"Wir kämpfen weiter"

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Die Riverkings haben es am Wochenende geschafft, Tabellenführer Waldkraiburg ordentlich Paroli zu bieten, mussten sich am Ende dennoch geschlagen geben.

Landsberg – Die Riverkings geben den Kampf um die direkte Play-Off-Qualifikation auch nach dem jüngsten Rückschlag noch nicht verloren: „Solange es rechnerisch möglich ist, kämpfen wir weiter um Platz fünf“, so Trainer Andreas Zeck nach dem 3:11 in Peißenberg.

Am Freitag hatte sich seine Truppe gegen den Tabellenführer aus Waldkraiburg noch blendend verkauft. Wären die Gastgeber nicht so schnell mit 0:3 in Rückstand geraten oder hätten sie beim Stand von 1:3 im zweiten Drittel ihre Großchancen besser genützt, wäre gegen den EHC sogar eine Überraschung möglich gewesen.

Ziel Platz fünf

Dass der Aufsteiger dem Favoriten derart Paroli bot, erzürnte EHC-Trainer Rainer Zerwesz offensichtlich über alle Maßen. Bereits während des Spiels ließ er sich zu Brüll-Attacken auf der Bank hinreißen und schleuderte Trinkflaschen zu Boden, bei der Pressekonferenz hatte er dann eine ganz eigene Interpretation der 60 Minuten auf Lager. „Man hat gesehen, wer die fairste und wer die unfairste Mannschaft der Liga ist. Ich bin nur froh, dass nicht mehr Spieler verletzt sind und hoffe, dass noch ein paar spielen können. Mit Eishockey hat das nicht viel zu tun gehabt.“

Diese Einschätzung sorgte für Verwunderung. Bis auf einen umstrittenen Kniecheck (Spieldauer für Stefan Kerber) hatte es keine groben Szenen und kaum Strafen gegeben. Zeck formulierte seine Replik „aus Respekt vor einem ehemaligen Nationalspieler glimpflich“, ging auf Zerwesz' Ausfall nicht weiter ein und bescheinigte seiner Mannschaft bis auf „drei weggeschenkte Tore“ eine starke Leistung „in einem super Eishockeyspiel“.

Davon konnte dann zwei Tage später keine Rede mehr sein. Gegen Peißenberg gerieten die Riverkings – wie schon im Hinspiel – erneut unter die Räder. Dabei hatte es lange auf der Anzeigentafel noch ganz gut ausgesehen, obwohl man sichtlich Schwierigkeiten hatte, ins Spiel zu finden. „1:1 nach dem ersten Drittel war ok, genauso auch das 3:2 nach 30 Minuten“, so der Cheftrainer. Dann aber ging gar nichts mehr. Beim 4:2 legte sich Schedlbauer, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, die Scheibe selbst mit dem Ellbogen ins Tor, nach dem 5:2 nur 16 Sekunden später räumte er das Gehäuse für den 17-jährigen Maximilian Güßbacher.

Auch der konnte die Eishackler um US-Import Ryan Bohrer, die nun nach Belieben durch die Landsberger Reihen spazierten, nicht aufhalten – die Tore sechs und sieben fielen binnen acht Sekunden, die beiden nächsten binnen 23. „Solche Doppelschläge gibt es immer wieder mal, aber nicht so oft in einem Spiel“, so Zeck.

Über die Leistung seiner Mannschaft an diesem Abend wollte er nicht viele Worte verlieren. „Wir sind praktisch auseinandergefallen und quer durch die ganze Mannschaft immer einen Schritt zu spät gekommen. Den Jungen fehlt noch die Erfahrung, aber auch die routinierten Spieler haben es nicht geschafft, wieder Ruhe reinzubringen.“

Für das Training in dieser Woche heißt das zum einen, wieder verstärkt auf die Defensive zu achten, „aber wir müssen auch mal schauen, dass wir unsere Chancen besser abschließen, wir haben genügend davon.“

Dennoch können die Riverkings Buchloe noch abfangen (fünf Punkte Vorsprung bei einem Spiel mehr). Dazu wären aber in den Heimspielen gegen Moosburg (2. Januar) und den direkten Konkurrenten Memmingen (6. Januar) Punkte praktisch Pflicht.

HC Landsberg – EHC Waldkraiburg 2:4 (0:3, 1:0, 1:1). - Tore: 0:1 (3.) Marek, 0:2 (6.) Hämmerle, 0:3 (20.) Marek, 1:3 (23.) Schäffler (Fischer/+1), 1:4 (48.) Kaltenhauser, 2:4 (51.) Rohde (Sturm, Geisberger/+1). - Zuschauer: 870. - Strafminuten: Landsberg 8 + 5+Spieldauer (S. Kerber), Waldkraiburg 10.

TSV Peißenberg – HC Landsberg 11:3 (1:1, 6:1, 4:1). - Tore für Peißenberg: Bohrer (4), Müller (2), Andrä (2), Fl. Barth, Stögbauer, Hörndl. - Landsberg: Gäbelein (M. Kerber), Dolezal (Turner, Rohde/+1). - Zuschauer: 665. - Strafminuten: Peißenberg 14, Landsberg 16 + je 10 für Dolezal und Schäffler.

Christoph Kruse

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