Schmerzhafte Niederlagen

Die "Unfairen" gehen leer aus

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So sehr er sich auch streckte: HCL-Keeper Christoph Schedlbauer musste am Freitag gegen Peißenberg im ersten Drittel die Scheibe viermal aus seinem Netz fischen

Landsberg – Im fünften Saisonspiel haben die Riverkings am Freitag erstmals richtig Lehrgeld bezahlen müssen. Beim 1:10 gegen Peißenberg lieferte der HC Landsberg auf eigenem Eis eine schwache Vorstellung ab und verlor am Sonntag auch noch in Waldkraiburg – mit 2:3.

Die Eishackler zeigten solides Eishockey, die Schiedsrichter hatten dagegen nicht ihren besten Tag erwischt. Beides hätte aber längst nicht zu der zweistelligen Niederlage geführt, wenn sich die Gastgeber an diesem Abend nicht ständig selbst in Schwierigkeiten gebracht hätten. „Wir haben nicht von der ersten Minute Vollgas gegeben, es ist auch nicht einer für den anderen gelaufen. Und wenn wir das nicht tun, geht ein Spiel so aus“, lautete das knappe Fazit eines sichtlich konsternierten Andreas Zeck nach der Partie. Der Co-Trainer war an der Bande für Alex Wedl eingesprungen, der überraschend wieder selbst aufs Eis ging, da sich Folk am Daumen verletzte hatte und ausfiel.

"Riverkings" bezahlen viel Lehrgeld

Allerdings konnte auch der Spielertrainer das Debakel nicht verhindern, obwohl er seinen Mannschaftskollegen mit teilweise drastischen Worten ins Gewissen redete. Für Sohn Tobias Wedl war die Partie sogar schon nach 15 Minuten beendet. Als ihn der Schiedsrichter nach einem Check mit einer Disziplinarstrafe bedachte, vergriff sich der Spieler mehrfach so im Ton, dass er mit rekordverdächtigen 52 Strafminuten vorzeitig in die Kabine geschickt wurde.

Auch seine Mannschaftskollegen hatten sich teilweise nicht im Griff, so dass die Strafbank immer wieder gut besetzt war. Für die Peißenberger kam das ganz offensichtlich wie bestellt, insgesamt fünfmal schlugen sie in Überzahl zu, trafen aber auch einmal bei Landsberger Powerplay sowie mit einem Penalty. Dass die Eishackler die Einladung durch die Spielweise der Riverkings gerne annahmen, gab Trainer Randy Neal später offen zu. „Wir haben gewusst, dass Landsberg undiszipliniert spielt und uns in den Tagen zuvor gezielt darauf eingestellt. Wir haben auch viel 5 gegen 3 trainiert.“

Angesichts des Leistungsunterschiedes an diesem Tag hatten die Landsberger unter den knapp 900 Zuschauern beim Stand von 0:4 schon nach dem ersten Drittel kaum noch Hoffnung auf Zählbares – zumal Tripoli, der Schedlbauer im Tor ersetzte, gleich mit dem ersten Schuss nach Wiederanpfiff das 0:5 kassierte. Für den HCL traf lediglich Markus Rohde mit einer schönen Einzelaktion, die Peißenberger erzielten scheinbar nach Belieben ihre Treffer, während sich die Landsberger weiter Strafzeiten abholten.

„Wir haben unsere Siege vorher nicht überbewertet und wir werden auch diese, wenn auch schmerzhafte, Niederlage nicht überbewerten“, sagte HCL-Vorsitzender Markus Haschka nach dem Spiel. „Wir haben gewusst, dass wir mit unserer jungen Mannschaft immer wieder einmal verlieren werden – auch hoch.“

Gut verkauft

Zu hoffen bleibt allerdings, dass die Disziplinlosigkeiten die Ausnahme bleiben – dafür spricht zumindest das Ergebnis vom Sonntagsspiel in Waldkraiburg. Beim ungeschlagenen Tabellenführer verkaufte man sich ganz anders als zwei Tage zuvor und stand sogar knapp vor einem Punktgewinn. Nachdem man bei den Löwen schon 0:2 hinten lag, verkürzte Stefan Kerber in der 20. Minute; selbst das 3:1 für die Waldkraiburger bedeutete noch nicht die Entscheidung. Drei Minuten vor Schluss schaffte Dolezal den 3:2-Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es nicht mehr, doch mit dem knappen Ergebnis dürfte man angesichts der Vorgeschichte gut leben können, zumal man sich auch spielerisch durchaus achtbar verkaufte.

Liga-Spitzenreiter

In der Tabelle ist der HCL durch die Nullrunde auf Rang 7 gerutscht, in einer anderen Wertung liegt er inzwischen aber weit vorne: Keine Mannschaft hat auch nur annähernd die 253 Strafminuten kassiert, die die Riverkings in ihren ersten sechs Spielen gesammelt haben – das „zweitunfairste Team“ ist nach der Statistik Memmingen mit 132 Minuten, am wenigsten Strafen hat Buchloe mit 58 Minuten.

Bereits in der Vorbereitung waren die Landsberger nur einmal unter 20 Minuten pro Spiel geblieben und hatten ebenfalls bereits Disziplinarstrafen eingesammelt, darunter auch zweimal Tobias Wedl. Zum Glück werden diese nicht in die offizielle Strafzeitenliste beim Verband aufgenommen, so dass der junge Verteidiger „nur“ seine beiden Spieldauer-Disziplinarstrafen absitzen muss.

Da der HCL am Freitag spielfrei ist, fehlt Tobias Wedl noch am Sonntag in Buchloe (17 Uhr) und kann beim Heimspiel am Freitag, 7. November (20 Uhr), gegen Lindau wieder auflaufen.

Christoph Kurse

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