenten Saisonstart endlich seine ersten Meisterschaftspunkte sammeln. Doch die Ernüchterung folgte bereits beim Training, als erneut Probleme mit dem Motorrad auftraten, die sich bis zu den Rennen auch nicht lösen ließen. Luca kämpfte jedoch tapfer und rettete seine KTM RC 4R auf Platz 9 und Platz 11 ins Ziel.

Erstes Ausrufezeichen

Nach einer kurzen Serienpause und einem in Mattig­hofen erfolgten Technikcheck im KTM-Werk, fand sich endlich der Fehler am Motorrad. So ging es für den 13-Jährigen am dritten Rennwochenende erstmalig an den Hockenheimring. Das Bike lief endlich wieder perfekt und der zweitjüngste Teilnehmer im Feld zeigt trotz fehlender Streckenkenntnisse am ersten Tag sein Potenzial. Mit Platz 4 im Freien Training setzte er auf trockener Piste gleich mal ein Ausrufezeichen.

Pünktlich zum Zeittraining begann es jedoch zu regnen und so stand die Konkurrenz vor einer neuen Situation – ganz besonders Göttlicher: Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch keine Erfahrung mit der KTM und den neuen Regenreifen und musste dem Tribut zollen. Bei anschließend wechselnden Wetterbedingungen ging Luca mehrmals zu Boden. Nach einem weiteren Sturz in der Qualifikation war das Vertrauen in die Strecke und Bike komplett weg. Immerhin fuhr der 13-Jährige im ersten Rennen noch auf Platz 13. Im darauffolgenden zweiten Lauf kam der für ihn absolute Tiefpunkt. Zu Rennbeginn musste beim Sturz eines vor ihm liegenden Piloten ausweichen, verlor komplett den Anschluss und verpasste auch noch knapp die Punkte.

Frisch motiviert und bei guten Wetterbedingungen ging es nun zum Finale nach Brünn. Die KTM RC4R lief vom ersten Training an perfekt und Luca konnte endlich zeigen dass er den Speed für vordere Plätze auch in dieser Serie besitzt. Nach den ersten zwei freien Trainings vor der Qualifikation war das Ergebnis Platz 2 im starken Fahrerfeld.

Aufkommende Windböen am zweiten Tag sorgten dafür, dass die erste Qualifikation kurz zu einem dritten freien Training umgewandelt wurde. Luca war sofort schnell und fuhr auf seiner ersten schnellen Runde, als ihm Bergab eingangs Omega eine sich lösende Bugverkleidung zum Verhängnis wurde. In voller Schräglage setzte der Bug am Kurb auf und riss Verkleidung samt Luca vom Motorrad. Nach einem Besuch im Medical Center war klar, dass das Wochenende aufgrund eines doppelt angebrochenen Mittelfußknochen ein abruptes Ende nahm. Bitter, da die gefahrene Zeit für die Startaufstellung immer noch in Reihe 2 gereicht hätte und vom Gefühl das erste Podium an diesem Wochenende möglich gewesen wäre.

Endlich ein Titel

Besser lief es im Honda Talent-­Cup im Moto3-Standard. Göttlicher konnte mit seiner Honda nach dem Vizetitel nun endlich den Meistertitel 2020 einfahren – sein zehnter insgesamt.

Im neuen Jahr gerade von seiner Verletzung erholt, trudelt mitten in den Saisonvorbereitungen 2021 die nächste Nachricht im Hause Göttlicher ein: Kurz vor Einschreibeschluss hat das Junior Team seine Aktivitäten im Northern Talent-Cup eingestellt, jedoch konnte die KTM RC4R vom ehemaligen Team übernommen werden. Luca bereitet sich bereits intensiv darauf vor, auch in der anstehenden Saison Fahrzeiten auf große Strecken zu bekommen. „Mein nächster Schritt in 2021/22 muss sein, mich für die Teilnahme am Red Bull Rookie Cup oder in der hart umkämpften CIV in Spanien zu empfehlen.“ Schließlich will sich Luca auch in Zukunft mit der internationalen Konkurrenz messen und zeigen, dass er zu den Besten seiner Altersklasse gehört, um sein großes Ziel und seinen Traum zu erreichen: Profi in einem WM-Rennstall.

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