Plötzlicher Leistungsabfall

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Der HCL hatte gegen den EC Pfaffenhofen am Sonntag keine einzige Torchance.

Landsberg – „Schwer enttäuscht“ von seiner Mannschaft zeigte sich Riverkings-Trainer Alex Wedl nach dem 2:4 in Pfaffenhofen, „wir haben eine große Chance billig hergeschenkt“. Zwei Tage zuvor hatten seine Schützlinge beim 6:4-Heimsieg gegen Germering noch eine sehr respektable Leistung gezeigt.

Zwischen beiden Spielen muss allerdings irgend etwas passiert sein, was zum Leistungsabsturz in der Hallertau führte. „Wir haben mit wenig Engagement und wenig Einsatz gespielt, von Anfang bis Ende war kein Aufbäumen erkennbar.“ 

"Große Chance hergeschenkt"

Einige der Leistungsträger, die am Freitag noch geglänzt hatten, seien ein „Totalausfall“ gewesen, auch mehrfache An- sprachen fruchteten nicht. Wedl: „Im Nachhinein war es ein Fehler, dass ich selbst nicht gespielt habe, vielleicht hätte ich den einen oder anderen dann besser wachrütteln können.“

Als sich auch im letzten Drittel keine Besserung abzeichnete, griff der Trainer zu einer höchst ungewöhnlichen Maßnahme: Beim Stand von 4:1 für Pfaffenhofen nahm Wedl fünf Minuten vor Schluss Torhüter Schedlbauer zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. 

Es sprang nur noch ein Treffer heraus, allerdings hatte der Coach auch nicht damit gerechnet, dass das Vabanque-Spiel tatsächlich eine Wende bringen würde. „Ich wollte nur irgendetwas unternehmen; wir hatten keine einzige Torchance und hätten wohl noch eine Stunde spielen können und kein Tor geschossen.“ 

Über die Hintergründe des Abfalls gegenüber dem Freitagsspiel will der Trainer nicht viel sagen, appelliert aber an die Einstellung seiner Spieler. „Ich weiß, dass 70 Prozent unserer Mannschaft ohne Bezahlung spielt. Trotzdem: wer Bayernliga spielen will, muss sich auch auf den Sport einlassen und ein Stück weit danach leben.“ Dazu gehöre auch, dass „man dreimal in der Woche gut trainiert und am Samstag regeneriert, damit man am Wochenende zweimal ordentlich spielen kann.“ 

So reichte es diesmal allerdings wieder nur zu einer guten Vorstellung. In einer insgesamt gutklassigen Partie dominierten die Riverkings am Freitag gegen Germering über weite Strecken – und lagen trotzdem nach 40 Minuten mit 3:4 im Rückstand. „In den ersten zwei Dritteln haben wir nicht viele Fehler gemacht“, so Wanderers-Trainer Sebastian Wanner, „aber dann holen wir uns kurz vor der Pause noch eine blöde Strafe ab.“ 

Der HCL wusste den Fehler zu nutzen und kam noch einmal richtig in Schwung. Folk glich im Powerplay aus, Dolezal und Sturm stellten die Zeichen mit den beiden schönsten Toren des Abends dann noch auf Sieg. 

Eigentlich hätte man in Pfaffenhofen den nächsten „Drei-er“ einfahren wollen, anschließend wäre nach 15 Punkten aus den letzten sechs Spielen eine Einladung der Mannschaft durch den Trainer fällig gewesen. Obwohl es seinen Geldbeutel also schonte, ärgerte sich Alex Wedl dennoch über die verpasste Chance. „So darf man nicht auftreten, wenn man so ein wichtiges Spiel vor sich hat.“ 

Die Marschroute für die kommenden Wochen ist damit für ihn klar. „Wenn wir am Freitag gegen Dorfen zuhause nicht gewinnen, brauchen wir nach oben gar nicht mehr zu schauen“, so Wedl. „Danach werden die Gegner natürlich nicht leichter. Wir fahren am Sonntag nach Lindau für unser erstes Endspiel. Ich hoffe, die Spieler haben das auch verstanden.“ 

HC Landsberg – Wanderers Germering 6:4 (3:2, 0:2, 3:0). - Tore: 0:1 (5.) Nuss, 1:1 (13.) Gäbelein (Fischer, S. Kerber), 1:2 (15.) Ott (+1), 2:2 (15.) Fischer (Gäbelein, S. Kerber), 3:2 (19.) Dolezal (Rohde, Sturm/+1), 3:3 (25.) Ott (+1), 3:4 (39.) May, 4:4 (42.) Folk (Sturm, Rohde/+1), 5:4 (43.) Dolezal (Gäbelein, Fischer), 6:4 (53.) Sturm (Rohde). - Zuschauer: 702. - Strafminuten: Landsberg 20 + 10 für Geisberger, Germering 12. 

EC Pfaffenhofen – HC Landsberg 4:2 (0:0, 3:1, 1:1). - Tore: 1:0 (21.) Sägesser, 1:1 (28.) Christian (Sturm, Turner), 2:1 (33.) Vokaty, 3:1 (40.) Pfab, 4:1 (32.) Gabler, 4:2 (58.) Dolezal (Sturm, Rohde). - Zuschauer: 195. - Strafminuten: je 10.

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