Der Knoten ist geplatzt

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Stefan Kerber und Co. ließen dem Tabellenschlusslicht Nürnberg am Sonntag keine Chance. Die Mittelfranken mussten sich 8:0 geschlagen geben.

Landsberg – Am Sonntag platzte der Knoten bei den Riverkings. Nachdem der Eishockey-Bayernligist zuvor fünfmal in Folge nach einem Unentschieden ins Penaltyschießen musste, ließ man beim 8:0-Auswärtssieg dem Tabellenschlusslicht Nürnberg keinerlei Chance.

Zwei Tage zuvor hatte man sich gegen den gleichen Gegner im Heimspiel noch wesentlich schwerer getan. Die 735 Zuschauer – darunter rund 200 Flüchtlinge, Asylbewerber und Betreuer – mussten mit ansehen, wie der HCL über ein 3:3 nach regulärer Spielzeit nicht hinauskam. Dabei hatte auf dem Papier alles für den ersten „glatten“ Sieg seit Mitte Oktober gesprochen.

HC Landsberg spielt sich nach oben

Mit nur zwei Punkten waren die Franken nach Lands- berg gekommen und konnten gerade einmal zwölf Feldspieler aufbieten. Ganz anders bei den Riverkings, wo der Spielberichtsbogen die maximal erlaubte Zahl von 22 Akteuren anzeigte. „Aber die Nürnberger sind als kleine, verschworene Gruppe aufgetreten, das haben sie gut gemacht“, zollte Landsbergs Trainer Alex Wedl dem Gegner Respekt. Die Riverkings dagegen überzeugten vor allem zu Beginn der Partie. Im zweiten Powerplay wurde geduldig aufgebaut, bis Geisberger bei seinem Vorstoß ins Drittel ein fast leeres Tor vorfand. Dem 1:0 hätten die Gastgeber ohne weiteres in den Folgeminuten mehrere weitere Treffer folgen lassen können. Doch den vergebenen Großchancen folgte eine nachlässige Defensivarbeit der Stürmer beim ersten Nürnberger Konter, selbst mit einem Foul ließ sich Haertlein dann nicht mehr stoppen und überraschte Schedlbauer mit seinem Schuss zum Ausgleich. Von da an war der Wurm im HCL-Spiel. 

Über weite Strecken agierte man im Aufbau zu ungenau, in der Defensive teilweise zu sorglos. Dass der Letzte mit zwei Reihen gegen vier Landsberger Blöcke spielte, war über weite Strecken nicht erkennbar. Am sehenswertesten in einer zerfahrenen Partie war der Penalty von Dennis Sturm – ähnlich wie in Germering ließ der Stürmer mit seiner exzellenten Technik dem ansonsten ausgezeichnet haltenden Güttner im Nürnberger Tor keine Chance. „Nach dem Spielverlauf sind wir mit zwei Punkten gut bedient und müssen damit zufrieden sein“, schätzte Wedl das Resultat nach der Partie ein. „Wir haben es bei den vielen Überzahlspielen nicht verstanden, einen Mann vor dem Tor zu platzieren, das ist schon die gesamte Saison ein bisschen unser Manko“. Die Gelegenheit zur Revanche erfolgte dank des Spielplans keine 48 Stunden später. Nach Nürnberg reisten die Riverkings nur mit 17 Spielern – was allerdings nicht unbedingt ein Nachteil war. 

„In dem Fall lief es mit drei Reihen besser als am Freitag mit vier, wir waren auch nicht ganz so wild beim Forechecking“, so Wedl. Im Auswärtsspiel gelang, was zuvor nicht klappen wollte: Dem Führungstreffer ließ man schnell zwei weitere Tore folgen, „da war dann auch das Selbstvertrauen ganz anders wieder da“. Nürnberg war damit schon auf der Verliererstraße, weil man auch in keiner Phase an die Leistung aus dem Hinspiel anknüpfen konnte. Für Trainer Wedl wird der klare Sieg teuer: „Ich hatte ein Kabinenfest ausgelobt, wenn wir „zu Null“ gewinnen – scheinbar geht’s nur so.“ Damit hat sich der HCL mit 21 Punkten in der Tabelle auf Platz 7 verbessert und ist punktgleich mit dem 5. (Buchloe) und dem 6. (Peißenberg), allerdings ist auch Pfaffenhofen nur einen Zähler zurück. 

Gegen die Hallertauer geht es auch deshalb im nächsten Auswärtsspiel am Sonntag (17.30 Uhr) um Einiges, wie Alex Wedl sagt. „Das sind jetzt schon sehr wichtige Spiele für uns. Wer gewinnt, ist wieder oben im Kampf um Platz 5 mit dabei, wer verliert, rutscht erst einmal ins Mittelfeld.“ Vorher hat man aber noch eine andere Aufgabe zu erledigen. Mit Germering kommt am Freitag (20 Uhr) ein Gegner nach Landsberg, gegen den drei Punkte fest eingeplant sind. Im Hinspiel vor wenigen Tagen ließ man überflüssigerweise einen Zähler bei den Wanderers liegen (4:3 nach Penaltyschießen). 

Christoph Kruse

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